Fußball

OFC-Präsident plant ein Happy End: „Wir werden das schaffen“

„Wir sind sehr zufrieden mit Sreto Ristic.“ OFC-Präsident Joachim Wagner (links) gesteht dem Trainer (rechts) auch Niederlagen wie jüngst in Alzenau zu.
+
„Wir sind sehr zufrieden mit Sreto Ristic.“ OFC-Präsident Joachim Wagner (links) gesteht dem Trainer (rechts) auch Niederlagen wie jüngst in Alzenau zu.

OFC-Präsident Joachim Wagner wartet weiter auf ein Happy End. Im Fußball sei nichts unmöglich, sagt er vor den letzten sieben Spielen.

Offenbach – Joachim Wagner hat die Hoffnung auf das ganz große Happy End in dieser Saison, den Aufstieg in die 3. Liga, noch nicht aufgegeben. Der Präsident des Regionalligisten Kickers Offenbach bemüht dabei ein Ereignis aus der Vergangenheit, das zeigen soll, dass eben nichts unmöglich ist im Fußball. „Wir standen mal die ganze Saison nicht auf einem Abstiegsplatz und sind doch noch abgestiegen“, sagt er mit Blick auf die Saison 2007/08, als der OFC am letzten Spieltag der 2. Liga durch ein 0:3 in Osnabrück unter den Strich rutschte. Wagner äußerte sich zu diesen Themen:

Der OFC und der harte Aufstiegskampf

„Ich freue mich auf den Schlussspurt. Wir kämpfen weiter“, sagt Wagner mit Blick auf die, inklusive der Partie gegen den FC Homburg, letzten sieben Spiele dieser Mammutsaison 2020/21. Trotz fünf Punkten Rückstand auf den SC Freiburg II, dessen Wettbewerbsvorteil durch das Hinzuziehen von Bundesliga-Profis Wagner ebenso kritisiert wie sein Geschäftsführer Thomas Sobotzik.

Unabhängig vom Ausgang zieht Wagner schon jetzt viel Positives aus der Corona-Saison: „Wir haben eine Mannschaft, die diesen Namen verdient, das sieht man daran, wie sie mit Rückschlägen umgeht.“ Niederlagen wie in Steinbach (0:4) oder im Hessenpokal in Alzenau seien schmerzlich. „Aber man muss ihr zugestehen, dass sie Fehler macht und so reifer wird.“

Kickers Offenbach, der Trainer und Geschäftsführer

„Mit Sreto Ristic können wir sehr zufrieden sein, das belegen schon die Zahlen“, sagt der OFC-Präsident. Der Nachfolger von Angelo Barletta hat seit Anfang Januar in 20 Punktspielen 45 Zähler geholt - die Bilanz eines Aufstiegskandidaten. Die einzigen Misserfolge waren das 0:4 in Steinbach und das 1:2 in Alzenau im Hessenpokal. „Das muss man einem Trainerteam zugestehen“, meint Wagner. Zufrieden ist der Aufsichtsratsboss auch mit Geschäftsführer Thomas Sobotzik. Mit beiden sportlich Verantwortlichen wird der OFC in die neue Saison gehen - unabhängig von der Ligazugehörigkeit.

Der OFC und die Drittliga-Bewerbung

Der OFC steht laut Wagner im regen Austausch mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Vergangene Woche ist ein Bescheid an den OFC ergangen, der Auflagen und Bedingungen an die Erteilung der Lizenz für die 3. Liga knüpft. Maßgebliches Thema: Nachweis der Liquidität. Bis zum 2. Juni haben die Kickers, federführend Geschäftsstellenleiter Andreas Mohr und eine eingeschaltete Wirtschaftsprüfungskanzlei, Zeit, die Nachweise zu erbringen. „Das fordert uns“, räumt Wagner ein: „Aber wir werden das schaffen.“ Auch bei diesem Thema bemüht er einen Vergleich mit der OFC-Vergangenheit, in der 1989 und 2013 vom DFB als unzureichend erklärte Bürgschaften das Aus in der 2. und 3. Liga bedeuteten. „Diese ‘Tradition’ wollen wir nicht fortsetzen“, betont Wagner.

Die sportliche Zukunft von Kickers Offenbach

Noch ist offen, wohin die Reise geht. Aber Wagner sieht den Klub trotz großer wirtschaftlicher Herausforderungen in Zeiten der Corona-Pandemie gerüstet - ob in der 3. Liga oder eben für eine neunte Saison in der Regionalliga Südwest. „Das Gerüst der Mannschaft steht, wir werden nur punktuell nachbessern müssen“, betont er.

Atmosphärisch hofft er auf Besserung, wenn Zuschauer wieder ins Stadion dürfen. Wagner setzt dabei große Hoffnungen in das gesteigerte Impftempo. Sollten Geimpfte, wie in der Politik angedacht, schneller ihre Grundrechte zurückerhalten, könnte das für Fans den Weg zurück ins Stadion ermöglichen. „Denn das ist das Tüpfelchen, was in dieser Saison fehlte“, räumte der Präsident ein. Die Fans wüssten sehr wohl einzuschätzen, welche Entwicklung der Tabellenzweite genommen habe: „Sie können es aber nicht zeigen.“ In der neuen Saison plant der OFC jedenfalls wieder „mit der normalen Zuschauerzahl“.

Der OFC und die Finanzen

Bis Ende des Monats, das haben Aufsichtsrat und Geschäftsführung vereinbart, sollen konkrete Planziele besprochen werden. Wagner baut darauf, dass die aktuelle Saison einmalig bleibt. „Sie war außergewöhnlich, finanziell sehr anspruchsvoll.“ Die Verzichte der Sponsoren, Partner und Dauerkarteninhaber hätten geholfen. „Vor allem haben sie sehr viel Energie gegeben“, so Wagner. Kraft, die im Schlussspurt helfen soll - oder spätestens in der neuen Saison, der dritten im vom Präsidium selbst auserkorenen Drei-Jahres-Plan für den Aufstieg. (Jörg Moll)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare