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Offenbacher Kampf gegen Torflaute - Kreispokal gegen Gravenbruch 

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Nejmeddin Daghfous (Mitte) ist mit drei Treffern bester Schütze der Offenbacher Kickers in dieser Saison. Alle neun Tore in der Liga erzielte der OFC erst in der zweiten Hälfte. 

Für den A-Ligisten SSG Gravenbruch ist es das Spiel des Jahres, für die Offenbacher Kickers die Gelegenheit, eine Premiere in Pflichtspielen in dieser Saison zu schaffen. 

Offenbach – In acht Punktspielen gelang es dem Fußball-Regionalligisten bislang noch nie, in der ersten Hälfte ein Tor zu erzielen. In der 2. Runde des Offenbacher Kreispokals wird OFC-Trainer Daniel Steuernagel am Mittwoch (19. 30 Uhr) mit einer gemischten Mannschaft aus Profis mit bislang wenig Spielpraxis und Akteuren aus der U19-Bundesliga antreten.

Sead Mehic kommt die in den Neu-Isenburger Sportpark verlegte Partie gar nicht ungelegen. „Da kann sich der eine oder andere wieder Selbstvertrauen holen“, hofft der Sportdirektor. Nach nur einem Punkt und einem Treffer in den vergangenen drei Spielen ist die Unruhe im Umfeld der Kickers groß. Auch Mehic lässt das nicht kalt. „Ich bin selbst unzufrieden“, sagt er: „Wir spielen derzeit keinen attraktiven Fußball, es gelingt uns vor allem nicht, Tore zu schießen. Das ist unser Manko und das kann nicht unser Anspruch sein.“ Was in den ersten fünf Partien zumindest nach der Pause immerhin neunmal gelang, will in den ersten 45 Minuten einfach gar nicht klappen. Mehic: „Dabei würde es uns guttun, wenn wir mal in Führung gehen.“ Auch das gelang dem OFC in dieser Spielzeit in acht Partien nur dreimal - an den ersten drei Spieltagen: beim 2:0 gegen Ulm, beim 2:1 in Freiburg und beim 1:1 gegen Aalen am dritten Spieltag. „Dass die Offensive nicht gut funktioniert, haben alle gesehen“, betont auch Mehic und fordert daher: „Eine Entwicklung muss sichtbar werden.“

OFC: Keine Trainerdiskussion

An einer Trainerdiskussion beteiligt sich auch Mehic nicht. Das Vertrauen in Daniel Steuernagel ist unvermindert vorhanden, das hört Mehic auch aus den Gesprächen mit dem Präsidium und dem Aufsichtsrat heraus. „Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir in drei Jahren aus der Liga rauswollen, dann können wir nicht nach acht Wochen alles in Frage stellen“, meint der Ex-Profi: „Ich hätte mir natürlich auch gewünscht, dass es nach der Euphorie des guten Starts so weiterläuft. Aber so einfach ist das eben nicht“, sagt er und verweist auf das Beispiel SV Elversberg. Die Saarländer hatten nach dem 3:0 beim OFC zweimal in Folge verloren - 1:3 in Hoffenheim und 2:3 gegen Homburg. „Aber es bringt einfach nichts, nach anderen zu schauen. Wir müssen weiterarbeiten und den Trend stoppen - am besten schon am Samstag in Steinbach.“ Der Tabellenzweite ist nach sechs Spielen ohne Niederlage (16 Punkte) längst am OFC vorbeigezogen, hat fünf Zähler Vorsprung. Höchste Zeit also für ein neues Lebenszeichen der Kickers.

Mehic ist trotz des Negativtrends der letzten drei Spiele von der Qualität des runderneuerten Kaders überzeugt. „Wir müssen aber mehr PS auf den Platz bringen und die Qualität auch abrufen“, fordert er und zählt dann Basistugenden auf: einfacher Fußball spielen, mutiger in der Offensive sein, mehr Tempo und Genauigkeit ins Passspiel bekommen. „Wir müssen an den Automatismen arbeiten“, betont er.

OFC: Kreispokal gegen Gravenbruch

Gelegenheit dazu gibt es für einige der Profis am Mittwoch in Neu-Isenburg. Gegner SSG Gravenbruch freut sich schon auf das zweite „Highlight des Jahres nach dem Aufstieg in die A-Liga“, wie Trainer Danny Frank sagt: „Für Dienstag haben sich 21 von 23 Spielern meines Kaders fürs Training angesagt“, sagt er. Die Planungen für die Organisation der Partie in Neu-Isenburg laufen auch auf Hochtouren. Frank empfindet es als „großen Gewinn für den Wettbewerb“, dass die Kickers dabei sind. „Die Zuschauereinnahmen werden zwar geteilt, aber die Einnahmen drumherum helfen uns sehr weiter“, sagt Frank. Nicht nur bei den Spielern, auch bei den Verantwortlichen aus Gravenbruch ist die Vorfreude auf das „Spiel des Jahres“ riesig.

VON JÖRG MOLL

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Quelle: op-online.de

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