Mit 20 Punkten voll im Soll

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Solide als Außenverteidiger: Toni Nietschmann.

Dieburg ‐ Endlich wieder ein Sieg für den SC Hassia: Doch nicht nur die Tatsache, dass wieder einmal drei Punkte auf das Konto der Blau-Weißen wanderten, dürfte am Sonntag das Trainergespann und die Mehrheit der offiziell 250 Zuschauer am Wolfgangshäuschen zufrieden gestellt haben. Von Jens Dörr

Vielmehr war es die Art und Weise, wie der Sportclub mit einem 0:2 Pausen-Rückstand umging – und diesen gegen die DJK/SSG Darmstadt am Ende in einen verdienten 3:2-Sieg verwandelte.

Nach zuletzt wenig berauschenden Ergebnissen und der höchsten Saison-Niederlage am Wochenende zuvor (0:4 in Ginsheim) überraschte die heimstarke Hassia die leicht favorisierte und in der Tabelle weiter vorne angesiedelte DJK/SSG mit druckvollem Spiel in den ersten Minuten. Fatih Yakut (6. Spielminute) und Pierre Kampka (10.) vergaben aber erste gute Gelegenheiten. Spätestens in der 17. Spielminute fühlte sich so mancher Zuschauer an die Partie gegen den FC Fürth erinnert: Mit dem ersten Schuss aufs Dieburger Tor gingen die Gäste mit 1:0 in Führung. Ein Distanzschuss, der wohl nicht ganz unhaltbar war für Hassia-Schlussmann Sascha Krichbaum.

Der musste einige Zeit später erneut hinter sich greifen: Vorangegangen war ein Ausrutscher von Manfredo Vendola, der erst zwei Minuten zuvor in die Innenverteidigung gerückt war. Die und das Spielfeld hatte Daniel Christ verlassen müssen, weil er verletzt ausgewechselt wurde. Vendola also verlor in Ballbesitz den Halt, rutschte weg, und Gästespieler Dennis Klein bedankte sich mit dem 2:0 (27.). Ausgerechnet Klein, mochte so mancher gedacht haben – der frühere Hassianer und Dieburger war in seiner letzten Saison beim Sportclub nicht gerade als ausgebufft vor dem gegnerischen Tor aufgefallen. Bei der DJK/SSG schießt er aktuell allerdings Tore am Fließband.

Die Aufstellung des SC Hassia Dieburg: Sascha Krichbaum – Erdogan Boz, Daniel Christ, Maurice Fleck, Toni Nietschmann – Fuat Aydemir, Manfredo Vendola, Fatih Yakut, Alex Gerlitz – Pierre Kampka, Torsten Schnitzer (Stanislav Hubinsky, Engin Can, Timo Rödler).

0:2 zurück nach 45 Minuten, dazu ein Bruch im Spiel, ein ausgewechselter Christ und ein angeschlagener Torwart Krichbaum, der bei einer unfairen Attacke eines Darmstädters am Arm verletzt wurde, aber weiterspielte – beim Schoppen zur Pause gaben viele Hassia-Anhänger nicht mehr allzu viel auf ihr Team, gerade angesichts der letzten Spiele. Weit gefehlt – mancher saß noch in der Vereinsgaststätte, als Fatih Yakut auf 1:2 verkürzte (47.). Direkt im Gegenzug hatte Darmstadt die Chance zum 3:1, der Ball ging jedoch knapp am Tor vorbei. Es sollte das letzte Mal an diesem Tag bleiben, dass die Gäste wirklich gefährlich wurden. Von nun an spielte nur noch die Hassia – nicht brillant, aber durchaus bemüht, den Ausgleich nicht mit weiten Bällen und Kampf zu erzielen, sondern mit spielerischen Mitteln. Positiv bemerkbar machte sich dabei die Rückkehr von Fuat Aydemir ins Mittelfeld, auch wenn der letzte Pass oft nicht ankam. Mit seinen zahlreichen Ballkontakten aber gab er durchaus schon wieder den Takt vor. Belohnung der Mühen war ein etwas schmeichelhafter Foulelfmeter, den Torsten Schnitzer unhaltbar zum 2:2 verwandelte (72.).

Nun schien das Spiel endgültig zugunsten der Dieburger zu kippen, da die DJK/SSG nichts mehr zuzusetzen hatte. Und kippte tatsächlich: Der eingewechselte Timo Rödler bediente den bis dato glücklosen, fast schon untergetauchten Pierre Kampka mustergültig, Kampka überwand den Gäste-Keeper – das umjubelte 3:2 (88.). Nur noch ein Schönheitsfehler, dass Kampka im Anschluss für Trikot hochziehen beim Jubel die Gelb-Rote Karte sah.

Mit nun 20 Punkten zwei Spiele vor Ende der Vorrunde ist die Hassia damit mehr als im Soll. Der Aufsteiger dürfte am Ende sogar mit weniger als 40 Punkten die Klasse halten können, da nur 16 Teams in der Gruppenliga spielen. Aktuell geht der Blick sogar eher nach oben. Da nun drei weitere Heimspiele folgen – auch am kommenden Sonntag, denn das Spiel gegen Viktoria Aschaffenburg II wurde nach Dieburg verlegt (Anstoß um 14.30 Uhr) – könnte man in Kürze sogar wieder am Relegationsrang zwei schnüffeln.

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