Viertelfinale erreicht

Hessenpokal: OFC ringt Alzenau nieder – Joker Matias Pyysalo trifft in Verlängerung

+
Und plötzlich scheint über dem OFC wieder die Sonne: Matchwinner Matias Pyysalo (vorne) dreht nach seinem Tor zum 1:0 in der 103. Minute jubelnd ab. Dahinter feiern die Mit- und Ersatzspieler den Treffer im Hessenpokal-Achtelfinale beim Ligarivalen FC Bayern Alzenau. 

Die Offenbacher Kickers haben gegen Alzenau das Viertelfinale im Hessenpokal erreicht. Doch einfach war dieses Spiel nicht. Entsprechend groß war die Erleichterung nach dem Spiel. 

Alzenau – Wer wissen will, wie Erleichterung aussieht, hätte am Samstagnachmittag nur in die Gesichter der Spieler und Verantwortlichen der Offenbacher Kickers schauen müssen. „Man hat gesehen, gemerkt und gehört, wie viel Last von den Schultern gefallen ist“, sagte der neue Geschäftsführer Thomas Sobotzik nach dem Hessenpokal-Achtelfinale bei Regionalligarivale FC Bayern Alzenau, das sein Team in der Verlängerung mit 1:0 gewonnen hatte. Und Abwehrspieler Francesco Lovric ergänzte lächelnd: „Der Sieg war wichtig für die Moral, die vergangenen Wochen waren nicht einfach. “.

Fünfmal in Folge hatten die Kickers zuvor nicht gewonnen, unter anderem das Ligaduell gegen Alzenau verloren (0:2). „Doch diesmal war das Glück auf unserer Seite“, sagte Lovric. In der Tat lief auf einmal wieder vieles für den OFC. Nicht die Kickers, in dieser Saison oft durch Platzverweise geschwächt, beendeten das Spiel in Unterzahl, sondern der Gegner. Im Gegensatz zum jüngsten 1:1 beim FC Gießen kassierte der OFC diesmal auch nicht spät den Ausgleich, sondern verhinderte diesen dank Torhüter Mario Seidel sowie der Latte. Auch die Ausfälle machten sich diesmal nicht negativ bemerkbar. Im Gegenteil: Interimscoach Steven Kessler hatte ein glückliches Händchen.

Thomas Sobotzik lobt Spielweise von Kickers Offenbach (OFC)

An der Fortune alleine lag es freilich nicht, dass der OFC gewann. Die Mannschaft habe die „Grundtugenden“ gezeigt, lobte Sobotzik. Phasenweise sei zwar „Verkrampftheit“ zu spüren gewesen, die Mannschaft habe aber „sehr diszipliniert gespielt, mit Leidenschaft und Wille“, sagte der neue starke Mann der Kickers. Zudem war der OFC diesmal besser auf den Gegner eingestellt, wie Angelo Barletta zugab. „Offenbach war klarer in den Aktionen. Wir hatten keine Räume und haben es zu kompliziert gemacht“, so Alzenaus Trainer.

Dennoch war die Partie lange offen. Der OFC hatte zwar etwas mehr vom Spiel, Chancen gab es auf beiden Seiten jedoch kaum. Eine der entscheidenden Szenen ereignete sich kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit. Alzenaus bereits verwarnter Außenverteidiger Robert Schick rannte vor den Ersatzbänken Luigi Campagna über den Haufen und sah daher Gelb-Rot. „Das kreide ich mir an“, sagte Barletta. „Im letzten Spiel habe ich ihn geschützt, diesmal habe ich es verpennt. Er musste sich einiges anhören.“ In der Tat war Schick von den OFC-Fans von Beginn an ausgepfiffen und beleidigt worden. Es war die Reaktion auf sein Verhalten vor zwei Wochen, als er sein Tor mit einer provokanten Geste bejubelt und in der Halbzeitpause OFC-Spieler Kevin Pezzoni auf übelste Weise bepöbelt hatte.

Kickers Offenbach (OFC): Kapitän Richard Weil rückt ins Abwehrzentrum 

Pezzoni fehlte diesmal aufgrund muskulärer Probleme, ebenso Lucas Albrecht. Da zudem Gerrit Gohlke erkrankt ausfiel, stand in Francesco Lovric nur noch ein etatmäßiger Innenverteidiger zur Verfügung. Richard Weil rückte dafür vom Mittelfeld ins Abwehrzentrum. Der Kapitän, der diese Position aus vorherigen Stationen kennt, machte seine Sache gut. Auch Kesslers andere Personalentscheidungen gingen auf. Joker Matias Pyysalo traf in der Verlängerung nach einer Ecke, als der von Lovric verlängerte Ball von ihm ins Tor prallte.

Auf der Gegenseite rettete Mario Seidel, bislang nur in Kreispokal- und Testspielen eingesetzt, den Sieg, als er einen Schuss aus kurzer Distanz an die Latte lenkte. „Die Parade war überragend, sonst schauen wir uns blöd an“, sagte Lovric und gab zu: „Es war ein dreckiger Sieg. Aber wir wussten, dass im Pokal der gewinnt, der es mehr will. Wir sind eine Runde weiter und haben den Traum aufrechterhalten.“

Steven Kessler: Kickers Offenbach (OFC) als Team aufgetreten 

Für Interimstrainer Steven Kessler („Wir haben mutig eröffnet, wenig zugelassen und es in Überzahl nach Hause gebracht“) war zudem wichtig, „dass wir als Team aufgetreten sind und uns belohnt haben“. Sobotzik freute sich unterdessen darüber, „dass wir auf diese Weise gewonnen haben. Wir wissen, dass wir besser spielen können und müssen. Aber gerade, weil der Sieg so hart erkämpft war, hoffe ich, dass er Auftrieb gibt für Liga.“

Drei Punktspiele stehen bis zur Winterpause noch an. Zudem soll das Viertelfinale bei Ligarivale FC Gießen noch in diesem Jahr stattfinden. Ob das klappt, ist unklar. Der kommende Mittwoch war im Gespräch, fällt aber flach, zumal es in Gießen kein Flutlicht gibt. Den 14. Dezember lehnen die Kickers ab, weil das Stadion auf dem Bieberer Berg frühzeitig für das Eishockey-Wintergame am 14. Dezember umgebaut wird und der OFC dann keine gescheite Möglichkeit mehr habe, sich auf den Pokal vorzubereiten.

Von Christian Düncher

In der Verlängerung des Pokalspiels, dass für die Offenbacher Kickers mit dem Einzug ins Viertelfinale endete, kam es jedoch zu unschönen Szenen. Daniel Endres, der bis zum Ende der vergangenen Saison den Kasten der Kickers hütete, wurde von den Gästefans bespuckt

Kaum sinken die Temperaturen, avanciert der Finne Matias Pyysalo bei Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach zum Torjäger vom Dienst. Man könnte auch sagen: Es ist sein Wetter. Und das macht sich prompt bemerkbar.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare