Folgt Stumpf auf Kessler?

Rausgehen, annehmen, gewinnen: Andreas Herzog fordert Wende beim OFC

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Kandidat für die Mittelfeldzentrale beim OFC: Maik Vetter (links, gegen Ulms Albano Gashi) könnte gegen Schlusslicht TuS RW Koblenz auf die Sechser-Position rücken.

OFC-Geschäftsführer Andreas Herzog fordert eine Wende beim Verein und sondiert den Trainermarkt. Folgt jetzt Reinhard Stumpf auf Steven Kessler?

Offenbach - Andreas Herzog ist derzeit ein gefragter Gesprächspartner. „Man hat auf einmal ganz viele Freunde, die deine Handynummer haben oder dir Mails schicken. So ist das halt“, sagt der Geschäftsführer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, der nach der Freistellung von Trainer Daniel Steuernagel, dessen Assistent Max Lesser und Sportdirekter Sead Mehic permanent Bewerbungen erhält. Und nicht immer sind die Absender seriös. „Manchmal melden sich vier Leute, die angeblich ein und dieselbe Person beraten. Ich gehe daher nur noch ans Telefon, wenn ich die Nummer kenne“, sagt Herzog.

Kickers Offenbach: Suche nach Trainer komplex

Für den OFC-Geschäftsführer, der vor wenigen Wochen noch Manager des Stadions auf dem Bieberer Berg war, ist das eine neue, bisweilen auch spannende Erfahrung. Er stellt aber klar: „Das bringt einen nicht ans Ziel. Man darf sich nicht auf die Leute verlassen, die anrufen, sondern muss wissen, was man will und was man braucht.“ Daher haben die Verantwortlichen des OFC ein Trainerprofil erstellt: „Das ist relativ komplex. Es geht um die Frage, was wir an der Außenlinie benötigen. Da haben wir Attribute festgelegt.“ Öffentlich über diese reden will Herzog jedoch nicht. Auch nicht über mögliche Kandidaten.

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der ehemalige OFC-Spieler Reinhard Stumpf nach dem Heimspiel gegen Schlusslicht TuS RW Koblenz (Samstag, 21.09.2019, 14 Uhr) den übergangsweise eingesprungenen U19-Coach Steven Kessler ablösen und das Amt zumindest bis zur Winterpause übernehmen soll. „Es gibt keine Tendenz“, stellt Herzog klar. „Wir befinden uns in einem offenen Prozess und lassen uns nicht unter Zeitdruck setzen. Wir suchen die bestmögliche Lösung und werden sie dann vorstellen.“ Die Saison sei jedenfalls noch lange nicht abgehakt: „Es sind erst neun Spiele absolviert, man muss daher keine Untergangsstimmung inszenieren. Die Mannschaft hat Qualität. Wir schenken nichts her.“

Kickers Offenbach: Folgt Reinhard Stumpf auf Steven Kessler?

Gut möglich, dass die Partie gegen Koblenz die einzige sein wird, bei der Kessler als Trainer der OFC-Profis an der Seitenlinie steht. Das macht die Aufgabe nicht einfacher. Der U19-Coach hatte wenig Zeit, das Team vorzubereiten. Wunderdinge kann man daher nicht von ihm erwarten. Es geht in erster Linie darum, der Mannschaft wieder Sicherheit und ein System zu geben, in dem sie am besten funktioniert. Viel deutet daher in der Defensive auf die Rückkehr von der Dreier- zur Viererkette hin. Spannend ist, für wen sich Kessler in der Mittelfeldzentrale entscheidet. In Luigi Campagna (Gelb-Sperre), Richard Weil und Luka Garic (beide verletzt) fehlen drei Kandidaten.

„Steven Kessler ist kurzfristig eingesprungen. So etwas kommt immer wieder mal im Fußball vor, trotzdem ist es relativ schwierig“, sagt Herzog, lässt keinen Zweifel daran, was er erwartet. Nach vier sieglosen Spielen soll endlich die Rückkehr in die Erfolgsspur gelingen. „Wir spielen gegen den Letzten Koblenz. Da muss man dem Spiel seinen Stempel aufdrücken. Die Spieler müssen raus auf den Platz gehen und die Situation annehmen.“

Kickers Offenbach: Vizepräsident Jörg Briel mit Appell an Spieler

Vizepräsident Jörg Briel hat derweil einen Appell an Spieler und Fans gerichtet: „Kopf hoch, Jungs, Brust raus und alles, wirklich alles geben. Ihr auf dem Platz, wir auf den Rängen. Das war, ist und bleibt Kickers Offenbach“, wird er im OFC-Newsletter zitiert. Man wünscht sich, dass beiden Seiten auftreten wie in den ersten Saisonspielen, denn nicht nur die Mannschaft war davon zuletzt weit entfernt. Spieler und Verantwortliche waren teilweise davon überrascht, wie schnell die Stimmung umschlug. Vor allem Steuernagel und Mehic bekamen das zu spüren, wobei die Wortwahl oft mehr als grenzwertig war. 

Briel hat auch dazu eine klare Meinung. „Was auch immer nicht richtig gelaufen ist, nicht erkannt wurde, nicht mehr gepasst hat: Hass, Häme und Respektlosigkeiten - wie sie an mancher Stelle geäußert wurden - dürfen hier keinen Platz haben.“ Das freigestellte Trio hätte die sportliche Entwicklung ebenfalls geschmerzt, sagt Briel. Herzog sieht das ähnlich: „Man muss respektvoll miteinander umgehen. Jeder will das Beste, egal, ob Fan, Trainer oder Sportdirektor.“

VON CHRISTIAN DÜNCHER

Quelle: op-online.de

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