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Sawada wechselt nach Japan: „Wollten ihm die Chance nicht nehmen“

Abschied nach drei Jahren: Mittelfeldspieler Ko Sawada (Mitte, im Testspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden) verlässt den OFC und wird künftig in seiner Heimat Japan für den Erstligisten Shonan Bellmare auflaufen. Foto: Hübner

Wenn Ko Sawada am Donnerstagabend in das Flugzeug nach Japan steigt, wird das eine Reise ohne Wiederkehr. Der OFC ist dem Leistungsträger mit einer Vertragsauflösung sehr entgegen gekommen. 

Offenbach – Heute Abend wird Ko Sawada mal wieder nach Japan fliegen. Diesmal kehrt er aber nicht zu den Offenbacher Kickers zurück. Der Fußball-Regionalligist hat den ursprünglich noch bis 2020 gültigen Vertrag mit dem Leistungsträger aufgelöst, um ihm den Wechsel in die höchste Spielklasse seines Heimatlandes, die „J1 League“, zu ermöglichen. Dort wird der Offensivmann künftig unter anderem gegen Alt-Stars wie Lukas Podolski oder die spanischen Weltmeister Andres Iniesta und David Villa antreten.

OFC: Sawada wechselt nach Japan

„Es war immer sein Traum, dort zu spielen. Den Traum kann er nun mit 27 Jahren leben. Wir wollten ihm diese Chance nicht nehmen“, verwies OFC-Sportdirektor Sead Mehic unter anderem auf den „menschlichen Aspekt“ dieses Transfers. So führte Sawada, der viereinhalb Jahre in Deutschland war, eine Fernbeziehung. Nun kann er endlich mit seiner Freundin zusammenleben.

Es gibt aber auch noch die finanzielle Seite. „Wir lassen ihn ja nicht umsonst gehen“, betonte Mehic. In der Pressemitteilung des OFC liest sich das so: Für den Wechsel zu Shonan Bellmare (liegt nach 17 von 34 Spielen nur einen Punkt vor dem Abstiegsrelegationsplatz), wo Sawada für zwei Jahre unterschrieb, erhält der OFC „eine ansehnliche Ablöse“. Über die Höhe dieser Summe wurde Stillschweigen vereinbart. Es ist jedoch von einem Betrag im niedrigen sechsstelligen Bereich auszugehen. Das ist beachtlich für einen Spieler, der vor drei Jahren aus der Hessenliga von Rot-Weiss Frankfurt gekommen war.

Sawada entwickelte sich in Offenbach zum Leistungsträger, erzielte in 67 Pflichtspielen für den OFC zehn Treffer und bereitete elf vor. Auch Drittliga-Aufsteiger Waldhof Mannheim war an einer Verpflichtung des schmächtigen, aber flinken Japaners interessiert, aber nicht bereit, eine Ablöse zu zahlen. Und umsonst wollte der OFC den Offensivmann nicht gehen lassen, auch nicht für eine fünfstellige Summe. Zuletzt hatten die Kickers sogar „einem Wechsel innerhalb Deutschlands eine klare Absage erteilt“, heißt es in der Pressemitteilung. Nach Japan ließ man ihn nun ziehen.

Hohe Ablösesumme für Sawada

Shonan Bellmare hatte bereits seit einer Weile Interesse an Sawada, die anfangs gebotene Ablösesumme war jedoch den Kickers zu gering. Als der japanische Erstligist seine Offerte deutlich anhob, nahm die Sache Fahrt auf, zumal Sawada klar anzumerken war, wie gerne er in die Heimat zurückkehren wollte. „Ich glaube nicht, dass er sofort in der Lage gewesen wäre, seine Leistung zu bringen, wenn wir ihn daran gehindert hätten, diesen Traum zu leben“, sagte Mehic und stellte zudem klar: „Dass er nach Japan wollte und es einen Interessenten gab, war intern lange bekannt. Wir hatten damit gerechnet und haben auch aus dem Grund Nejmeddin Daghfous geholt.“

Der Zugang vom Zweitligisten SV Sandhausen, der vergangene Woche verpflichtet worden war, kann wie Sawada außen sowie hinter den Spitzen spielen. „Wir sind davon überzeugt, dass wir in der Offensive genug Qualität haben. Wir haben dort viele Leute, die flexibel einsetzbar sind. Im Moment sehen wir daher nicht die Notwendigkeit, Ersatz zu verpflichten“, so Mehic.

Als die OFC-Profis gestern Mittag im Stadion für das offizielle Mannschaftsfoto posierten, war Sawada schon nicht mehr dabei. Der introvertierte Einzelgänger packte seine Sachen – für den Flug nach Japan.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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Quelle: op-online.de

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