Urberacher haken 0:8 in Fulda schnell ab

Mit Anstand verabschieden

Urberach - 0:8 ging Schlusslicht Viktoria Urberach am vergangenen Spieltag der Fußball-Hessenliga bei Borussia Fulda unter.

Nicht zu beneiden: Urberachs neuer Torwart Fabio Milicia kassierte in den vergangenen zwei Spielen elf Gegentore.

Eine ähnliche Pleite hatten die Rödermarker zuletzt im Mai 2013 kassiert: Damals verabschiedeten sich die Urberacher mit einer 1:8-Niederlage am letzten Spieltag beim OSC Vellmar aus der Hessenliga in Richtung Verbandsliga Süd, der Abstieg hatte bereits vor dem Anpfiff festgestanden. Der Abstieg wird sich auch in dieser Saison nicht verhindern lassen. Selbst im günstigsten Fall mit nur drei Absteigern beträgt der Rückstand des FC Viktoria auf das rettende Ufer bereits satte 14 Punkte. „Wir sind von der ersten Minute an nicht ins Spiel gekommen“, blickt Urberachs Kapitän Nils Wolf auf die Niederlage in Fulda zurück. „Wir lagen schnell 0:2 zurück, dann haben wir uns selbst noch einen reingelegt. Man darf nicht vergessen, dass Fulda eine Topmannschaft ist. Und dann waren wir auch nicht mehr in der Lage, den Hebel noch einmal umzulegen“, erklärt Wolf.

Der 32-jährige Innenverteidiger spielt bereits seine zehnte Saison bei den Urberachern, war auch schon beim ersten Hessenliga-Abstieg vor vier Jahren mit dabei. „Fulda müssen wir schnell abhaken. Wir schauen von Spiel zu Spiel, wollen noch so viele Punkte wie möglich sammeln“, sagt Wolf, der in seiner Urberacher Zeit 39 Treffer erzielte – in der Regel nach einem Eckball. „Der Abstieg wird nicht zu verhindern sein, aber wir wollen uns erhobenen Hauptes verabschieden. Und nicht abgeschlagen mit nur sieben Punkten.“

Und so kämpfen die Urberacher Woche für Woche engagiert als Außenseiter gegen die nächste drohende Niederlage. Trainer Jochen Dewitz bescheinigte seiner Mannschaft nach der 1:3-Niederlage in der Vorwoche gegen Rot-Weiss Frankfurt großes Engagement und Siegeswillen. In Fulda lief nun gar nichts zusammen, am Samstag gegen den OSC Vellmar wollen sich die Rödermarker wieder von einer anderen Seite präsentieren.

Nach dem Abstieg 2013 fiel die Mannschaft des FC Viktoria komplett auseinander, aus dem Stamm blieben lediglich Sinan Özgün und eben Nils Wolf in Urberach, es folgte der komplette Neuaufbau. Zwei Jahre kämpften die Urberacher in der Verbandsliga Süd um den Klassenerhalt, im dritten folgte der überraschende Titelgewinn und der zweite Aufstieg in die Hessenliga. 2017 wird die Mannschaft nicht auseinanderfallen, nachdem vor dem vergangenen Wochenende die ersten sechs Spieler aus dem aktuellen Kader (unsere Zeitung berichtete) bereits für die kommende Spielzeit zugesagt haben. Weitere sollen folgen. Ob Nils Wolf noch eine Saison in Urberach dranhängt, will er erst im Sommer entscheiden. Im Hause Wolf steht Nachwuchs an, möglicherweise beendet der Innenverteidiger seine Karriere und widmet sich der Familie. Noch aber ist alles offen. (leo)

Quelle: op-online.de

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