Kerim Acikel empfindet Entscheidungen als böswillig

Angriff auf Linienrichter: Abbruch in Gravenbruch Fall für Sportgericht

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Unschöne Szenen in Gravenbruch: Nachdem die SSG in der Nachspielzeit das 3:2 gegen den Türk. SC Offenbach erzielt hatte, gab es Tumulte.

Aus einem hitzigen Relegationsduell wurde nach Abpfiff ein Fall für das Sportgericht des Fußballkreises Offenbach.

Gravenbruch – Im Spiel bei der SSG Gravenbruch hatte der Türk. SC Offenbach mit dem 2:3 in der Nachspielzeit einen Tiefschlag im Kampf um die letzten freien Plätze in der Kreisliga A Offenbach hinnehmen müssen.

„Ich bin selbst Schiedsrichter, weiß natürlich, dass in diesen Spielklassen Fehlentscheidungen dazu gehören“, sagt Kerim Acikel, Trainer des Türk. SC Offenbach: „Aber in diesem Spiel gab es einfach sehr viele falsche Entscheidungen, ich habe das als böswillige Entscheidungen empfunden.“ Wobei Acikel, zugleich Vorsitzender des TSC, einräumte, dass die drei Roten Karten gegen Ende des Spiels alle berechtigt gewesen seien. Weil dem Türk. SC bei eigener 2:1-Führung ein klarer Elfmeter verweigert wurde, hatte sich die Stimmung aufgeladen. „Den kann man geben“, räumte auch SSG-Coach Abbas Akbar ein.

Siegtor in der 94. Minute

Uneins waren sich die Trainer über die Berechtigung der langen Nachspielzeit. In der 94. Minute hatte Gravenbruch das Siegtor erzielt. „Die Zeit war angemessen, hätte sogar noch länger dauern können“, betonte Akbar. Acikel meinte hingegen, dass der Referee drei Minuten angezeigt hätte, dann aber fast sieben nachspielen ließ. Irritiert hatte Acikel zudem, dass der Referee erst nach den Vorfällen erklärt hatte, dass er das Spiel abgebrochen habe. „Ich dachte, er hätte normal abgepfiffen.“ Danach kochten abseits des Feldes die Emotionen über. Ein Linienrichter wurde zu Boden gestoßen. „Wer das war, konnte ich nicht sehen. Ich hatte mit dem Schiedsrichter gesprochen, weshalb er so lange nachspielen ließ“, erklärte Acikel. Auch Akbar hatte es nicht gesehen. Mit vier Platzordnern sorgte er dafür, dass das Schiedsrichtergespann in der Versorgungshütte geschützt wurde, bis es die Heimreise antreten konnte.

Sportgericht entscheidet über Wertung des Spiels

Über die Wertung des Spiels muss das Sportgericht entscheiden. Kreisfußballwart Jörg Wagner erklärte, dass er bis zum späten gestrigen Abend den Spielbericht des Referees erhalten haben sollte. Am Sonntag wird er die Partie des Türk. SC gegen Alemannia Klein-Auheim in Tempelsee vor Ort verfolgen.

Ob zwei oder drei Mannschaften aus der Relegation künftig in der Kreisliga A spielen werden, entscheidet sich heute in den Aufstiegsspielen des JSK Rodgau (zur Verbandsliga) und des 1. FC Langen (zur Gruppenliga). Mit einem Sieg bei der TuS Klein-Welzheim hat Gravenbruch, Vizemeister der Kreisliga B 1, den Aufstieg sicher. Beide Begegnungen werden um 15 Uhr angepfiffen.  

jm/rjr

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Quelle: op-online.de

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