Abwehrspieler ist enttäuscht

Kickers-Aus für Lovric verwundert: „Klare Begründung habe ich nicht bekommen“

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Zwischen Enttäuschung und Zuversicht: Francesco Lovric (links) empfindet sein Aus beim OFC als schade, glaubt aber, dass er schnell einen neuen Verein findet. Rechts: Gerrit Gohlke, der die Kickers bereits im Winter verließ.

Die Zahlen sprechen eigentlich für ihn: Von den Spielern, die bei Kickers Offenbach diese Saison in der Innenverteidigung zum Einsatz kamen, absolvierte Francesco Lovric nicht nur die meisten Begegnungen in der Regionalliga, sondern ist mit drei Treffern auch der gefährlichste zentrale Verteidiger.

  • Francesco Lovric muss Kickers Offenbach verlassen
  • OFC-Fans sind verwundert, schließlich war er der torgefährlichste Innenverteidiger
  • Der 24-jährige Abwehrspieler ist zwar enttäuscht, akzeptiert aber die Entscheidung

Offenbach – Dass er dennoch keinen neuen Vertrag erhält, sorgte nicht nur beim 24-Jährigen für Verwunderung, sondern auch bei vielen Kickers-Anhängern.

Kickers Offenbach: Francesco Lovric muss den OFC verlassen – „Ich hatte mit der Entscheidung nicht gerechnet“

„Ich hatte mit der Entscheidung nicht gerechnet, sie hat mich überrascht“, gibt Lovric zu. Geschäftsführer Thomas Sobotzik habe ihm unlängst mitgeteilt, dass der OFC auf seiner Position künftig anderweitig plane. „Ich finde das schade, aber der Verein hat so entschieden“, sagt er. „Eine ganz klare Begründung habe ich nicht bekommen.“ Die Sportliche Leitung wolle „etwas anderes, neues machen“. Für Lovric ist das ziemlich unbefriedigend. „Ich bin enttäuscht“, sagt er, betont aber zugleich, dass sein Verhältnis zum OFC darunter nicht leiden werde. „So ist Fußball. Der Verein wünscht mir das Beste und ich bin dem Verein dankbar für die schöne Zeit.“

Lovric ist zwar wie einige andere Spieler, deren Vertrag nicht verlängert wird, vom Training freigestellt, darf sich jedoch weiterhin von der medizinischen Abteilung der Kickers am Fuß behandeln lassen. „Ich spüre noch immer etwas die Verletzung, die ich mir im Februar im Trainingslager zugezogen hatte, und will mich fit machen für die nächste Aufgabe“, erklärt er.

Lovric über Kickers Offenbach (OFC): Dieser Verein gehört in die 3. Liga“

Zum OFC gekommen war Lovric in der Winterpause der Saison 2017/18 aus seinem Geburtsland Österreich von Austria Lustenau - und zwar ursprünglich als Verstärkung fürs Mittelfeld. Damit zählt der 1,85 Meter große Defensivmann bereits zu den drei dienstältesten Spielern im Kader. Da auch Niklas Hecht-Zirpel kein neues Arbeitspapier bekommen wird, verbleibt aus der Ära Oliver Reck nur ein Akteur: Kapitän Maik Vetter.

Der gebürtige Wiener, der 2019 die deutsche Staatsbürgerschaft annahm, um bei der Erfüllung der U23-Regel zu helfen und seitdem den Spitznamen Franz trägt, absolvierte 58 Pflichtspiele für die Kickers. Sein Fazit ist eine Liebeserklärung: „Diese Fans, das Stadion - der OFC war mit Blick auf Umfeld und Bedingungen der beste Klub, für den ich gespielt habe. Ich wünsche den Jungs alles Gute. Dieser Verein gehört in die 3. Liga.“

Kickers Offenbach: Lovric verabschiedet sich mit Stil bei den OFC-Fans

Von den Anhängern hat sich Lovric per Instagram verabschiedet - mit Stil. „Liebe Kickers-Fans, es war mir eine Ehre“, schrieb der schlaksige Verteidiger und erntete dafür fast 450 Likes. „Es hat mich gefreut, dass ich so viel positives Feedback erhalten habe. Ich weiß, dass ich vieles richtig gemacht habe.“

Aber nicht nur der Verein und die Fans werden Lovric künftig fehlen. Auch im kleinen Stadtteil Rumpenheim fühlte er sich immer wohl. Die Ruhe und die „schöne Wohnung mit großen Balkon“, auf dem auch Teamkollegen oft zum Grillen zu Gast waren, werde er „sehr vermissen“. Zum 30. Mai muss er seine bisherige Bleibe verlassen. Das neue Ziel steht noch nicht fest: „Ich bin gespannt, wo es mich hinführt.“

OFC-Abgänger Francesco Lovric: Keine Rache, sondern ehrliche Freude

Zwar sei es aufgrund der Corona-Krise schwer, einen Verein zu finden, weiß Lovric, stellt aber klar: „Ich habe eine sehr gute Hinrunde gespielt und bin daher zuversichtlich.“ Dabei hatte es für ihn gar nicht gut begonnen. In den ersten beiden Spielen der Saison fehlte er verletzt. Doch in der folgenden Partie gegen den VfR Aalen gelang ihm als Einwechselspieler ein Tor. Fortan gehörte er zum Stamm. „Ich habe auf die Chance gewartet und sie genutzt. Ich glaube auch, dass ich mit meinen Leistungen gezeigt habe, dass ich in die Anfangself gehöre“, meint der Mann mit kroatischen Wurzeln.

Die Verantwortlichen der Kickers planen dennoch ohne ihn. Und was plant Lovric? „Der neue Verein muss zu mir passen. Ich bin eher ein spielerischer Typ.“ Also keiner, der die Bälle bloß hinten weghaut. Auch ein Wechsel innerhalb der Liga ist nicht ausgeschlossen. „Im Fußball sieht man sich immer zweimal“, meint Lovric. Und das klingt bei ihm keineswegs nach Rachegelüsten, sondern nach ehrlicher Freude.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

Nach nur einem Jahr ist das Kapitel Kickers Offenbach auch für Manolo Rodas bereits vorbei. Und auch wenn es lediglich ein kurzer Abstecher in seiner Fußballer-Karriere war, wird er diese Episode so schnell nicht vergessen.

Jakob Lemmer verlängert bei den Offenbacher Kickers. Der 20-Jährige spielt schon seit 2017 bei den Offenbacher Kickers.

In der Corona-Krise gehen dem OFC viele Einnahmen verloren. Fans halten dem Verein die Treue und kaufen Geistertickets. Eine starke Marke wurde nun durchbrochen.

„Meine zwei Leben“, so lautet der Titel der Autobiografie von Ex-OFC-Präsident Dieter Müller. Der gebürtige Offenbacher skizziert darin seinen Weg vom talentierten Fußballer zum erfolgreichen Star, gibt aber auch tiefe Einblicke in ein von schweren Schicksalen geprägtes Leben.

Quelle: op-online.de

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