Offenbacher Kickers

OFC-Neuzugang Nejmeddin Daghfous muss nach Krankheit Rückstand aufholen

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Mit Elan nach vorne: Nejmeddin Daghfous (rechts) hat noch mit den Nachwirkungen einer Darmentzündung aus der Vorbereitung zu kämpfen. Links Aalens Torwart Daniel Bernhardt. 

Der Neuzugang der Kickers Offenbach (OFC), Nejmeddin Daghfous, muss nach seiner Krankheit nun einen Rückstand aufholen.

Offenbach – Eigentlich ist er ja Nordhesse. Aus Kassel. Dort wurde Nejmeddin Daghfous geboren. Doch das Rhein-Main-Gebiet ist für ihn längst eine „zweite Heimat“, wie der Offensivspieler der Offenbacher Kickers betont. 

Seit der Zeit beim FSV Mainz 05 (2006 bis 2009, 2012 bis 2014) hat er viele Bekannte in der Region. „Egal, wo ich gespielt habe: An freien Tagen bin ich oft nach Offenbach und Frankfurt gefahren. Einige meiner engsten Freunde habe ich in Offenbach, ich bin mit der Gegend vertraut."

Kickers Offenbach (OFC): Sieben Punktspiele für die Mannschaft

Passenderweise hat er eine Wohnung am Hafen in Offenbach bezogen – mit Blick auf die Frankfurter Skyline. Auch wenn er die Aussicht derzeit nicht oft genießen kann. Denn der Regionalliga-Auftakt hat es für Daghfous und die Kickers in sich. In 33 Tagen stehen sieben Punktspiele auf dem Programm. Nach dem Freitag-1:1 gegen Aalen geht es schon am Mittwoch (18 Uhr) zum Bahlinger SC, am Sonntag dann nach Hoffenheim.

2008 gab es schon mal Kontakt zu den Kickers. „Andreas Möller war Sportdirektor“, erinnert sich der 32-Jährige. „Der Wechsel kam jedoch nicht zustande.“ Stattdessen ging es für ihn von Mainz 05 zum SC Paderborn. Preußen Münster, erneut Mainz, VfR Aalen, Würzburger Kickers und SV Sandhausen waren die weiteren Stationen. 144 Zweitligaspiele absolvierte Daghfous während dieser Zeit. Es wären voraussichtlich noch einige hinzugekommen, wenn er sich im August 2018 nicht zum zweiten Mal in seiner Karriere das Kreuzband gerissen hätte.

Kickers Offenbach (OFC): Daghfous hat mit Verletzung zu kämpfen

„Mein Vertrag in Sandhausen hätte sich nach einer gewissen Anzahl an Spielen verlängert“, sagt Daghfous. „Aufgrund der Verletzung kam es aber nicht dazu.“ Sechs Spiele machte er nach seiner Genesung noch für den SV Sandhausen, trug mit einem Tor sowie zwei Vorlagen seinen Teil zum Klassenerhalt in der 2. Liga bei, musste sich aber einen neuen Verein suchen.

„Es gab die Option, ins Ausland zu gehen. Das wäre aber relativ weit weg gewesen“, erklärt der Deutsch-Tunesier. „Aus dem Nichts kam dann der OFC.“ Wobei: Daghfous’ Berater Emal Wardak saß vor der Saison mehrfach mit Kickers-Sportdirektor Sead Mehic zusammen. Seine Klienten Jan Hendrik Marx (Waldhof Mannheim) und Serkan Firat (Bayern Alzenau) verließen den OFC, Richard Weil vermittelte er nach Offenbach. 

Weil hatte mit Daghfous zusammen in Mainz und Würzburg gespielt. „Wir können gut miteinander. Ich habe Infos von ihm bekommen. Seine Meinung war für mich mit ausschlaggebend“, verrät die Nummer zehn des OFC.

Kickers Offenbach (OFC): Daghfous soll Offensivspiel beleben

Daniel Steuernagel, Trainer der Kickers, ist davon überzeugt, dass Daghfous das „Offensivspiel mit seiner Kreativität, Effektivität und großen Erfahrung beleben“ wird. In Sandhausen spielte er überwiegend außen. „Ich bin aber in der Offensive relativ flexibel, fühle mich auch hinter den Spitzen wohl“, sagt der deutsche U20-Nationalspieler (ein Einsatz 2006 beim 0:1 gegen Italien). In Offenbach wurde Daghfous („Ich gehöre noch zur Generation Straßenfußballer“) bisher nur auf der linken Außenbahn eingesetzt, soll von dort nach innen ziehen und mit dem starken rechten Fuß entweder flanken oder selbst abschließen.

Bei seinen ersten Einsätzen für den OFC deutete er bereits an, dass er über besondere Fähigkeiten verfügt. Daghfous ist trickreich, kann mit links und rechts flanken, hat eine gute Schusstechnik und fackelt nicht lange. In Zweikämpfen zieht er nicht zurück. In der Auftaktpartie gegen Ulm (2:0) setzte er mehrfach gut nach und kassierte die erste Gelbe Karte im OFC-Trikot.

Kickers Offenbach (OFC): Daghfous auf Weg der Besserung

Der erhoffte Unterschiedsspieler war Daghfous bisher aber noch nicht. In allen drei Spielen wurde der bald 33-Jährige ausgewechselt. Was jedoch kein Wunder ist. „Körperlich bin ich erst bei 80 Prozent“, gibt er unumwunden zu. Der Grund: Eine Darmentzündung hatte ihn in der Vorbereitung erheblich geschwächt. Zuletzt musste er immer noch Medikamente zu sich nehmen. „Aber es wird immer besser.“

Bald will er richtig angreifen und etwas zurückzahlen. „Ich bin begeistert von der Infrastruktur, die ist zweitligareif. Und schon vor dem ersten Spiel war ich beeindruckt von der Kulisse. Überragend.“ 

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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Quelle: op-online.de

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