Kickers Offenbach

Kickers Offenbach: Aufstieg durch die Hintertür - Die letzte Hoffnung des OFC

Zähes Ringen: Im Hinspiel bei RW Koblenz (links: Leon Müller) hatten sich Florent Bojaj (rechts) und die Offenbacher Kickers sehr schwer getan und mussten sich letztlich mit einem torlosen Unentschieden begnügen.
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Zähes Ringen: Im Hinspiel bei RW Koblenz (links: Leon Müller) hatten sich Florent Bojaj (rechts) und die Offenbacher Kickers sehr schwer getan und mussten sich letztlich mit einem torlosen Unentschieden begnügen.

Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach hat zwar den Titel abgehakt, hofft vor dem Heimspiel gegen RW Koblenz aber noch auf den Aufstieg.

Offenbach – Der Traum vom Titelgewinn in der Fußball-Regionalliga Südwest ist für Kickers Offenbach nach der jüngsten 0:3-Pleite im Verfolgerduell bei der SV Elversberg zwar geplatzt, aber die Verantwortlichen haben die Hoffnung auf den Aufstieg noch nicht ganz aufgegeben. „Wer weiß, wozu ein zweiter Platz noch gut sein kann“, sagt Geschäftsführer Thomas Sobotzik.

Man habe „in der Vergangenheit oft gesehen“, dass sich überraschend noch Türen öffnen. „Man sollte daher nichts herschenken. Wir sind weiterhin fokussiert und werden das fortsetzen, woran wir gearbeitet haben“, stellt Sobotzik klar.

Dass der souveräne Tabellenführer SC Freiburg II (36 Spiele, 82 Punkte) im Falle des Titelgewinns auf den Aufstieg verzichtet, darf als ausgeschlossen bezeichnet werden. Schließlich hatten die Breisgauer erst kürzlich klargestellt, dass sie sehr gerne mit ihrer Reserve in der 3. Liga spielen würden. Allerdings wird darüber spekuliert, dass diese Saison in der West- sowie der Südwest-Staffel auch der zweite Rang zum Aufstieg berechtigen könnte, weil die Spielzeit in den anderen drei Gruppen frühzeitig abgebrochen wurde. Es ist zweifelsohne eine vage Hoffnung, ein Strohhalm, an den sich die Kickers klammern. Und so betont Sobotzik fast schon trotzig: „Es sind noch fünf Spiele, die alle für uns wichtig sind.“ Zumal der OFC (37 Spiele, 74 Punkte) als Dritter einen Zähler Rückstand auf den neuen Zweiten SV Elversberg (37/75) aufweist und im TSV Steinbach Haiger (36/72) und dem SSV Ulm 1846 (35/69) ein Duo im Nacken hat, das vorbeiziehen würde, sofern es seine Nachholspiele gewinnt.

Sreto Ristic bläst daher ins gleiche Horn wie Sobotzik. „Diese Saison ist noch lange nicht vorbei“, sagt der OFC-Trainer. „Wir wollen vor allem versuchen, unsere drei Heimspiele erfolgreich abzuschließen.“ Das erste ist dabei auf dem Papier das schwerste. Am Samstag (14 Uhr) ist in TuS RW Koblenz das Überraschungsteam der Liga in Offenbach zu Gast. Zudem empfangen die Kickers noch Astoria Walldorf (1. Juni) und zum Rundenabschluss Mainz 05 II (12. Juni). Hinzu kommen die Partien beim FSV Frankfurt (22. Mai) und beim VfR Aalen (5. Juni).

Koblenz stand vergangene Saison (22 Spiele, fünf Punkte) eigentlich bereits als Absteiger fest, hielt aber durch den Abbruch der Saison die Klasse und startete in der aktuellen Spielzeit unter dem neuen Trainer Heiner Backhaus (neun Zweitliga-Einsätze für den OFC in der Saison 2005/06) durch. Als Tabellenzehnter (37/52) befindet sich die Mannschaft längst in sicheren Gefilden. Im Rückrunden-Ranking belegt Koblenz sogar Platz sechs (16 Spiele, 27 Punkte). Für Ristic ist das jedoch keine Überraschung. „Wir haben schon beim 0:0 in der Hinrunde gesehen, wie zäh es ist, gegen sie zu spielen“, sagt der Kickers-Coach. „Koblenz ist eine kampfstarke Mannschaft, die im Kollektiv gut verteidigt und dann schnell umschaltet. Das untermauern sie mit Punkten.“ Auch Top-Mannschaften hätten gegen die Rheinland-Pfälzer Probleme bekommen, betont Ristic. So mussten sich Elversberg und Ulm dieses Jahr gegen Koblenz jeweils mit einem 1:1 begnügen. Der FSV Frankfurt verlor 1:2. „Zu Hause wollen wir gegen jeden gewinnen“, sagt Ristic, stellt aber zugleich klar: „Das wird keine einfach Aufgabe.“

Zumal die Personalsituation weiter angespannt ist. Neben den Langzeitverletzten Charles Laprevotte (Schultereckgelenksprengung), Francesco Calabrese (Sprunggelenk) und Tim Dierßen (Kreuzbandriss) fällt auch Marco Fritscher aus. Der rechte Außenverteidiger hat sich in Elversberg einen Muskelfaserriss zugezogen. Die Saison ist für ihn damit wohl beendet. Unwahrscheinlich ist zudem der Einsatz von Elia Soriano, der nach einem Schlag in die Kniekehle weiter Probleme hat, und Ronny Marcos (Reizung der Achillessehne), der bis gestern nur Rehatraining absolviert hatte. „Es ist schmerzhaft, aber ich bin positiv gestimmt, zeitnah wieder spielen zu können“, sagt der Linksverteidiger.

Derweil steht nach Maurice Pluntke (1.FC Bocholt) der nächste Abgang zur neuen Spielzeit fest: Dominik Draband, vergangene Saison die klare Nummer eins im OFC-Tor, seit dieser Runde nur noch Ersatz hinter Stephan Flauder, kehrt zur TSG Hoffenheim II zurück. 2019 war er von der SV Elversberg zu den Kickers (23 Einsätze) gewechselt. (Von Christian Düncher)

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