Kickers Offenbach in der Corona-Krise

OFC lobt Hammer-Belohnung für „Geisterticket“-Käufer aus

Fans von Kickers Offenbach bietet sich eine vielleicht einmalige Chance: Sie können sich mit dem Kauf mehrer Geistertickets einen Platz auf dem Mannschaftsfoto sichern. 
+
Fans von Kickers Offenbach bietet sich eine vielleicht einmalige Chance: Sie können sich mit dem Kauf mehrer Geistertickets einen Platz auf dem Mannschaftsfoto sichern. 

Die Offenbacher Kickers brauchen derzeit jeden Cent. Fans bieten sich nun zwei vielleicht einmalige Chancen. 

  • Regionalliga Südwest setzt wegen der Corona-Krise den Spielbetrieb aus
  • Kickers Offenbach verkaufen Geisterspielticket - mit großem Erfolg
  • Nun können die OFC-Fans etwas gewinnen

Update vom Samstag, 25.04.2020, 12.17 Uhr: Die Offenbacher Kickers brauchen in der Corona-Krise weiter jede Hilfe, die sie bekommen können. Und die Fans waren fleißig: 5600 „Geistertickets“ für je 19 Euro das Stück hat der OFC schon verkaufen können, teilte der Verein am Freitag (24.04.2020) mit. Schluss sein soll aber noch lange nicht. Die Kickers haben zwei wohl einmalige Prämien für Ticker-Käufer ausgelobt: 

Wer bereits sieben oder mehr „Geistertickets“ gekauf hat, erhält zum Dank per WhatsApp eine Videobotschaft seines Kickers-Offenbach-Lieblingsspielers. Teilnehmer sollten einfach eine Mail an kunkel@ofc.de oder hammer@ofc.de, um die Kontaktdaten auszutauschen. Aber es wird noch besser. 

Kickers Offenbach: Fans können Platz auf Mannschaftsfoto erwerben

Auf dem offiziellen OFC-Mannschaftsfoto für die Saison 2020/21 werden neben den Spielern und dem Funktionsteam auch die 15 großzügigsten Käufer von „Geistertickets“ zu sehen sein. Alle 15 erhalten mit ihrem Platz zwischen den Spielern und einem kompletten Trikot-Set zwei „Andenken für die Ewigkeit“. Sieben Plätze gehen dabei an Privatpersonen, fünf Plätze an die Fanclubs sowie drei Plätze an Unternehmen.

Gezählt wird der Gesamtwert in Euro aller bereits gekauften und künftig noch zu erwerbenden „Geistertickets“. Alle Preiskategorien berücksichtigt. Jeden Dienstag und Freitag veröffentlichen die Offenbacher Kickers auf ihrer Homepage, auf Facebook sowie im OFC-Newsletter das aktuelle Ranking der fleißigsten „Geisterticket“-Käufer. Stichtag für das Ende der Aktion ist der 16. Mai 2020.

Kickers Offenbach: Rudi Völler kauft 100 Geistertickets

Update vom Montag, 06.04.2020, 16.46 Uhr: Rudi Völler unterstützt die Aktion und hat mal schnell 100 Geistertickets gekauft. Der Geschäftsführer Sport von Bayer Leverkusen ist in Hanau geboren und spielte bereits in der Jugend für Kickers Offenbach. Beim OFC wurde er dann auch Profi und war von 1977 bis 1980 auf dem Bieberer Berg aktiv.

Update vom Freitag, 27.03.2020, 19.03 Uhr: Bei seiner Geisterspielticket-Aktion hat Kickers Offenbach den nächsten Meilenstein erreicht und inzwischen mehr als 3000 Karten veräußert. Ab sofort verlost der Fußball-Regionalligist bei jedem 250. verkauften Geisterticket ein original OFC-Trikot. Auch die bereits verkauften Geistertickets werden dabei berücksichtigt.

Update vom Montag, 23.03.2020, 22.52 Uhr: Kickers Offenbach hat bei seiner Geisterspielticket-Aktion den nächsten Meilenstein erreicht: Die Marke von 2000 verkauften Karten wurde am Sonntag (22.03.2020) geknackt. Am Montagabend (23.03.2020) waren dann schon mehr als 2300 Tickets verkauft.

Kickers Offenbach (OFC): Auch OFC-Profis kaufen Geisterspielticket

Update vom Sonntag, 22.03.2020,15.40 Uhr: Auch die Spieler von Kickers Offenbach beteiligen sich an der Geisterspielticket-Aktion des OFC und haben 100 Karten im Wert von insgesamt 1901 Euro erworben. „Wir sind extrem beeindruckt, aber nicht überrascht, wie das Kickers-Umfeld auf diese schwierige Situation reagiert und den OFC unterstützt“, sagt Kapitän Maik Vetter. „Dadurch wird wieder mal deutlich, was für ein besonderer Verein wir sind. Es ist wie bei unseren Spielen: Zusammen sind wir am stärksten! Deshalb war für uns sofort klar: Auch wir unterstützen das Projekt und kaufen 100 Geisterspieltickets im Wert von 1901 Euro.“ (cd)

Auch Ex-Profi Jimmy Hartwig (u.a. einst Kickers Offenbach, Hamburger SV, 1860 München) unterstützt die Geisterspielticket-Aktion des OFC. Der gebürtige Offenbacher ruft in einem Video dazu auf, Karten zu kaufen. 

Update vom Donnerstag, 19.03.2020, 19.20 Uhr: Kickers Offenbach erfährt bei seiner Geisterspielticket-Aktion weltweite Unterstützung. Unter anderem hat eine Anhängerin von Benfica Lissabon eine Karte gekauft. Aber auch Fans anderer deutscher Klubs unterstützen den Fußball-Regionalligisten. "Nordkurve 12 Leverkusen", die Dachorganisation der Anhänger von Bayer 04 Leverkusen, erwarb sogar ein VIP-Geisterspielticket zum Preis von 1901 Euro. Auch Fans des KFC Uerdingen und des TSV 1860 München beteiligten sich an der Aktion, mit der der OFC seinen infolge der Corona-Krise zu erwartenden Einnahmeverlust minimieren will. Stand heute Mittag hatten die Kickers 1408 Geisterspieltickets verkauft. Ziel ist eine „volle Hütte“, also ein leeres, aber dennoch ausverkauftes Sparda-Bank-Hessen-Stadion. (cd)

Kickers Offenbach (OFC): 1000 Geistertickets verkauft 

Update vom Dienstag, 17.03.2020, 15.20 Uhr: Am vergangenen Donnerstag hatte der OFC die Aktion „Geistertickets“ ins Leben gerufen– und schon jetzt stellt sich heraus, dass die Aktion großen Anklang findet. Bereits gestern wurde das tausendste „Geisterticket“ verkauft. 

Der Verkauf der Tickets zum Preis von 19,01 Euro“ (oder reduziert zu Preisen von 5,- bzw. 10,- Euro sowie einem VIP-Ticket zu 190,10 Euro) via OFC-Online-Ticketshop geht natürlich weiter.

Die Kickers bieten für Menschen, die ihre Tickets nicht online buchen können/wollen oder Fragen zur Online-Buchung haben, nun auch einen persönlichen Service an. Als Ansprechpartnerin steht Eloise Hammer zur Verfügung – via E-Mail: hammer@ofc.de oder per Telefon 069 981901-17.

Update vom Freitag, 13.03.2020, 11.08 Uhr: Vor wenigen Minuten berichteten wir noch darüber, dass Kickers Offenbach Geisterspieltickets verkauft, jetzt ist das Spiel zwischen dem OFC und dem FC Homburg komplett abgesagt worden. Wie der Geschäftsführer der Regionalliga Südwest, Sascha Döther, in einer Mitteilung bekannt gibt, wird der Spielbetrieb der Regionalliga Südwest für die kommenden zwei Spieltage ausgesetzt. 

„Angesichts der dynamischen Lageentwicklung bei der Verbreitung des Corona-Virus - insbesondere auch im Gebiet der Regionalliga Südwest – hat die Spielkommission der Regionalliga Südwest soeben entschieden, den Spielbetrieb zunächst die kommenden 14 Tage in der Regionalliga Südwest auszusetzen“, heißt es in der Meldung. 

Die Regionalliga Südwest werde die weiteren Entwicklungen intensiv beobachten und sorgfältig prüfen, inwieweit eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Einklang mit den Empfehlungen beziehungsweise Vorgaben der maßgeblichen Behörden möglich sei.

Kickers Offenbach: Verein verkauft Geisterspieltickets

Update vom Freitag, 13.03.2020, 10.57 Uhr: Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach hat innerhalb weniger Stunden mehr als 400 Geisterspieltickets für die Partien verkauft, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollen. „Ich bin beeindruckt davon, wie unsere Fans mal wieder in einer Notsituation reagieren“, sagte OFC-Präsident Joachim Wagner heute Vormittag über den Zwischenstand der erst gestern Abend gestarteten Aktion.

Der Vereinsboss berichtete zudem von einem bemerkenswerten persönlichen Erlebnis. In der Nähe seines Büros habe ihn ein Mann angesprochen und ihm 50 Euro für die Geisterspielticket-Aktion in die Hand gedrückt. „Ich kannte ihn nicht. Er sagte, er sei zu alt und kenne sich mit dem Online-Ticket nicht aus“, so Wagner.

Erstmeldung vom Freitag, 13.03.2020, 08.10 Uhr: Offenbach – Das Stadtoberhaupt und das Vereinsoberhaupt verstehen sich gut und telefonieren regelmäßig. Am Mittwoch allerdings hatte Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke für Kickers Offenbachs Präsidenten Joachim Wagner keine positive Nachricht parat. 

„Er hat ja öfter einen langen Arbeitstag und rief mich spät an“, berichtet der OFC-Boss, der darüber informiert wurde, dass wegen der Coronavirus-Pandemie bis Karfreitag in Offenbach keine Freiluftveranstaltungen mit mehr als 1 000 Zuschauern stattfinden dürfen. Für die Kickers bedeutet das, dass mindestens die Heimspiele gegen den FC Homburg (Sa. , 14 Uhr), den TSV Steinbach-Haiger (27. 3. ) und den FSV Frankfurt (4. 4. ) zu Geisterspielen werden.

OFC-Boss: „Felix Schwenke musste eine Entscheidung treffen“

Wagner zeigt dafür grundsätzlich Verständnis. „Felix Schwenke musste eine Entscheidung treffen. Er steht in der Verantwortung und die Situation ändert sich jeden Tag massiv“, sagt der Vereinsboss, betont aber auch: „Für Regionalligisten ist so etwas hart. Und für uns ist es sogar sehr hart. Wir leben wie fast kein anderer Club vom Support der Fans, die Heimspiele zu einem echten Vorteil machen. Dieses Vorteils wurden wir nun beraubt.“ 

Hinzu gesellen sich gravierende finanzielle Nachteile. „Zuschauereinnahmen sind für Regionalligisten extrem wichtig“, stellt Wagner klar. „Erst- und Zweitligisten erhalten hohe Fernsehgelder, wir nicht. Die Kosten laufen aber weiter.“ Auch für das Stadion. „Und die sind bei uns nicht die geringsten“, stellt Wagner klar. Die Miete muss beispielsweise auch bei einem „Geisterspiel“ gezahlt werden. Und niemand weiß, wie lange dieser Zustand anhält. „Erst mal bis Karfreitag. Aber wie geht es danach weiter?“

Geisterspiel bei den Kickers Offenbach: Was passiert mit den Dauerkarten?

Den Präsidenten beschäftigen aber noch andere Themen. So habe er zum Beispiel mit Blick auf die rund 3500 Dauerkarten-Inhaber „ein ungutes Gefühl. Denn wir haben etwas verkauft, was wir nicht bieten können“. Wagner geht jedoch davon aus, dass die Anhänger Verständnis für die Situation zeigen. „Unsere Fans sind intelligent und erkennen, welche Folgen Geisterspiele für uns haben. Ich glaube, dass wir von ihnen eine große Hilfsbereitschaft erwarten können.“ Zum Beispiel durch Geisterspieltickets, die es auch auf Wunsch der Anhänger für fünf, zehn oder 19,01 Euro im Online-Ticketshop der Kickers zu kaufen gibt. Davon, sich am Spieltag vor dem Stadion zu versammeln und von dort aus Stimmung zu machen, rät Wagner aber ab: „Das würde den Sinn verfehlen. Man sollte die Entscheidung akzeptieren. Es geht nicht um die jungen Leute, sondern um die alten und kranken.“

Dem Vereinsboss ist durchaus bewusst, dass die Hilfsbereitschaft der Anhänger wohl nicht genügen wird, um die finanziellen Ausfälle zu kompensieren. „Uns trifft es potenziell am härtesten“, sagt er. Zu möglichen Hilfsfonds (zum Beispiel vom DFB oder aus der Politik) will er sich nicht äußern: „Das wäre jetzt zu viel Aktionismus.“ Die Kickers werden die Angelegenheit jedoch juristisch prüfen lassen. „Der OFC hat ja nicht entschieden, dass ohne Zuschauer gespielt wird. Es wurde uns untersagt. Uns trifft da keine Schuld. Aber das ist ein sehr komplexes Thema“, erklärt Kickers-Geschäftsführer Thomas Sobotzik.

Kickers Offenbach: Ausnahmesituation schlägt aufs Gemüt

Die Ausnahmesituation hat dem 45-Jährigen aufs Gemüt geschlagen. „Ich bin mitgenommen. Es fällt mir schwer, mich aufs Wesentliche zu konzentrieren.“ Zumal die sportlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen „dramatisch“ seien, so Sobotzik. „Wir sind ein Verein, der von den Fans lebt, für die Fans arbeitet und von den Fans finanziert wird. Aber ich bin überzeugt, dass der Club stark genug ist, das mit seinen Fans uns Partnern zu meistern.“ 

Obwohl bis gestern Nachmittag keine offizielle Verfügung der Stadt vorgelegen habe, wurde umgehend damit begonnen, alles für die Durchführung eines Spiels „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ in die Wege zu leiten, berichtet Sobotzik. Bis auf die zwei Mannschaften und deren Betreuerstab dürfen „nur einige wenige Leute“ am Samstag gegen Homburg ins Stadion, darunter Club-Offizielle wie Präsident und Geschäftsführer sowie vereinzelte Journalisten. Auch bei Angehörigen der Spieler gibt es keine Ausnahmen. Die Begegnung findet zudem ohne Balljungen statt.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare