Offenbacher Kickers

Halbes Happy End nach 60 Minuten in Unterzahl

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Wieder mit Köpfchen. Francesco Lovric erzielte mit dem 1:0 gegen den VfR Aalen im dritten Spiel bereits das dritte Kopfballtor für die Offenbacher Kickers. Alle fielen nach ruhenden Bällen. 

Etwas enttäuscht bleiben Fans und Spieler der Offenbacher Kicker zurück, nach dem ersten sieglosen Spiel, noch dazu nach einem späten Führungstor in der 81. Minute.

Aber auch zufrieden, dass sie trotz einstündiger Unterzahl gegen Drittliga-Absteiger VfR Aalen auch das dritte Saisonspiel mit dem 1:1 ungeschlagen überstanden hatten.

Als Francesco Lovric neun Minuten vor Spielschluss die Offenbacher mit seinem Kopfball in Führung brachte, herrschte Ausnahmezustand auf dem Bieberer Berg. Die sowieso schon euphorisierten Fans glaubten, dass sich die Glücksmomente wie in Freiburg, als Schikora in der fünften Minute der Nachspielzeit mit einer „verglückten“ Flanke den 2:1-Siegtreffer erzielt hatte, wiederholen würden, dass den Kickers nach dem frühen Platzverweis für Gerrit Gohlke (36.) auch zu zehnt ein Happyend gelingen würde. „Da war plötzlich eine riesige Euphorie im Stadion“, spürte auch OFC-Trainer Daniel Steuernagel diese enge Verbindung zwischen Spielfeld und Zuschauerrängen. Vielleicht war das Glücksgefühl in diesem Moment zu groß. Denn auf dem Spielfeld fehlte kurzzeitig die 100-prozentige Konzentration – und Freiburg wiederholte sich nicht.

Kickers nicht bei der Sache und kassieren den Ausgleich Sekunden nach dem Anstoß

Einmal waren die Kickers in Mittelfeld und Abwehrzentrum nicht voll bei der Sache, nicht wie die 82 Minuten zuvor und zehn Minuten danach, absolut konsequent im Spiel gegen Mann und Ball. Und prompt fiel 40 Sekunden nach dem Anstoß der Ausgleich, wieder nach einem individuellen Fehler. In Freiburg hatte Torwart Dominik Draband beim 1:1 gepatzt, am Freitag war es Kevin Pezzoni, der nach einem leichten Stumper wegrutschte und Windmüller den Kopfball zum 1:1 ermöglichte.

Wie hoch die Ansprüche nach dem Neuaufbau schon sind, unterstrich der neue Präsident Joachim Wagner, bei dem am Freitagabend die Enttäuschung überwog. „Das waren zwei verlorene Punkte“, konstatierte Wagner.

OFC-Sportdirektor Sead Mehic ist trotzdem zufrieden

Anderer Meinung, nämlich „auf jeden Fall zufrieden“, war Sportdirektor Sead Mehic. „Wenn uns jemand vor de Saison gesagt hätte, ihr startet mit sieben Punkten, hätten wir das angenommen.“ Vielleicht liegt die unterschiedliche Beurteilung daran, dass Sead Mehic sich besser an den Start vor einem Jahr erinnert. Damals lagen die Kickers nach vier Spieltagen mit mickrigen zwei Zählern auf einem Abstiegsplatz, acht Punkte hinter dem Spitzenduo. Das wird diese Saison nicht passieren. Ungeschlagen, mit sieben Punkten ist der OFC vorne dabei. Nur der 1. FC Saarbrücken kann (mit einem Sieg im Nachholspiel) die maximalen neun Punkte erreichen.

Für die Kickers gilt es nun vor den beiden Auswärtsspielen am Mittwoch beim Bahlinger SC und am Sonntag bei der Hoffenheimer U23 die Offensive näher an das Niveau der Defensive zu bringen. „Es ist nicht so, dass wir nicht Fußball spielen können“ sagte Daniel Steuernagel. 

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Aber: „Es gestaltet sich noch etwas schwierig.“ Bisher haben Wucht, Durchsetzungsvermögen und Effizienz, besonders bei den Standards, die Treffer ermöglicht. Drei der bisherigen fünf Tore haben die Offenbacher per Kopfball nach Freistößen (2) oder Eckball (1) erzielt. Dass die Tore vier und fünf eine „verglückte“ Flanke und ein Abstauber nach Distanzschuss waren, zeigt aber auch, dass die spielerische Komponente in der Offensive ausbaufähig ist.

Kickers gegen Aalen - nur bedingt ein Maßstab

Dabei kann man die Partie gegen Aalen nur bis zur 35. Minute als Maßstab nehmen. Elf gegen elf hatten die Kickers große Probleme, spielerisch die drei Aalener Ketten zu überwinden. „Wir haben zuviel hintenrum gespielt“, bemängelte auch Steuernagel, die fehlenden Ideen im Spiel nach vorne. Echte Torchancen bekamen die Kickers erst, als sie nur noch zu zehnt spielten. Der umstrittene Platzverweis für Gohlke ermöglichte ein Konterspiel, das den neuformierten Kickers derzeit noch eher liegt als Dominanz.

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Der läuferische und kämpferische Aufwand war bisher extrem hoch. Dreimal hatte Steuernagel die gleiche Startelf aufgeboten. Das muss er jetzt in der Englischen Woche natürlich ändern. Nun wird sich zeigen, inwieweit der Kader auch in der Breite schon höchsten Ansprüchen genügt. Die Vorzeichen sind gut. Schließlich kam Francesco Lovric nach zwei Spielen auf der Tribüne in die Mannschaft und überzeugte sofort mit einer guten Leistung und einem Treffer. Zur Nachahmung empfohlen.

Quelle: op-online.de

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