Beim TV Groß-Zimmern bereiten sich die Wintersportler bei spezieller Skigymnastik auf die Saison vor.

Aufgewärmt fürs Pisten-Wedeln

Wintersportgymnastik im Trocknen in der Sporthalle der Zimmerner Albert-Schweitzer-Schule.Fotos (2): Jens

Groß-Zimmern ‐ Den berühmten „Einkehrschwung“ beherrschen die meisten Skifahrer problemlos. Das Einlaufen zu Glühwein und Jagertee bei entsprechender Après-Ski-Beschallung gehört zur Wintergaudi dazu wie die Sonnenbrille zum Snowboarder. Beim Turnverein in Groß-Zimmern nimmt man aber auch das Wesentliche ernst: Elke Helds Skigymnastik macht fit für die Piste. Von Jens Dörr

„Kondition und Ausdauer, Muskelkraft und Beweglichkeit“, das alles gehört laut Held dazu, um möglichst verletzungsfrei den „weißen Traum“ in den Bergen zu überstehen.

Und so kommt es, dass montagabends in der Sporthalle der Groß-Zimmerner Albert-Schweitzer-Schule fetzige Musik aus den Boxen dröhnt und rund zwei Dutzend Männer und Frauen gemischten Alters auf Helds Kommandos hören: Das Aufwärmen mit lockerem Lauf unterscheidet sich noch nicht von anderen Gymnastikstunden. Dann aber wird es spezifischer: Fast schaut es aus, als würde Markus Wasmeier Trockenübungen vor der großen Abfahrt unternehmen.

Die Kursteilnehmer lehnen sich in virtuelle Kurven, springen auf der Stelle. Abfahrtshocke, Schneepflug, Wedelhüpfen und den Langlaufschritt – das alles lässt sich auch in einer Sporthalle schon einmal durchgehen. Sogar Stürze kann man üben.

„Ein Teil der Vorbereitung skispezifisch durchzuführen, ist nicht verkehrt“, sagt Held, die die 30 Jahre alte Skiabteilung des TV Groß-Zimmern schon fast seit den ersten Tagen begleitet und als Trainerin mit Übungsleiter-Lizenz auch Erfahrungen im Fitness-Studio mit Step-, Rücken- und Aerobic-Workouts sammelte. Mit allgemeiner Fitness könne man die Verletzungsgefahr beim Vergnügen im Schnee allerdings ebenfalls reduzieren. „Speziell die Beine - Knie, Bänder und Gelenke - werden da sehr in Anspruch genommen“, erklärt die fitte Trainerin, die die Aufgabe einst von TV-Mann Jochen Basan übernahm.

Skigymnastik bei Held ist keineswegs ein lockeres Stündchen mit ein bisschen Bewegung - vielmehr geraten die Teilnehmer mächtig ins Schwitzen.

15 Minuten Warmlaufen mit einigen leichten Übungen werden von einer Viertelstunde Kraft- und Konditionstraining gefolgt. Dann geht es auf den Boden - neben den Beinen wollen auch Bauch und Po auf die Herausforderungen der Piste vorbereitet sein.

Zum Abschluss gibt es noch einmal zehn bis 15 Minuten Stretching. „An diesen groben Ablauf halte ich mich aber nicht immer“, sagt Held. Woche für Woche konzentriere sie sich auf einen anderen Körperbereich und passe ihre Stunden der Situation an, in der sich die Gruppe befindet, baut etwa Armübungen mit Stöcken ein. Das kommt an, in Groß-Zimmern schon seit drei Jahrzehnten: „Sportler, Wohlstandsbürger, Jugendliche - die Skigymnastik spricht alle an“, betont Held.

Die Teilnehmer jedenfalls haben ihren Spaß dabei, auch jenseits der Ski-Saison.

Der eine oder andere Nicht-Skifahrer jedenfalls sei auch schon unter ihren Schützlingen gewesen, verrät Held.

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