OFC Zugang aus Lübeck hofft in Mainz auf ersten Startelfeinsatz

Moody Chana: Typ für besondere Aufträge

Moody Chana überzeugte zuletzt als Ersatz für den angeschlagenen Malte Karbstein (links) gegen Walldorf. Auf der ungewohnten Position als linker Innenverteidiger. „Wenn du keinen großen Druck vom Gegner hast, geht es gut“, sagt der Rechtsfuß.
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Moody Chana überzeugte zuletzt als Ersatz für den angeschlagenen Malte Karbstein (links) gegen Walldorf. Auf der ungewohnten Position als linker Innenverteidiger. „Wenn du keinen großen Druck vom Gegner hast, geht es gut“, sagt der Rechtsfuß.

Offenbach – Er hat sich zum Spezialisten für besondere Aufträge entwickelt. Als solcher könnte Moody Chana beim Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach auch an diesem Samstag (14 Uhr) beim FSV Mainz 05 II wieder gefordert sein. Der 22-Jährige, vor der Saison vom Drittliga-Absteiger VfB Lübeck gekommen, war bisher dreimal als Einwechselspieler gefragt. Nun könnte er erstmals in der Startelf stehen.

Trainer Sreto Ristic hat sich öffentlich noch nicht festgelegt, wen er als Ersatz für den gesperrten Rechtsverteidiger Maik Vetter aufbieten wird. In Frage kommen Jayson Breitenbach, Youngster Vincent Moreno Giesel - oder Chana.

„Ich bin glücklich, dass er bei uns ist“, sagt Ristic: „Moody ist ein Spieler, der jederzeit spielen kann, auf fast allen defensiven Positionen.“ Beim 0:0 in Unterzahl in Kassel kam Chana als dritter Innenverteidiger, beim 2:0 gegen Walldorf als Ersatz für den angeschlagenen Malte Karbstein als linker Innenverteidiger. „Ich denke, ich habe ganz ordentlich gespielt“, sagte der Deutsch-Kameruner. Ristic sieht ihn auch als möglichen Back-up im defensiven Mittelfeld – und als Rechtsverteidiger.

In dieser Rolle agierte Chana, der in der Jugend vom FC Schalke 04 zur TSG 1899 Hoffenheim wechselte, auch schon gelegentlich bei der zweiten Mannschaft der Kraichgauer (47 Einsätze in der Regionalliga Südwest). Auch in Lübeck, wo Chana nur fünfmal in der 3. Liga zum Einsatz kam, war er meist als rechtes Glied der Viererkette gefragt. Den größten Unterschied zu seiner angestammten Position in der Abwehrzentrale hat er längst ausgemacht. „Als Rechtsverteidiger muss man viel mehr laufen“, sagt er lächelnd. In Mainz, gegen ein Team, das wie viele Zweitvertretungen schnelles Gegenpressing und hohes Anlaufen auf den Außenpositionen gewohnt ist, wird Laufbereitschaft ein großes Thema sein.

Auch die Eigenheiten von zweiten Mannschaften kennt Offenbachs Zugang. „Man weiß nie, welches Personal spielt, die Mannschaft ist deshalb auch nie eingespielt“, weiß er aus eigenen Erfahrungen in Hoffenheim. „Dazu kommt, dass der Leistungsdruck in diesen Mannschaften nicht so hoch ist, es geht eben mehr um die Entwicklung der Spieler.“ Und noch ein Thema könnte dazukommen: „Die Spieler sind größere Kulissen nicht gewohnt.“ In Mainz, wo bis zu 1500 OFC-Fans Einlass erhalten, könnte auch das ein Faktor werden.

Welche Wucht derlei Unterstützung beim Gegner erzeugt, hat Chana einst mit Hoffenheim am Bieberer Berg am eigenen Leib erfahren. „Ich habe an mein einziges Spiel in Offenbach keine guten Erinnerungen“, sagt er. Beim 2:5 am 19. August 2018 stand er vor 4500 Zuschauern als Rechtsverteidiger in der Startformation. Mit einem zu schwach geratenen Rückpass hatte er das 0:1 maßgeblich eingeleitet. Gegenspieler, Vorlagengeber und Torschütze damals: Serkan Firat. In Mainz könnte Chana nun am Samstag Firat, der unter Ristic auf der rechten Seite zu einer konstanten Größe geworden ist, absichern. „Mir ist nicht so wichtig, wo ich auflaufe“, sagt Chana: „Hauptsache, ich erhalte Einsatzzeiten“, sagt er lächelnd.

Deswegen ist er schließlich aus der 3. Liga zurück in die vierte Spielklasse gegangen. In Lübeck kam Chana vergangene Saison in fünf Einsätzen auf 261 Minuten Spielpraxis. In Offenbach ist er auf dem besten Wege, das schnell zu übertreffen. In drei Einsätzen kommt er aktuell auf 93 Minuten - am Samstag könnten erstmals komplette 90 hinzukommen für den Mann, der sich zum Spezialisten für besondere Aufträge entwickelt hat.

Von Jörg Moll

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