Prunkstück Defensive vor erneutem Umbau

Vetters Ampelkarte und Karbsteins Oberschenkel bereiten Trainer Ristic Sorgen

„Das darf mir nicht passieren“: Offenbachs Rechtsverteidiger Maik Vetter, hier gegen Walldorfs Jonas Weik, ging nach seiner Gelb-Roten Karte hart mit sich ins Gericht.
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„Das darf mir nicht passieren“: Offenbachs Rechtsverteidiger Maik Vetter, hier gegen Walldorfs Jonas Weik, ging nach seiner Gelb-Roten Karte hart mit sich ins Gericht.

318 Minuten lang hat Stephan Flauder nicht mehr hinter sich greifen müssen. Der Kapitän und Torwart der Offenbacher Kickers steht wie schon in der vergangenen Saison (32 Gegentore in 42 Spielen) hinter der besten Abwehr der Fußball-Regionalliga Südwest.

Offenbach – Das ist umso bemerkenswerter, da es zuletzt einige Ausfälle in der Defensive zu kompensieren galt. Lediglich viermal in sieben Partien holte Stephan Flauder den Ball in dieser Spielzeit aus dem Netz, letztmals hinter sich greifen musste er in der 42. Minute des Spiels beim FC Rot-Weiß Koblenz. Seither stand in drei Spielen in Folge die Null. Das ist umso bemerkenswerter, weil Trainer Sreto Ristic die Defensive zuletzt öfter umbauen musste, als ihm lieb war.

„Wir haben leider einige Ausfälle, das ist nicht so schön“, sagte er. Linksverteidiger Ronny Marcos hatte zwei Partien wegen eines in Koblenz erlittenen Bänderrisses verpasst, gegen Walldorf aber wieder im Kader gestanden. Weil Davud Tuma, gelernter Linksaußen, hinten links stark auftrumpfte und mit Rafael Garcia ein spielstarkes Tandem bildete, fiel Marcos’ Fehlen aber erstaunlich wenig ins Gewicht.

Am Samstag (14 Uhr) im Topspiel beim FSV Mainz 05 II wird Ristic erneut zum Umbau seiner Defensive gezwungen sein. Rechtsverteidiger Maik Vetter fehlt nach seiner Gelb-Roten Karte in der Schlussphase gegen Astoria Walldorf sicher. Zudem ging Innenverteidiger Malte Karbstein kurz vor der Pause mit einer Oberschenkelverhärtung angeschlagen raus. „Mal sehen, wie sich das die Tage entwickelt“, sagte Ristic.

Vor allem Vetter war nach der Partie trotz des souveränen Sieges ziemlich zerknirscht. „Das war eine dumme Gelb-Rote Karte“, räumte er ein und ging hart mit sich selbst ins Gericht: „Das darf mir nicht passieren. Damit habe ich die Mannschaft geschwächt und ein stückweit auch im Stich gelassen.“ In der 31. Minute hatte er nach einem taktischen Foul Gelb gesehen, in der 79. Minute ging er ebenfalls in der gegnerischen Hälfte zu rustikal in den Zweikampf. „Beide Fouls waren unnötig und dumm“, ärgerte sich Vetter: „Das muss ich anders lösen.“ Die insgesamt souveräne Schiedsrichterin Karoline Wacker zögerte zunächst, zeigte dann aber doch die Ampelkarte. Für Ristic eine zu harte Entscheidung: „Es gab in diesem Spiel viel härtere Fouls.“

Für Vetter ist es ein Rückschlag im Kampf um seine Position im Team. Gerade hatte sich der 30-Jährige hinten rechts mit seiner Dynamik, Zweikampfstärke und Einsatzfreude einen Platz erkämpft. Gegen Hoffenheim hatte er mit einer überragenden Vorarbeit zum Siegtor von Dejan Bozic geglänzt, das 2:0 gegen Walldorf leitete er mit einer Flanke ein.

Am Samstag könnte sich nun wieder Jayson Breitenbach bewähren. Der 23-Jährige, vor der Saison vom Drittligisten 1. FC Saarbrücken gekommen, hatte in den ersten drei Spielen in der Startelf gestanden, nach einer Halbzeit in Koblenz dann zweimal auf der Bank gesessen. Gegen Walldorf fehlte Breitenbach wegen eines im Training erlittenen „Pferdekusses“ im Oberschenkel.

Sollte nun auch noch Karbstein, der schon vor der Partie gegen Walldorf Probleme im Oberschenkel hatte, ausfallen, könnte das Startelfdebüt von Moody Chana Realität werden. Der 22-Jährige, vor der Saison vom Drittliga-Absteiger VfB Lübeck als Backup für die Innenverteidigung gekommen, sammelte zuletzt zweimal Pluspunkte. Beim 0:0 in Kassel kam er nach der Gelb-Roten Karte für Osarenren Okungbowa ins Spiel, gefiel mit Zweikampfstärke und Übersicht.

Genauso souverän trumpfte Chana am Sonntag nach seiner Einwechslung für Karbstein auf. „Es ist nicht einfach, so kurzfristig von der Bank zu kommen“, meinte Ristic: „Aber er hat das gut und souverän gemacht.“ Dem OFC-Coach gefällt Chanas Auftreten auch im Training: „Er arbeitet gut“, lobt Ristic. Um bereit zu stehen, wenn er gebraucht wird.

Von Jörg Moll

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