Regionalliga Südwest

Kickers stürmen mit 4:0-Sieg nach vorne ‒ und die Konkurrenz patzt

Offenbacher Glücksmoment: Denis Huseinbasic stürmt Richtung 1:0, nach dem er Aalens Torwart Tim Paterok (rechts) nach dessen Ausflug aus seinem Tor den Ball abgenommen hatte.
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Offenbacher Glücksmoment: Denis Huseinbasic stürmt Richtung 1:0, nach dem er Aalens Torwart Tim Paterok (rechts) nach dessen Ausflug aus seinem Tor den Ball abgenommen hatte.

Mit dem OFC geht es weiter aufwärts: Mit dem 4:0 (1:0) gegen den VfR Aalen feierten die Kickers ihren vierten Sieg in Folge. Zusätzlich leistete sich das Spitzenduo der Liga überraschende Niederlagen.

Offenbach – Nach dem 0:1 des TSV Steinbach Haiger gegen den FC Homburg und dem 1:2 des SSV Ulm 1846 gegen die TSG Balingen haben die Offenbacher den Rückstand auf die Tabellenspitze auf einen Punkt verkürzt. Allerdings wurde der Sieg gegen den VfR Aalen auch durch zwei schwerere Verletzungen von Moody Chana und Elia Soriano überschattet.

Kickers-Trainer Sreto Ristic wollte nach dem 6:1-Erfolg in Balingen die Aufstellung nicht verändern. Allerdings muste er kurz vor Spielbeginn doch umstellen, denn Moody Chana zog sich beim Warmmachen nach ersten Meldungen offenbar einen Achillessehnenriss zu, sodass Osarenren Okungbowa in die Innenverteidigung rückte.

Wesentlich gravierendere Personalprobleme musste Aalens Trainer Uwe Wolf lösen. Bei der 1:4-Heimniederlage gegen die SV Elversberg waren seine Innenverteidiger Gino Windmüller (32) und Ali Odabas (28) vom Platz gestellt worden. Ohne die beiden drittligaerfahrenen Routiniers musste Wolf seine Abwehrkette umstellen. Zudem fehlte weiterhin der langjährige Kickers-Spieler Sascha Korb (Muskelfaserriss).

Kickers Offenbach gegen den VfR Aalen: OFC kommt zunächst schwer ins Spiel

Die Aalener verteidigten von Beginn an sehr hoch, versuchten im 4-3-3-System ein frühes Pressing und attackierten schon in der gegnerischen Spielhälfte, womit Kickers Offenbach zunächst Probleme hatte und kaum geordnete Offensivaktionen zustande brachte. „Die ersten 20, 25 Minuten liefen nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten“, sagte Ristic. „Die Fans haben uns trotzdem von der ersten bis zur letzten Minute unterstützt.“ Erst als Tunay Deniz mit einem Freistoß den Pfosten traf (24.), kamen die Kickers besser ins Spiel.

Doch dann avancierte Elia Soriano zur tragischen Figur des Spiels. Nach einem Laufduell des Mittelstürmers mit Stanese, bei dem beide zu Fall kamen, entschied der Schiedsrichter auf Intervention seines Assistenten auf Elfmeter. Soriana trat selbst an, schob den Ball aber am rechten Pfosten vorbei (28.). Nur zwei Minuten später kam das Aus für den 32-Jährigen. Nach einem Kopfballduell knickte er beim Aufkommen um und musste mit Verdacht auf eine schwere Knieverletzung ausgewechselt werden.

Pechvogel des OFC: Elia Soriano (Mitte) verschoss einen Elfmeter, dann musste er mit Verdacht auf eine schwere Knieverletzung vom Platz geführt werden.

Glücksmomente für den OFC: Kickers verhindern Eigentor und treffen zum 1:0

Es folgten zwei Glücksmomente für die Kickers. Zunächst erlief sich Torwart Flauder Zentimeter vor der Torlinie einen missratenen Rückpass von Deniz (37.) und verhinderte ein Eigentor. Viel ungeschickter stellte sich dann Aalens Torwart Tim Paterok an, als er fast 50 Meter aus seinem Tor heraus kam und Denis Huseinbasic ausdribbeln wollte, den unnötigen Zweikampf verlor und zusehen musste, wie der 20-Jährige mit dem Ball aufs leere Tor zulief und zum 1:0 einschieben konnte (42.). „Leider ein schwerer Lapsus unseres Torwarts“, sagte Uwe Wolf.

Die Halbzeitpause wurde dann auf fast 30 Minuten verlängert, weil sich ein Schiedsrichter-Assistent verletzt hatte und der neue Mann an der Außenlinie sich erst aufwärmen musste.

Kickers Offenbach: „Glücklich über den hochverdienten Sieg“

Die verlängerte Pause hatte den Kickers gutgetan. Sie bekamen jetzt früher Zugriff auf die Aalener und hatten im Mittelfeld eine bessere Zuordnung. Als Rafael Garcia den Ball mit dem Hinterkopf verlängerte, hatte Dejan Bozic freie Bahn und schob den Ball an Paterok vorbei zum 2:0 ins Netz (55.). Das Selbstvertrauen der Mannschaft dokumentierte dann Maik Vetter. Der dienstälteste OFC-Profi nahm einen Abpraller aus 22 Metern direkt und traf unhaltbar in den Torwinkel (71.). Spätestens jetzt war die Partie entschieden und die Kickers konnten Kräfte sparen für das nächste Spiel am Dienstag (16 Uhr) beim FC Gießen. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Mathias Fetsch in der Nachspielzeit mit seinem ersten Saisontreffer.

„Wir sind glücklich über den hochverdienten Sieg“, freute sich Ristic, dachte aber auch an die verletzten Chana und Soriano, denen eine längere Pause droht. „Die Verletzungen sind gravierend und treffen uns hart.“ (Von Jochen Koch)

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