OFC Trainer Sreto Ristic hat kuriose Bilanz in Spielen gegen Reserven von Bundesligisten

Wie geht’s aus? 1:0 oder 1:1

Mainzer Torschreck: OFC-Innenverteidiger Sebastian Zieleniecki (am Ball) hat in zwei Spielen gegen die 05er-Reserve zwei seiner drei Tore in der Regionalliga erzielt. Zweiter von rechts: der Ex-Offenbacher Giuliano Modica.
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Mainzer Torschreck: OFC-Innenverteidiger Sebastian Zieleniecki (am Ball) hat in zwei Spielen gegen die 05er-Reserve zwei seiner drei Tore in der Regionalliga erzielt. Zweiter von rechts: der Ex-Offenbacher Giuliano Modica.

Offenbach – Wenn Sreto Ristic mit Kickers Offenbach in der Fußball-Regionalliga Südwest auf zweite Mannschaften von Bundesligisten trifft, wissen Wettexperten sofort: Entweder geht es 1:0 für den OFC aus - oder 1:1.

Dreimal 1:0, dreimal 1:1 - auf diese kuriose Bilanz kommt der Trainer, der seit Januar des Jahres im Amt ist, in sechs Partien gegen die TSG 1899 Hoffenheim II (zweimal 1:0), VfB Stuttgart II (1:1), SC Freiburg II (1:1) und den FSV Mainz 05 II (1:1/1:0). Das siebte Kräftemessen mit einer zweiten Mannschaft führt Ristics Offenbacher am Samstag (14 Uhr) wieder nach Mainz zur Reserve der 05er.

„Das wird ein Spiel auf Augenhöhe“, ist Ristic nicht nur wegen der Tabellenkonstellation - Mainz ist Vierter (15 Punkte aus acht Spielen), Offenbach Fünfter (14 aus 7) - überzeugt. Das Team von Trainer Bartosch Gaul erwischte einen glänzenden Start, gewann fünf der ersten sechs Spiele, nun aber gab es zwei Niederlagen in Folge, zuletzt ein 0:5 bei der SV Elversberg.

„Mainz hat eine sehr gute Mannschaft mit sehr talentierten jungen Leuten und spielt super gut strukturiert“, lobt OFC-Coach Sreto Ristic: „Vor allem sind sie sehr torgefährlich.“ 14 erzielten Treffern stehen für das Team um den früheren Offenbacher Abwehrchef Giuliano Modica allerdings auch 15 kassierte entgegen. Neben ihm stehen in Torwart Tristan Mohn, Dominik Crljenec (kam von Bayern Alzenau), Innenverteidiger Hans-Juraj Hartmann und dem bereits in der Bundesliga erprobten Paul Nebel vier weitere Akteure im Kader, die in der Jugend eine Vergangenheit beim OFC hatten.

Weil zweite Mannschaften die Besonderheit haben, dass der Gegner nie genau weiß, in welcher Besetzung sie auflaufen, hält sich Ristic auch gar nicht lange mit solchen Studien auf. „Wir haben auch eine gute Mannschaft, wir müssen daher vor allem auf uns schauen“, sagt er.

Der Kickers-Coach wird vor allem wieder auf eine stabile Abwehr setzen, die seit 318 Minuten ohne Gegentor ist. In die Viererkette könnte der seit einer Woche wieder ohne Probleme mitwirkende Linksverteidiger Ronny Marcos zurückkehren. „Wir freuen uns, dass er wieder trainieren kann“, sagt Ristic. Ob er die zuletzt so gut harmonierende linke Seite mit Davud Tuma und Rafael Garcia tatsächlich umformiert, lässt er aber offen. Sollte Innenverteidiger Malte Karbstein, der nach seinen Oberschenkelproblemen gestern wieder ins Training einstieg, mitwirken können, muss Ristic nur noch den Vertreter des gelb-rot-gesperrten Maik Vetter auf der rechten Außenbahn bestimmen. In Frage kommt dafür neben Jayson Breitenbach auch Moody Chana.

In jedem Fall gesetzt ist der polnische Abwehrchef Sebastian Zieleniecki - und das ist aus Offenbacher Sicht gut so gegen die 05er. Denn in der vergangenen Saison war er nicht nur der Fels in der Abwehr, der 26-Jährige erzielte auch noch zwei seiner bislang drei Tore in der Regionalliga gegen Mainz.

Nicht in die Karten schauen lässt sich Ristic auch bei der Besetzung der übrigen Mannschaftsteile. Im Mittelfeld drängt Osarenren Okungbowa nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre und überstandenen Verletzungsproblemen ins Team zurück.

Wer auch immer in Mainz antreten wird, er darf sich sicher sein, vor einem stimmgewaltigen OFC-Anhang zu spielen. 1500 Gästefans lassen die Mainzer auf die Gegengerade im Bruchwegstadion, sofern sie den Nachweis erbringen, geimpft oder genesen zu sein. Karten gibt es allerdings nur direkt vor dem Spiel an Gästekassen, die ab 12.30 Uhr öffnen. Dort ist nach Auskunft der OFC-Verantwortlichen nur Bargeld als Zahlungsmittel erlaubt.

„Wir freuen uns auf viele Zuschauer“, sagt Trainer Sreto Ristic. „Und wir wollen nach dem Spiel vor ihnen stehen und feiern.“ Es wäre der erste Sieg in Mainz seit dem 8. Dezember 2018 (3:1). Doch Vorsicht: Die letzte Niederlage gegen eine Zweitvertretung gab es ebenfalls gegen die 05er. Am 19. Oktober 2019 am Bieberer Berg (1:3). Aber unter Ristic kommen ja nur zwei Resultate in Frage.

Von Jörg Moll

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