"Positiv, Jungs" 

Steven Kessler spielt bei den Offenbacher Kickers eine Doppelrolle 

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Stressige Tage garantiert: Steven Kessler (links) wird bis auf Weiteres die U19 und die Profis des OFC trainieren.

Bei den Offenbacher Kickers will sich Interimscoach Steven Kessler vor seiner Premiere gegen RW Koblenz nicht äußern. Ihn erwarten stressige Tage. 

Offenbach – Mit schwarzer Trainingskleidung, einem freundlichen Lächeln und fokussiertem Blick: So begann Steven Kessler gestern seine erste Trainingseinheit bei den Profis des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach. Nach einer intensiven Mannschaftsansprache außer Hörweite des runden Dutzends an Zaungästen stellte der 44-Jährige schnell die Arbeit mit Ball in den Fokus. 

Schnelle Passfolgen mit ganz wenigen Kontakten sollten drei kleine Teams auf stark verkürztem Feld absolvieren. „Gut gemacht, aber beim nächsten Mal wird es besser“, forderte Kessler, der bislang lediglich einmal ein Männerteam coachte: von Juli 2011 bis Dezember 2012 war er beim damaligen Kreisoberligisten SG Nieder-Roden als Cheftrainer verantwortlich. Davor und danach trainierte er nur Jugendteams beim FC Bayern Alzenau, der SG Rosenhöhe und dem OFC.

Präsentieren die Offenbacher Kickers schon nächste Woche einen Nachfolger für Daniel Steuernagel?

Für den 44-Jährigen werden es intensive Tage bei den Kickers. Neben den Profis wird er parallel weiterhin seiner Aufgabe als Coach des U19-Bundesligateams nachgehen. Heißt für Kessler: Am Samstag steht die nach vier sieglosen Spielen in Folge wegweisende Partie in der Regionalliga gegen TuS Rot-Weiß Koblenz auf dem Programm. Am Sonntag (12 Uhr) das Auswärtsspiel in der U19-Bundesliga beim 1. FC Kaiserslautern. „Zeitlich kollidiert das ja nicht“, betonte OFC-Geschäftsführer Andreas Herzog. Kessler hat sich bei seinem Arbeitgeber, einer Frankfurter IT-Firma, Urlaub genommen. Klar ist: Es wird eine Aufgabe mit zeitlich eng begrenztem Horizont - und das nicht nur, weil Kessler maximal drei Monate ohne die nötige A-Lizenz in der Regionalliga arbeiten darf.

Es spricht sehr viel dafür, dass der OFC schon zu Beginn der nächsten Woche einen Nachfolger für den am Dienstag freigestellten Daniel Steuernagel präsentieren wird. Wer das sein wird und wer ihn als Assistent begleiten wird, darüber kann aktuell nur spekuliert werden. Herzog äußerte sich nicht zu gehandelten Namen wie Hans-Jürgen Boysen, Reinhard Stumpf, Rudi Bommer oder Tomas Oral.

"Positiv, Jungs": Steven Kessler motiviert die Mannschaft des OFC in den ersten Trainingseinheiten 

Hält der OFC seinen Zeitplan ein, wäre Kessler seine Doppelrolle bis zum prestigeträchtigen Duell in der U19-Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt am Mittwoch (18 Uhr, Hahn-Air-Sportpark Dreieich) wieder los.

Beim Training der Profis – gestern fehlten nur die schon länger verletzten Richard Weil, Luka Garic und Leonidas Tiliudis – wird Kessler aktuell vom seitherigen Fitnesscoach Alex Konjevic unterstützt. Das Torwarttraining leitet wie immer Rene Keffel. Bei der ersten Einheit gestern Morgen unterbrach Kessler einige Male die Übungen, korrigierte, motivierte und spornte an. „Positiv, Jungs“, forderte er während des finalen Trainingsspiels über den gesamten Platz: „Ich bin da, um euch zu helfen, ihr müsst es umsetzen.“

Erste Andeutungen: So könnten die Offenbacher Kickers am Samstag gegen RW Koblenz auflaufen

Ein erstes Indiz, wer am Samstag gegen Koblenz für die gesperrten Defensivspieler Lucas Albrecht (Gelb-Rot) und Luigi Campagna (Gelb-Sperre) auflaufen könnte, deutete sich im Trainingsspiel an. In der Innenverteidigung der A-Elf spielte Gerrit Gohlke neben Kevin Pezzoni, in der Mittelfeldzentrale agierten Maik Vetter und Francesco Lovric. Auf den Außenbahnen durften Manolo Rodas (links) und Jakob Lemmer (rechts) ran. Moritz Hartmann und Nejmeddin Daghfous bildeten den Angriff. In der B-Elf stürmte der seither gesetzte Moritz Reinhard neben Andis Shala. Schon gestern wurde klar, was Kessler bis Samstag von seiner Mannschaft fordert. „Ich möchte, dass ihr Fußball spielen wollt“, betonte er während einer Unterbrechung des Trainingsspiels: „Und ich will Struktur sehen.“

Erstes OFC-Training mit Steven Kessler - Bilder

Wie sehr der Fokus auf diesen wenigen Einheiten bis Samstag liegt, wurde schnell deutlich. „Ich möchte mich nicht äußern“, betonte Kessler nach seiner Premiere als Interimscoach der Regionalliga-Profis und wiegelte sämtliche Presseanfragen entschlossen ab. Geschäftsführer Andreas Herzog zeigte Verständnis dafür. „Steven will sich auf seine Arbeit konzentrieren“, erklärte er und verwies auf die heutige Spieltagspressekonferenz.

Von Jörg Moll

Quelle: op-online.de

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