Regionalliga Südwest

Wegen steigender Inzidenz: Neue Regeln für OFC-Spiel - VIP-Logen bleiben am Dienstag zu

„Er wird immer griffiger“: Stürmer Florent Bojaj (Mite), bislang dreimal als Joker eingewechselt, drängt in die Startelf der Offenbacher Kickers. Trainer Angelo Barletta erwägt daher einen Systemwechsel.
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„Er wird immer griffiger“: Stürmer Florent Bojaj (Mite), bislang dreimal als Joker eingewechselt, drängt in die Startelf der Offenbacher Kickers. Trainer Angelo Barletta erwägt daher einen Systemwechsel.

Dem OFC steht im Hessen-Duell gegen Spitzenreiter TSV Steinbach Haiger der erste Stresstest an. Trainer Barletta blickt der Herausforderung selbstbewusst entgegen.

Offenbach – Den Ärger über die extrem kurzfristige, erst zweieinhalb Stunden vor Anpfiff erfolgte Spielabsage bei der TSG Balingen haben die Spieler der Offenbacher Kickers schnell aus den Köpfen vertrieben. Der Fokus in den Trainingseinheiten am Samstag und Sonntag lag auf dem Topspiel am Dienstag (19 Uhr). Dann steht für den Fußball-Regionalligisten im Hessen-Duell gegen Spitzenreiter TSV Steinbach Haiger der erste richtige Stresstest an. Trainer Angelo Barletta sieht seine Mannschaft bereit für diese Aufgabe, „auch wenn Steinbach uns noch einen Mini-Schritt voraus ist“.

Gestern Abend bestätigte die Stadt Offenbach nach intensiven Telefonkonferenzen mit den Kickers-Verantwortlichen, dass trotz steigender Zahlen an Corona-Infektionen 3150 Zuschauer ins Stadion kommen dürfen. Laut dem Robert-Koch-Institut lag die Inzidenz der Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner am Sonntag bei 31,8. Ab einer Inzidenz von 35 werden weitere Maßnahmen nötig. Um aber Planungssicherheit zu erhalten, vereinbarten Stadt und OFC, dass es ausschließlich Sitzplätze im Freien mit Abstand zwischen den Gruppen geben wird. Diese können am Platz auch mit Getränken und Speisen versorgt werden. Das heißt konkret: Die Logen und der VIP-Raum bleiben geschlossen. VIPs dürfen nur auf der Haupttribüne das Spiel verfolgen.

Offenbach: OFC-Spiel am Dienstag mit neuen Regeln - Logen und VIP-Raum bleibt geschlossen

„Wir nehmen es, wie es kommt“, sagt OFC-Trainer Angelo Barletta zu den täglich neuen Corona-Meldungen rund um die Regionalliga und fokussiert sich rein auf die Aufgabe Steinbach Haiger. Das Team von Trainer Adrian Alipour, in der vergangenen Corona-Saison Tabellenzweiter hinter dem 1. FC Saarbrücken, habe laut Barletta vor allem einen Vorsprung an Erfahrung. „Sie haben in der letzten Saison schon einige Erkenntnisse gewonnen, die uns noch fehlen“, sagt er. Dazu sei das Team weitgehend zusammen geblieben, gezielt ergänzt worden. „Das ist eine hungrige Mannschaft, die den Gegner immer unter Druck setzen will und schnörkellos nach vorne spielt“, sagt Barletta.

Seit der 0:1-Niederlage beim VfR Aalen zum Saisonstart läuft die TSV-Maschine wie geölt. In vier siegreichen Partien kommt das Team um den früheren Offenbacher Kapitän Benjamin Kirchhoff auf 15:2 Tore. „Wir werden demütig an diese Aufgabe herangehen“, erklärt Barletta: „Aber wir sind auch gut drauf.“ 7:0 Tore in vier ungeschlagenen Spielen sind auch eine Marke. „Keine Rolle“ spielt für Barletta, dass der OFC nach der Spielabsage ausgeruhter sein könnte.

Topspiel am Dienstag: 3150 Zuschauer sind mit dabei - Barletta sieht OFC gut aufgestellt

Dass die Kickers nach dem Ausfall von Mittelfeldspieler Luka Garic, bei dem eine alte Syndesmoseband-Verletzung aufgebrochen ist, bereits sechs Ausfälle zu beklagen haben, stimmt den OFC-Coach nachdenklich. Neben Garic fallen Maurice Pluntke, Abu Bakarr Kargbo, Maik Vetter, Marco Fritscher und U19-Akteur Vincent Moreno Giesel meist längerfristig aus. Weil die Verletzungen aber unterschiedliche Gründe haben und zudem nicht muskulärer Art sind, sieht Barletta keinen Grund, die Trainingsmethodik anzupassen. Für das Topspiel am Dienstag vor 3150 Zuschauern sieht er den OFC dennoch gut aufgestellt.

Der letzte Sieg gegen den hessischen Rivalen gelang am 4. August 2017 (2:0). Damals verteidigte Kirchhoff noch für den OFC. Nur Serkan Firat (traf zum 2:0) und Vetter gehören heute noch zum OFC-Team. „Die Mannschaft hat richtig Lust auf dieses Spiel“, sagt Barletta. Das zeige sie in jeder Einheit. Wer für Garic im zentralen Mittelfeld aufläuft, lässt der Trainer offen. Luigi Campagna ist ein Kandidat. Ein anderer ist Tim Dierßen. Der 24-Jährige, zu Saisonbeginn nicht im Kader, dränge sich sehr auf, lobt der Kickers-Trainer. Und auch Florent Bojaj, Zugang vom bulgarischen Erstligisten Etar Tarnovo, präsentiere sich immer besser. „Er wird immer fitter und griffiger.“ Der OFC-Coach könnte so eine taktische Variation, weg vom 4-3-3, hin zum 4-4-2 mit Bojaj neben Mittelstürmer Mathias Fetsch in Erwägung ziehen. (Von Jörg Moll)

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