Kickers Offenbach

Bitterer Ausfall: OFC muss gegen Hoffenheim II auf Leistungsträger verzichten

Klärungsversuch mit Folgen: Kickers Offenbachs bereits verwarnter Mittelfeldspieler Charles Laprevotte (links) will den Ball spielen, trifft aber David Becker (Pirmasens) und sieht Gelb-Rot. In Hoffenheim fehlt er nun gesperrt.
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Klärungsversuch mit Folgen: Kickers Offenbachs bereits verwarnter Mittelfeldspieler Charles Laprevotte (links) will den Ball spielen, trifft aber David Becker (Pirmasens) und sieht Gelb-Rot. In Hoffenheim fehlt er nun gesperrt.

Kickers Offenbach trifft in der Regionalliga Südwest auf die TSG Hoffenheim II. Ein Leistungsträger wird dem OFC aber fehlen.

  • Kickers Offenbach trifft am nächsten Spieltag der Regionalliga Südwest auf die TSG Hoffenheim II.
  • Der OFC muss in der kommenden Partie auf einen Leistungsträger verzichten.
  • Charles Laprevotte sah gegen Pirmasens die Gelb-Rote Karte und ist gesperrt

Offenbach – Dass Kickers Offenbach in der Fußball-Regionalliga Südwest dieses Jahr unbesiegt ist, hat der OFC auch Charles Elie Laprevotte zu verdanken. Der Winter-Zugang sorgt für zusätzliche Stabilität und hält Tunay Deniz den Rücken frei für dessen Offensivaktionen. Am Samstag im Spiel bei der TSG Hoffenheim II wird der Franzose allerdings fehlen.

OFC: Platzverweis für Kickers Offenbach gegen Pirmasens

Seines rot-weißen Trikots mit der Nummer 27 hatte sich Charles Elie Laprevotte bereits verärgert entledigt, als er die letzten Minuten des Fußball-Regionalligaspiels zwischen den Offenbacher Kickers und dem FK Pirmasens (1:0) aus dem Spielertunnel heraus verfolgte. Der 28-jährige Franzose war spürbar sauer darüber, dass er wenige Minuten vor Ende der regulären Spielzeit des Feldes verwiesen worden war.

Bereits auf dem Weg nach draußen hatte er sich über die seiner Meinung nach falsche Entscheidung beschwert. Es war vermutlich auch einiges an Unzufriedenheit über sich selbst dabei, denn der bereits verwarnte „Sechser“ war in der 83. Minute unnötig auf Höhe der Mittellinie in den Zweikampf gegangen und hatte beim Versuch, den Ball zu spielen, (auch) David Becker getroffen.

Die zweite Gelbe Karte sei wohl berechtigt gewesen, gab OFC-Trainer Sreto Ristic zu, der freien Blick auf die Szene hatte. Über Laprevottes erste Verwarnung könne man aber diskutieren, fügte Außenverteidiger Marco Fritscher mit Blick auf die Entstehung an. Malte Karbstein hatte als letzter Mann den Ball erobert, dann aber einen etwas überhasteten Pass nach vorne gespielt, den der Gegner abfing und umschaltete. Laprevotte beging daraufhin ein taktisches Foul im Mittelfeld und sah Gelb. „Da hätte man den Ball eventuell besser hinten herum gespielt“, so Fritscher.

OFC: Schmerzhafter Ausfall für Kickers Offenbach

Andererseits: Als erfahrener Akteur hätte Laprevotte nach der Verwarnung besonnener agieren müssen. Angesichts der Tatsache, dass es der erste Platzverweis in der siebten Begegnung unter seiner Leitung war (in den 15 Saisonspielen zuvor waren drei Offenbacher vom Feld geschickt worden), verzichtete Ristic auf öffentliche Kritik. Er könne einem defensiven Mittelfeldmann „Zweikämpfe nicht verbieten“, sagte der Trainer, stellte aber zugleich klar, dass die Ein-Spiel-Sperre für Laprevotte „sehr schmerzt“.

Ähnlich äußerten sich die Mitspieler des einstigen Freiburger Profis (ein Erstliga-Einsatz). „Das tut weh“, betonte Serkan Firat und gab damit zugleich den allgemeinen Tenor wieder: „Er ist unser Verbindungsspieler, der im Mittelfeld die Drecksarbeit erledigt, viele Luftduelle gewinnt und Ruhe ins Spiel bringt.“ In der Tat hat sich der Winterzugang sofort zur unverzichtbaren Größe entwickelt und seit seiner Verpflichtung stets in der Startelf gestanden. Ausgewechselt wurde er nur einmal: beim 6:1 in Bahlingen, als die Partie längst entschieden war. Mit Laprevotte im defensiven Mittelfeld wirken die Kickers noch stabiler. Und - was besonders wichtig ist - er hält Tunay Deniz den Rücken frei für dessen Offensivaktionen, wovon der Nebenmann spürbar profitiert.

OFC: Nächste Partie von Kickers Offenbach gegen Hoffenheim

Es wird also nicht einfach sein, Laprevotte am Samstag (14 Uhr) im Spiel bei der TSG Hoffenheim II gleichwertig zu ersetzen, auch wenn die Mitspieler auf den „breiten Kader“ sowie die „Jungs“ verweisen, die darauf brennen, sich zu beweisen. Im Training haben sie zumindest die Möglichkeit, sich aufzudrängen. „Wir haben nun eine Woche Zeit, die bestmögliche Lösung zu finden“, meint Ristic. Gegen Pirmasens hatten zwei potenzielle Kandidaten auf der Bank gesessen: die Eigengewächse Luka Garic (20) und Denis Huseinbasic (19). Auch der diesmal nicht berücksichtigte Tim Dierßen kann diesen Part spielen, ebenso Maik Vetter, der zuletzt als Rechtsverteidiger zum Einsatz kam. Und dann wäre da ja auch noch Deniz, der gegen Hoffenheim wieder etwas defensiver agieren könnte. Gegen Pirmasens hatte der 27-Jährige mehrere starke Szenen in der Rückwärtsbewegung und führte zahlreiche Zweikämpfe, obwohl ihn immer noch eine Rippenprellung aus dem Spiel in Bahlingen leicht handicapt. „Ich war defensiv sehr gefordert“, gab Deniz zu. In Hoffenheim wird er es eventuell auch sein. Nicht neben, sondern wegen Laprevotte.

Die OFC-Aktion „Ehrensache“ stößt auf offene Ohren. Bis jetzt haben 1730 Partner und Dauerkarten-Inhaber ihren Verzicht auf mögliche Regressforderungen erklärt. (Von Christian Düncher)

Sobotzik: Fan-Ansammlung „darf nicht größer werden“

Nachdem rund zehn Fans die Offenbacher Kickers beim Heimspiel gegen den Pirmasens von außerhalb des Stadion angefeuert hatten und von den Spielern mit der „Welle“ am Zaun belohnt worden waren, hat sich Thomas Sobotzik zu der Aktion geäußert. „Größer darf es momentan nicht werden“, schrieb der OFC-Geschäftsführer auf Instagram. „Aber trotz Abstand und Hygieneregeln-Einhalten spüren wir Eure emotionale Nähe und Unterstützung.“ Und weiter: „Wir fiebern dem Tag entgegen, an dem wir endlich gemeinsam feiern dürfen.“ Laut Aussage eines beteiligten Fans habe man vorab die Genehmigung der Ordnungsbehörden eingeholt. (cd)

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