Streit um Vertrag

Ex-OFC-Stürmer Moritz Hartmann klagt wegen Corona gegen Kickers Offenbach

Der nächste Fall für die Justiz: Moritz Hartmann (links) trifft sich am 21. August vor dem Offenbacher Arbeitsgericht mit seinem Ex-Verein OFC. Dort hatte bereits Nejmeddin Daghfous (rechts) mit seiner Klage gegen die fristlose Kündigung keinen Erfolg.
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Der nächste Fall für die Justiz: Moritz Hartmann (links) trifft sich am 21. August vor dem Offenbacher Arbeitsgericht mit seinem Ex-Verein OFC. Dort hatte bereits Nejmeddin Daghfous (rechts) mit seiner Klage gegen die fristlose Kündigung keinen Erfolg.

Gerichtstermin für die Führung von Kickers Offenbach: Der ehemalige OFC-Profi Moritz Hartmann hält eine Klausel für nichtig und pocht auf seinen Vertrag.

Offenbach – Wenige Wochen nach dem gewonnenen Arbeitsgerichtsprozess im Fall Nejmeddin Daghfous steht Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach überraschend der nächste Termin vor der Offenbacher Kammer ins Haus. Geschäftsführer Thomas Sobotzik bestätigte, dass Moritz Hartmann, bis Juni des Jahres beim OFC unter Vertrag, Klage auf Fortführung des Vertragsverhältnisses eingereicht hat.

Ein erster Gütetermin ist für den 21. August vor dem Offenbacher Arbeitsgericht anberaumt. Dr. Horst Kletke, der die Kickers schon im Fall Daghfous erfolgreich vertrat, erklärte unmissverständlich, dass sein Mandant, die Profi GmbH des OFC, zu keinerlei Kompromissen bereit sei. „Wir sehen uns in vollem Umfang im Recht“, erklärte der Frankfurter Anwalt.

Moritz Hartmann vs. Kickers Offenbach: Streitpunkt Saison-Abbruch wegen Corona

Hartmanns Argumentation: Aufgrund der wegen der Corona-Pandemie abgebrochenen Saison habe er nicht die Anzahl an Spielen erreichen können, mit der eine Verlängerung um ein Jahr greift. Daher will er nun vor Gericht klären lassen, ob sein Vertrag nicht ein weiteres Jahr gültig ist. Kletke hält das für nicht stichhaltig. „Corona kann und muss nicht für alles herhalten. Der Trainer hat die Entscheidungshoheit darüber, wen er einsetzt.“

Hartmann (34), zuvor beim Drittligisten SC Fortuna Köln, war am 30. August 2019 verpflichtet worden, bestritt bis zum corona-bedingten Abbruch der Saison zwölf Partien (vier Tore, zwei Vorlagen). Beim letzten Auftritt des OFC am 9. März (2:0-Sieg in Elversberg) verzichtete Trainer Angelo Barletta auf eine Einwechslung des früheren Ingolstädter Bundesliga-Torjägers. Bei wievielen Einsätzen sich der Vertrag von Hartmann verlängert hätte, wollte man beim OFC nicht bekanntgeben.

Moritz Hartmann klagt gegen Kickers Offenbach: „Trifft uns menschlich hart“

„Das trifft uns menschlich hart“, sagt Sobotzik: „Wir hatten rechtzeitig und offen ein Gespräch mit ihm geführt und ihm mitgeteilt, dass wir nicht mehr mit ihm planen.“ Das Gespräch habe im Mai stattgefunden, als längst noch nicht klar war, ob die Saison überhaupt zu Ende gespielt werden konnte. Sobotzik hatte gemeinsam mit Trainer Angelo Barletta sportliche Gründe für die Entscheidung angegeben.

Hartmann, der mittlerweile für den Eifel-Kreisligaklub SV Rhenania Bessenich kickt, habe sich damals verständlicherweise enttäuscht gezeigt, dann aber sogar ausdrücklich darum gebeten, die letzten beiden Trainingswochen nicht mehr bestreiten zu müssen.

Sobotzik gegenüber hatte Hartmann erklärt, dass ihm die Motivation fehle und er lieber in seiner Heimat Köln bleibe. Der OFC-Geschäftsführer entsprach diesem Wunsch nach einem weiteren Gespräch schließlich - und zeigt sich nun schwer enttäuscht über Hartmanns Vorgehen: „Ich dachte eigentlich, dass wir nach dem Fall Daghfous alle Altlasten beseitigt hätten. Jetzt müssen wir uns wieder mit so etwas beschäftigen.“ (Von Jörg Moll)

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