Hanau verschläft Startphase / Verdiente Niederlage in Groß-Bieberau

3. LIGA - Aufholjagd bleibt unbelohnt

Hanaus Toptorjäger Michael Malik (rechts) gelangen gegen seinen langjährigen Ex-Verein nur zwei Tore. Von drei Siebenmeter.
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Hanaus Toptorjäger Michael Malik (rechts) gelangen gegen seinen langjährigen Ex-Verein nur zwei Tore. Von drei Siebenmeter.

Nach vier Siegen hintereinander verlor die HSG Hanau in der 3. Liga Mitte das erste Spitzenspiel der Saison beim weiter verlustpunktfreien Klassenprimus MSG Groß-Bieberau/Modau mit 25:27 (11:15).

Groß-Bieberau – „Groß-Bieberau hatte die Galligkeit und Einstellung, die man in einem Spitzenspiel am Freitagabend vor eigenem Publikum braucht“, sagte Hanaus Trainer Oliver Schulz.

Dagegen ließ Hanau in der Startphase „die allgemeine Wachsamkeit“ (Schulz) vermissen. Das Spiel war aus Hanauer Sicht eigentlich bereits verloren, da hatte es noch gar nicht richtig angefangen: Bereits nach sieben Minuten führten die Gastgeber vor 970 Zuschauern mit 5:0. Und als die „Falken“ in der 21. Minute durch den Ex-Hanauer Robin Marquardt den Vorsprung beim 11:4 auf sieben Tore ausbauten, drohte den Grimmstädtern ein Debakel.

Dann aber steigerten sich die Hanauer. „Mitte der zweiten Hälfte waren wir richtig gut im Spiel“, sagte Schulz, nachdem die Hanauer auch die ersten Minuten des zweiten Durchgangs verschlafen und direkt wieder mit sechs Toren in Rückstand geraten waren. Plötzlich stand die Abwehr wieder sicherer, der ins Tor zurückgekehrte Sebastian Schermuly, der in der ersten Hälfte seinen Platz für Fabian Tomm geräumt hatte, lief zu gewohnter Form auf und vorne sorgten insbesondere Michael Hemmer (vier Tore) aus dem Rückraum und am Kreis Yannik Woiwod (sechs Treffer) im Zusammenspiel oder Alleingang dafür, dass die Hanauer Tor um Tor aufholten. Allerdings mussten die Gäste ihre gut funktionierende 3-2-1-Abwehr in eine 6:0-Abwehr umwandeln, nachdem Matthias Schwalbe bereits in der 18. Minute seine zweite Zeitstrafe kassiert hatte. Dennoch kämpften sich die Gäste in der 52. Minute beim 22:21 erstmals bis auf einen Treffer an den Spitzenreiter heran. Doch zu mehr reichte es nicht, die Aufholjagd hatte die Hanauer viel Kraft gekostet. Groß-Bieberau/Modau zog mit einem 3:0-Lauf wieder davon, damit war die Partie entschieden.

„Die Niederlage war verdient. Das war unser erstes Derby, aber wir haben nur 40 Minuten lang die nötige Einstellung gezeigt“, stellte Oliver Schulz fest, „Das darf und wird uns nicht mehr passieren. Ich war schon wahnsinnig enttäuscht. Und natürlich hätte ich Michael eine schönere Rückkehr gewünscht.“ Gemeint war Michael Malik, der nach 21 Jahren bei den „Falken“, im Sommer nach Hanau gewechselt war und nun an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte. Zwar erzielte er den ersten Treffer für die HSG zum 5:1, verwarf aber anschließend zwei Siebenmeter. Am Ende kam der Torjäger bei seiner emotionalen Rückkehr nach Groß-Bieberau über zwei Treffer nicht hinaus. Dagegen avancierte Janko Kevic (6/2) auf Seiten der Hausherren mit einer sehr guten Leistung zum Matchwinner. „Die Abwehr war nicht unser Problem, wir haben im Angriff zu viele Chancen vergeben“, meinte Oliver Schulz.

Spielfilm: 5:0 (7.), 11:4 (21.), 15:11 – 18:12 (33.), 18:15 (38.), 20:18 (45.), 22:21 (52.), 23:22 (54.), 26:22 (59.), 27:25

Zeitstrafen: 4:7 – 7m: 4/4 – 6/9

HSG Hanau: Schermuly, Tomm; Woiwod (6), Hemmer (4), Gerst (3), Strohl (3), Schwalbe (2), Bergold, Brüggemann (2), Pillmann, Graichen, Christoffel (5/5), Lorenz, Malik (2/1)  leo

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