Vom Sorgenkind zum Vorzeigeobjekt

OFC-Leistungszentrum steigt in Kategorie II auf

Offenbachs Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke (links) und Alfred Kaminski, Leiter des OFC-Leistungszentrums.
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Freuen sich über den Aufstieg des OFC-Leistungszentrums (LZ) in die Kategorie II: Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke (links) und LZ-Leiter Alfred Kaminski.

Es ist eine durchaus beeindruckende Entwicklung, die das Leistungszentrum (LZ) der Offenbacher Kickers hinter sich hat: Von einem Problemfall zum gelobten Vorzeigeobjekt in nicht mal einem Jahr.

  • Das Leistungszentrum der Kickers Offenbach steigt in Kategorie II auf.
  • Das bedeutet mehr Geld für die Kickers vom DFB, aber längst nicht so viel wie in der Regionalliga.
  • In Zukunft will der OFC weiter auf Nachwuchs setzen.

Offenbach - Wie der OFC mitteilte, stieg das LZ, dem vor einem Jahr noch die Aberkennung dieses Status drohte, nach den neuen Bewertungskriterien des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) von einem sogenannten „Leistungszentrum im Aufbau“ (Kategorie III) zu einem „Leistungszentrum der Kategorie II“ auf. Das sei „ein wichtiger Sprung“, sagte LZ-Leiter Alfred Kaminski. Und Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke sprach bei der Bekanntgabe des laut OFC „herausragenden Ergebnisses“, die einherging mit der Einweihung der neuen Flutlichtanlage im Sportzentrum Wiener Ring, davon, dass dies „für Fußball-Offenbach ein kleiner Feiertag“ sei.

„Man muss auch sehen, zu wem wir in Konkurrenz stehen und mit welchen Mitteln wir arbeiten“, merkte Peter Roth, der beim OFC für den Nachwuchsbereich zuständige Vizepräsident, an. Die Kickers befinden sich nun in der Kategorie, die Vorgabe für alle Zweitligisten ist. Jedoch erhalten diese für ihr LZ von der Deutschen Fußball Liga (DFL) einen Zuschuss, der fünfmal so hoch ist wie der, den der OFC als Regionalligist vom DFB bekommt.

Kickers Offenbach: Zweitligisten bekommen deutlich mehr Geld

In Zahlen ausgedrückt. Die Kickers, die bislang 50 000 Euro pro Jahr erhielten, dürfen sich nun über eine Förderung in Höhe von rund 100 000 Euro freuen. Zweitligisten, die ein LZ der Kategorie II haben, bekommen hingegen 500 000 Euro. „Das ist ungefähr das, was wir als Gesamtbudget haben“, erklärt Roth. Dennoch sei man in Sachen LZ „auf dem gleichen, beziehungsweise teilweise sogar auf einem besseren Niveau als Zwei- und Drittligisten“. Das sei bemerkenswert, weil vor circa zehn Monaten „noch große Hürden zu überwinden waren“, um überhaupt den Status als LZ zu wahren.

Aus diesem Grund wurde damals Kaminski zurückgeholt, zunächst als Berater, seit Januar 2020 als LZ-Leiter. Bis zum Abschluss des Lizenzierungsverfahrens am 1. Juli habe man vor allem die finanziellen Mittel anders verwendet und den Einsatz des Personals optimiert, sagte der 56-Jährige. Das machte sich bezahlt. „Das Präsidium ist stolz und glücklich, dass unser Team im LZ unter der Führung von Alfred Kaminski dieses Ergebnis erzielt hat“, lobte Roth und dankte auch der Stadt, ohne deren Unterstützung das alles nicht möglich gewesen wäre.

Offenbacher Talente gesucht: Kickers setzen auf den Nachwuchs

Schwenke nahm erfreut zur Kenntnis, dass die in den vergangenen Jahren immer wieder gemachte Ankündigung der Kickers, mehr auf den Nachwuchs zu setzen, inzwischen „ernsthaft und professionell angegangen“ wird. Umso wichtiger sei die Jugendarbeit der anderen Vereine in der Stadt, damit künftig „auch Offenbacher Talente den Weg ins OFC-Leistungszentrum finden“.

Für Kaminski ist das gute Ergebnis „Verpflichtung und Ansporn, diesen Standard zu halten und uns weiterzuentwickeln“. Er betonte: „Wir sind noch lange nicht am Ende.“ Unter anderem soll zusätzlicher Arbeitsraum am Wiener Ring geschaffen werden. „Anträge für Modullösungen wurden gestellt“, sagte Roth. „Wir müssen weitere Strukturen schaffen.“ Kaminski hofft, mit der Hemann-Hesse-Schule in Obertshausen den Status „Eliteschule des Fußballs“ zu erhalten. Darüber entscheiden muss das Innenministerium. Von Christian Düncher

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