Kickers Offenbach

OFC: Zum ernsthaften Titelkandidaten gereift

Die Entscheidung in Homburg: OFC-Eigengewächs Denis Huseinbasic (rechts) dreht nach seinem Premierentor zum 2:1 jubelnd ab. Links: Marco Fritscher.
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Die Entscheidung in Homburg: OFC-Eigengewächs Denis Huseinbasic (rechts) dreht nach seinem Premierentor zum 2:1 jubelnd ab. Links: Marco Fritscher.

Seit neun Spielen ungeschlagen und nun der fünfte Siege in Folge: Kickers Offenbach ist spätestens seit dem heutigen 2:1 (0:0)-Erfolg im Nachholspiel beim FC Homburg ein ernsthafter Kandidat für den Titel in der Fußball-Regionalliga Südwest. Eigengewächs Denis Huseinbasic schoss den OFC mit seinem Premierentor zumindest vorerst auf Platz zwei.

Homburg – Die Offenbacher Kickers schwimmen in der Fußball-Regionalliga Südwest weiter auf einer Welle des Erfolgs und melden ernsthafte Ansprüche im Titelrennen an. Mit dem 2:1 (0:0)-Erfolg beim FC Homburg kletterte der OFC vorerst auf Rang zwei. Für die Kickers trafen in einem intensiven Spiel Davud Tuma (48.) und der eingewechselte Denis Huseinbasic (80.) mit seinem ersten Tor für die Profis.

Entsprechend glücklich war der 19-Jährige. „Es gibt nichts Schöneres, als in so einer Partie der Matchwinner zu sein und der Mannschaft so helfen zu können“, meinte der eingewechselte Mittelfeldspieler, der nach feinem Pass von Tunay Deniz mit der Pike in das kurze Ecke getroffen – und so den OFC zum fünften Sieg in Folge geschossen hatte.

Das Spiel in Homburg untermauerte die Entwicklung der Offenbacher in diesem Jahr. „Wir wollen das Spiel kontrollieren und das ist uns sehr gut gelungen“, lobte Kickers-Trainer Sreto Ristic. Auch nach dem unglücklichen Gegentor durch den gebürtigen Offenbacher Daniel di Gregorio (62./FE) blieben die Kickers cool, zogen ihr Spiel in Überzahl – Plattenhardt hatte die Gelb-Rote Karte gesehen – durch und kamen so verdient zum 13. Saisonsieg und zumindest bis heute auf Platz zwei. Für Joti Stamatopoulos, einst Co-Trainer der Kickers und nun Chefcoach in Homburg, ist sein Ex-Verein ein ernsthafter Titelkandidat: „Wenn der OFC so weiterspielt, bleibt er bis zum Schluss ganz oben dran.“

Ristic hatte sein Team gegenüber dem 1:0 bei der TSG Hoffenheim II auf drei Positionen verändert. Für Maik Vetter, Huseinbasic und Elia Soriano (alle Bank) begannen Marco Fritscher, Charles Elie Laprevotte (nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre) und der wiedergenesene Florent Bojaj. „Die Homburger haben viele torgefährliche Spieler“, hatte Ristic vor der Partie gewarnt. Und er sollte recht behalten. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe, agierten mit viel Tempo und phasenweise richtig guten Ballstafetten bei tollem Frühlingswetter im Homburger Waldstadion. Die Homburger hatten durch Damjan Marceta, Marco Hingerl und Philipp Hoffmann zu Beginn gute Gelegenheiten. Dann aber gewannen die Kickers immer mehr die Kontrolle. Was fehlte, war beim OFC zunächst die letzte Präzision im Angriff. Deniz versuchte es mit einem Heber aus großer Distanz (11.) - neben das Tor. Serkan Firats Schlenzer (36.) ging ebenfalls knapp vorbei. Mathias Fetsch traf zwar (41.), hatte sich aber zuvor regelwidrig Platz im Strafraum verschafft.

Hitzig und mit viel Tempo ging es auch nach dem Wiederanpfiff weiter. Und der OFC trumpfte weiter überlegt auf – und ging durch den stark aufspielenden Davud Tuma in Führung (49.). Nach Deniz’ Freistoßflanke verlängerte Fetsch den Ball eher ungeplant zum freien Offenbacher Linksaußen, der überlegt mit rechts ins linke Eck einschoss. Wenig später war Tuma an zwei weiteren spielentscheidenden Situationen beteiligt. Zweimal suchte er das Tempodribbling gegen Plattenhardt – und der Homburger Rechtsverteidiger sah zuerst Gelb (55.), zwei Minuten später dann Gelb-Rot. „Das ganze Spiel ist kaputt“, ärgerte sich Stamatopoulos lautstark, sollte aber doch noch mal Hoffnung schöpfen. Nach Foul von Sebastian Zieleniecki an Marceta gab es Strafstoß – und di Gregorio nutzte die Ausgleichschance (62.). Doch wie sehr die acht Spiele ohne Niederlage die Kickers haben reifen lassen, zeigte sich in der Folge: Völlig unbeeindruckt vom Rückschlag machten die Offenbacher weiter – und belohnten sich. Erst scheiterte Tuma noch mit einem tollen Volleyschuss an Salfeld (67.). Dann brachte ein Geniestreich von Deniz und Huseinbasic die erneute Führung: Deniz steckte brillant durch auf den eingewechselten 19-Jährigen – und der traf mit einem frechen Schuss ins kurze Eck zur erneuten Führung. Anschließend verteidigte der OFC mit Geschick und viel Souveränität die Führung.

Der einzige Wermutstropfen war die fünfte Gelbe Karte für Verteidiger Malte Karbstein, er fehlt am Samstag im Heimspiel gegen die TSG Balingen. Jene Mannschaft, gegen die der OFC kurz vor Weihnachten letztmals verlor (0:1) und seither in neun Spielen 21 Punkte holte. Eine überragende Entwicklung, die die Mannschaft lautstark in der Kabine zum unvermeidlichen „Wahnsinn“ von Wolfgang Petry feierte. (Von Jörg Moll)

FC Homburg - Kickers Offenbach 1:2 (0:0)

FC Homburg: Salfeld – Scholz, di Gregorio, Maier, Ristl – Plattenhardt, Sommer (83. Carl), Lienhard, Hingerl (66. Weiss), Hoffmann – Marceta (63. Dulleck)

Kickers Offenbach: Flauder (2) - Fritscher (2,5), Zieleniecki (3), Karbstein (3), Marcos (2) - Laprevotte (3,5; 64. Huseinbasic/2) - Firat (2,5), Deniz (2), Bojaj (3,5; 72. Soriano), Tuma (1,5; 78. Albrecht) - Fetsch (3)

Schiedsrichter: Satriano (Zell im Wiesental) - Tore: 0:1 Tuma (49.), 1:1 di Gregorio (62./FE), 1:2 Huseinbasic (80.) - Gelbe Karte: Marceta, Hingerl, Sommer, Lienhardt / Laprevotte (1), Bojaj (4), Tuma (2), Karbstein (5) - Gelb-Rote Karte: Plattenhardt (57./wiederholtes Foul) / -

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