Voller Adrenalin ins Topspiel

Kickers Offenbach: Bei Calabrese läuft es vor dem Duell mit Steinbach rund

Außenverteidiger mit Offensivdrang: Francesco Calabrese (links) bereitete im Spiel bei der SG Sonnenhof Großaspach (rote Trikots) einen Treffer vor und hat großen Anteil daran, dass der OFC nach vier Partien noch ohne Gegentor ist. Gegen Spitzenreiter Steinbach soll diese Serie ausgebaut werden. Rechts: Der Ex-Steinbacher Tunay Deniz.
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Außenverteidiger mit Offensivdrang: Francesco Calabrese (links) bereitete im Spiel bei der SG Sonnenhof Großaspach (rote Trikots) einen Treffer vor und hat großen Anteil daran, dass der OFC nach vier Partien noch ohne Gegentor ist. Gegen Spitzenreiter Steinbach soll diese Serie ausgebaut werden. Rechts: Der Ex-Steinbacher Tunay Deniz.

Bei Kickers Offenbach fiebern Trainer und Spieler dem Topspiel der Fußball-Regionalliga Südwest gegen Tabellenführer TSV Steinbach Haiger entgegen. Ein Akteur ist besonders motoviert.

Offenbach - Francesco Calabrese schwebt derzeit auf Wolke sieben. Der Rückkehrer hat sich bei seinem Heimatclub Kickers Offenbach nicht nur auf Anhieb einen Stammplatz erkämpft, sondern als Rechtsverteidiger auch großen Anteil daran, dass der OFC in der Fußball-Regionalliga Südwest nach vier Spielen noch ungeschlagen und ohne Gegentor ist. Aber nicht nur sportlich läuft es bei dem gebürtigen Offenbacher bestens. Der 24-Jährige hat im August geheiratet - und vor wenigen Wochen kam dann Sohn Vito Leandro zur Welt. „Das waren zuletzt turbulente und stressige Tage“, gibt Calabrese zu. „Aber wenn man so etwas Schönes erleben kann, interessiert das einen nicht. Ich bin voller Power und will versuchen, die positive Energie mitzunehmen.“

An Motivation mangelt es dem Mann mit der Nummer 23, der bereits in der Jugend für den OFC spielte und über die Stationen Viktoria Griesheim und Bayern Alzenau zu den Kickers zurückkam, also nicht. Dennoch sorgt die bevorstehende Partie gegen den TSV Steinbach Haiger (morgen, 19 Uhr) bei ihm für einen „zusätzlichen Adrenalinschub“, wie er betont. Den Spitzenreiter abends zu empfangen, sei „eine mega Sache“, sagt Calabrese. „Für einen Fußballer gibt es nichts Geileres, als unter Flutlicht am Bieberer Berg zu spielen.“ Dass das Spitzenspiel nicht vor einen Spitzenkulisse, sondern Corona-bedingt nur vor 3150 Zuschauern stattfinden wird, findet er zwar schade, weiß aber, „dass zu Hause viele Leute hinter uns stehen und mitfiebern werden“.

Vor Steinbach, das nach der überraschenden Auftaktpleite in Aalen (0:1) zuletzt viermal in Folge gewann und dabei 15 Tore erzielte, hat er zwar Respekt („Die sind sehr stark“), jedoch keine Angst: „Der Tabellenführer kommt, aber die wissen auch, wohin sie kommen.“ In Offenbach hat der TSV Steinbach Haiger seit Gründung der Regionalliga Südwest nämlich noch nie gewonnen (drei Unentschieden, eine Niederlage, 1:3 Tore). Calabrese und seine Kollegen wollen dafür sorgen, dass das so bleibt. „Wir werden so heiß sein, dass wir die Bude abfackeln“, verspricht er. Natürlich sei sich das Team „der Schwere dieser Aufgabe bewusst“, sieht sich jedoch gewappnet: „Wir bilden eine Einheit, sind als Team zusammengewachsen. Wir müssen uns nicht verstecken.“

Angelo Barletta sieht es genauso. „Es gibt Schlüssel, um Steinbach weh zu tun. Und die haben wir“, meint der Kickers-Trainer vor dem ersten echten Härtetest der Saison. „In Pirmasens haben wir uns zwar schwer getan, aber das ist jetzt komplett etwas anderes.“ Zumal Steinbach seine gute Leistung aus der vergangenen Saison bestätigt habe. Trotz des Heimvorteils und der bishergien Bilanz gegen Steinbach sind die Kickers also nicht unbedingt der Favorit. „Wir gehen nicht naiv an diese Aufgabe heran“, stellt Barletta klar. „Wir sind zwar der traditionsreichste Verein der Liga und haben eventuell den klangvolleren Namen, jedoch bekommen wir deshalb nichts geschenkt. Die Messlatte ist nur deshalb hoch, weil wir unbedingt gewinnen wollen.“

Calabrese soll seinen Teil dazu beitragen - als aufmerksamer Außenverteidiger, der sich auch ins Offensivspiel einschaltet. In den bisherigen Partien tat er das mit Bravour. Barletta, der Calabrese bereits in Griesheim und Alzenau trainierte, sagte kürzlich, er habe ihn noch nie so stark spielen sehen. Für den jungen Vater sind diese Worte Lob und Ansporn zugleich: „Das ehrt mich. Ich hoffe, ich kann so weitermachen.“ (Von Christian Düncher)

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