KIckers Offenbach

OFC-Etat steigt bei Aufstieg auf bis zu sechs Millionen Euro

Kickers Offenbach beantragt die Zulassung zur 3. Liga. Mathias Fetsch (Mitte) hat dort bereits für den OFC gespielt.
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Kickers Offenbach beantragt die Zulassung zur 3. Liga. Mathias Fetsch (Mitte) hat dort bereits für den OFC gespielt.

Mindestens acht Klubs aus der Fußball-Regionalliga Südwest reichen beim DFB den Antrag auf Zulassung zur 3. Liga ein, darunter Kickers Offenbach, der FSV Frankfurt und Spitzenreiter SC Freiburg II. Das Budget des OFC würde im Fall des Aufstiegs signifikant steigen.

Offenbach – Für Thomas Sobotzik ist es zunächst mal nur ein formaler Akt. Der Geschäftsführer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach hat bestätigt, dass der Klub die Unterlagen für das Zulassungsverfahren zur 3. Liga beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) fristgerecht eingereicht hat und auch die weitaus weniger kniffligen für eine weitere Saison in der Viertklassigkeit.

Bis zum 1. März müssen die Klubs ihre Angaben über die wirtschaftliche und technisch-organisatorische Leistungsfähigkeit angegeben haben. Nur Zweitligisten haben dafür zwei Wochen länger Zeit (16. April). Im Laufe des Aprils geht allen Klubs ein erster Bescheid zu, der die wirtschaftliche und technisch-organisatorische Leistungsfähigkeit bestätigt oder erläutert, welche Bedingungen und Auflagen zu erfüllen sind. Bis 15. Juni bleibt dann maximal Zeit, diesen Nachweis zu erbringen.

„Es ist ein aufwändiges und kostspieliges Verfahren“, sagt Sobotzik über die Arbeit, die maßgeblich Geschäftsstellenleiter Andreas Mohr übernimmt. Details zu Kennzahlen will Sobotzik wie üblich nicht nennen. Sicher ist aber, dass der Etat signifikant steigen wird gegenüber der Regionalliga. Was vor allem an den garantierten TV-Einnahmen in Höhe von derzeit rund 1,2 Millionen Euro liegt. Aktuell plant der OFC nach unseren Informationen in der Regionalliga mit einem Mannschaftsetat von etwa 2,6 Millionen Euro. Ein Klasse höher dürfte er auf bis zu vier Millionen Euro steigen, der Gesamtetat von rund 3,2 Millionen auf 5,5 bis sechs Millionen Euro. Dafür muss der OFC auch neue Stellen schaffen, unter anderem einen Stadionbeauftragten benennen. Zudem steigen die Anforderungen im Medien- und Kommunikationsbereich.

Neben dem OFC reichen aus der Regionalliga Südwest nach unseren Informationen mindestens acht Klubs die Zulassungsunterlagen ein. Spitzenreiter SC Freiburg II gehört dazu, der TSV Steinbach Haiger, die SV Elversberg, der SSV Ulm 1846, der FC Homburg, der FSV Frankfurt und etwas überraschend auch die in der vergangenen Corona-Saison eigentlich abgestiegene TSG Balingen.

Bei den Bornheimern, die nach dem Corona-Ausbruch wieder das Training aufgenommen haben, schnüren unter Federführung von Geschäftsführer Patrick Spengler Wirtschaftsprüfer und Buchhalter das Werk zusammen. Der Etat bei Aufstieg wird sich auch beim FSV um ein Vielfaches erhöhen im Vergleich zu dem bisherigen in der Regionalliga. Vor Corona waren es etwa 1,5 Millionen Euro. Wegen der Corona-Situation sind indes Zuschauereinnahmen schwierig zu kalkulieren, in dieser Saison haben die Frankfurter fast keine. Während in der Regionalliga, also vor Ausbruch der Corona-Pandemie, etwa 1600 Zuschauer pro Heimspiel kamen, waren es in der 3. Liga 3300.

In der 3. Liga war der FSV nur 2016/17 aktiv, schlitterte damals in eine sportliche und noch größere wirtschaftliche Krise und brauchte nach Abstieg und Abwendung der Insolvenz drei Spielzeiten, um sich diese komfortable Ausgangssituation mit viel Fleiß zu erarbeiten und auch zu verdienen. Dem OFC erging es sogar noch schlimmer. Seit der Zulassungsverweigerung für die 3. Liga 2013 und der folgenden Insolvenz kämpfen die Kickers um die sportliche Wiederauferstehung. Nach 15 Punkten aus den letzten sieben Spielen und dem Sprung auf Platz drei sind die Hoffnungen wieder größer geworden. Doch Sobotzik hält den Ball flach: „Unser nächstes Ziel ist das Spiel in Hoffenheim.“  jm/fri

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