OFC-Frust über Spielansetzung 

„Nicht im Sinne des Fair-Play...“ - Kickers kritisieren Pokalgegner Gießen 

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Wenn zwei sich nicht einigen, entscheidet der Hessische Fußball-Verband: Fünf Wochen nach dem 1:1 im Punktspiel müssen die Offenbacher Richard Weil, Kevin Ikpide und Francesco Lovric (von links, gegen die Gießener Noah Michel und Jake Hirst) am zweiten Advent im Hessenpokal beim FC Gießen antreten. Foto: hübner

Kickers Offenbach (OFC) fühlt sich bei der Ansetzung der Hessenpokal-Partie im Dezember benachteiligt und wirft Gegner FC Gießen mangelnde Kompromissbereitschaft vor. 

Offenbach – Kurz vor dem Rückrundenstart in der Fußball-Regionalliga Südwest beim SSV Ulm 1846 (Montag, 20.15 Uhr/Sport1) sorgt die Ansetzung des Viertelfinalduells im Hessenpokal beim FC Gießen für großen Verdruss bei den Verantwortlichen von Kickers Offenbach. Weil sich beide Vereine nicht auf einen Termin einigen konnten, setzte der Hessische Fußball-Verband (HFV) die Partie für Sonntag, 15. Dezember, 13.30 Uhr, an.

Für Andreas Herzog, scheidender Geschäftsführer des OFC, ist die Ansetzung ein Unding. „Das ist nicht im Sinne des Fair-Play“, zeigte er sich über die mangelnde Kompromissbereitschaft des FC Gießen verärgert. Hintergrund: Der OFC hatte bereits im Mai bei der Regionalliga Südwest darum gebeten, das letzte Punktspiel der Liga auswärts (beim VfR Aalen) bestreiten zu dürfen und am Wochenende des 14./15. Dezember gar nicht antreten zu müssen. Hauptsächlich, weil der Klub im Zuge des „Winter Games“ der 2. Eishockey-Liga DEL2 am Samstag, 14. Dezember (20.30 Uhr), vor logistische Probleme im Trainingsalltag gestellt würde. Das Stadion mit Kabinen, Physio- und Mannschaftsräumen ist ab dem 7. Dezember bereits für das Eishockey-Event reserviert.

Kickers Offenbach (OFC): Kritik an Pokalgegner FC Gießen 

Die Kickers hatten seit ihrem Erfolg im Achtelfinale beim FC Bayern Alzenau (1:0 nach Verlängerung), das aufgrund von Terminfindungsproblemen erst am 16. November gespielt wurde, nach Angaben von Herzog mehrfach versucht, mit dem Regionalliga-Rivalen aus Gießen Kontakt aufzunehmen. 

Telefonate schlugen fehl, Mails mit alternativen Terminvorschlägen wurden unterbreitet, am Ende waren es insgesamt zehn Termine, beginnend mit dem Vorschlag, am 20. November zu spielen. Für weitere Termine unter der Woche hatte der OFC sogar angeboten, sich an den Kosten einer mobilen Flutlichtanlage beteiligen zu wollen. 

In der erst gestern erfolgten Antwort aus Gießen erfuhr der OFC dann: Ein Termin unter der Woche sei wegen eines fehlenden Flutlichts im Waldstadion nicht möglich. Auch die Ausleuchtung der Zugangswege zum Stadion bezeichnete der Aufsteiger gegenüber dem OFC und dem HFV als Ausschlusskriterium. Eine Verlegung auf das Wochenende des 15./16. Februar lehnten die Gießener mit Verweis auf die dann zu befürchtenden Witterungsbedingungen ebenso ab wie einen Tausch des Heimrechts mit dem OFC.

Kickers Offenbach (OFC): Hat FC Gießen Anrufe und Mails ignoriert? 

Und so blieb Matthias Bausch, Pokalspielleiter des HFV, nichts anderes übrig, als den Termin am 15. Dezember (13.30 Uhr) festzusetzen. „Wenn sich beide Vereine nicht einigen, müssen wir einen Termin bestimmen“, erklärte Bausch. Er zeigte zwar Verständnis für das Ansinnen des OFC, nicht am 14. Dezember spielen zu wollen. Plausible Gründe, weshalb eine Partie nicht am 15. Dezember ausgetragen werden könne, fand Bausch aber nicht. 

Leise Kritik äußerte der Spielleiter auch am Verhalten des OFC, der bei den Auslosungen jeweils selbst nicht vor Ort gewesen sei. An diesen beiden Terminen waren auch die Rahmenspielpläne des Pokals erörtert worden. Und die sahen vor, dass bis Ende des alten Jahres die Viertelfinals auszutragen seien. Im neuen Jahr befürchtet Bausch bei eventuellen witterungsbedingten Absagen ein Terminchaos. 

Denn schon am 4. März sind die Halbfinals angesetzt. Hessenligist Eintracht Stadtallendorf trifft auf den FSV Frankfurt, der Sieger der Partie Gießen - Offenbach auf den TSV Steinbach Haiger.

Kickers Offenbach (OFC): Kessler darf Mannschaft im Pokal coachen 

Die Kickers werden sich nun mit diesem Termin abfinden und eine weitere Problematik lösen müssen. Bislang war abgesprochen, dass Interimstrainer Steven Kessler am 7. Dezember seinen letzten Arbeitstag für die Profis hat. Anschließend wollte der etatmäßige U19-Coach der Kickers wieder seinen Job bei einem IT-Unternehmen aufnehmen. Wie Matthias Bausch mitteilte, darf Kessler aber im Pokal als Trainer der Kickers auf der Bank platznehmen. Die Regelung, dass ein Coach ohne die erforderliche A-Lizenz nur drei Monate ein Team in der Regionalliga Südwest coachen darf, gilt für den Hessenpokal nicht.

Die Kickers müssen nun also einen Trainer für die Zeit ab dem 7. Dezember finden – und vor dem Hessenpokalspiel notgedrungen ihr Domizil ins Nachwuchsleistungszentrum am Wiener Ring verlegen. „Logistisch ist das natürlich heftig“, ärgert sich Herzog.   Von Jörg Moll

Derweil durchlebt OFC-Gegner FC Gießen unruhige Zeiten. Wie die Gießener Allgemeine Zeitung aus Vereinskreisen erfuhr, verzögern sich die Gehaltszahlungen an die Mannschaft seit zwei Monaten erheblich.

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