Team sieht sich gut aufgestellt für Gruppenliga

Die Chemie stimmt bei der SGE Langstadt/Babenhausen auf und außerhalb des Platzes

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Das Meisterteam der SG Langstadt/Babenhausen (von links): Betreuer Michael Partsch, Tim Wachtel, Nikola Kuduz, Fabian Schildbach, Servet Islami, Luigi Antonica, Hans Andre Affeldt, Spielertrainer Mario Moretti, Felix Floer, Giovanni Corso, Oualid Bejaoui, Daniel Klug, Sascha Hippe. Unten von links: Alexander Haberkorn, Giuseppe Romeo, Inan Önk.

Das Experiment kann als gelungen bezeichnet werden: Vor der Saison schlossen sich Germania Babenhausen und der TSV Langstadt zur Spielgemeinschaft Langstadt/Babenhausen zusammen.

Babenhausen – Am Ende der ersten gemeinsamen Spielzeit steht die Meisterschaft in der Fußball-Kreisoberliga Dieburg/Odenwald und der Aufstieg in die Gruppenliga Darmstadt.

Vor allem in der Hinrunde war die Bilanz der SG, deren Trägervereine früher auch schon einzeln Gruppenliga spielten, beeindruckend. Aus 15 Spielen holte Langstadt/Babenhausen 37 Punkte. In der zweiten Saisonhälfte lief es dann nicht mehr ganz so gut. In der Rückrundentabelle belegt die SG hinter Hassia Dieburg (36 Punkte) und dem FV Mümling-Grumbach (28) mit 27 Zählern nur Platz drei. Ernsthaft in Gefahr geriet die Meisterschaft aber nicht. „Wir waren ja zwischenzeitlich sehr deutlich vorne. Zwar ist die Konkurrenz etwas herangekommen, insgesamt haben wir das aber souverän gemeistert“, blickt Spielertrainer Mario Moretti, der zuvor in gleicher Funktion auch bei Germania Babenhausen tätig war, auf die Runde zurück.

In der Abschlusstabelle rückte Hassia Dieburg der SG bis auf zwei Punkte auf die Pelle. Das Bild täuscht aber etwas. Langstadt/Babenhausen hatte sich bereits am drittletzten Spieltag mit einem 1:0-Erfolg bei Germania Ober-Roden II die Meisterschaft gesichert, danach aber nur noch einen Punkt geholt. Seine beiden einzigen Niederlagen kassierte die SG in der Rückrunde. Am 2. März im ersten Spiel nach der Winterpause auf dem schwer zu bespielenden Platz von Türkspor Beerfelden und am letzten Spieltag im Rahmen der Meisterfeier beim 0:2 gegen die TSG Steinbach. „Es ist schwer, die Spannung hochzuhalten, wenn man soweit vorne ist. Aber das wir nur zwei Niederlagen kassiert haben, spricht für uns“, meint Moretti. Insgesamt stellen sowohl der Coach als auch die Vereinsverantwortlichen den Spielern natürlich ein sehr gutes Zeugnis aus. „Bei uns hat die Chemie sowohl auf als auch außerhalb des Platzes gestimmt“, sagt Toni Coppolecchia, der Germania Babenhausen im SG-Spielausschuss vertritt. Christian Segeth vom TSV Langstadt sieht es ähnlich: „Dabei hätten wir nach dem holprigen Beginn nicht unbedingt gedacht, dass es so gut läuft.“ Die SG war im August mit einem 4:4 gegen Aufsteiger Türkspor Beerfelden in die Runde gestartet. Danach kassierte Langstadt/Babenhausen in der gesamten Saison aber nur noch 21 Gegentore. „Bis Dezember war das überragend“, erinnert sich Segeth gerne. „Der Grundstein des Erfolges war die Defensivleistung“, meint Coppolecchia.

Nicht schlecht für eine Spielgemeinschaft, die eher aus der Not heraus geboren wurde. Die Langstädter waren in der Saison 17/18 sportlich aus der Kreisoberliga abgestiegen und die Spielerdecke sehr dünn. Germania Babenhausen hatte zwar mehr Personal und war in der Tabelle auch klar besser platziert, aber es hakte wegen eines Streits mit der Stadt, dem Besitzer der Sportgeländes in Babenhausen, an der Infrastruktur. So wird nur in Langstadt gespielt und trainiert.

Dass Alexander Haberkorn am drittletzten Spieltag sein Team beim 1:0-Sieg bei Germania Ober-Roden II vorzeitig zum Titel schoss, war folgerichtig. Schließlich wurde er mit 30 Treffern Schützenkönig der Liga vor Stefan Stefanovski (26, TV Fränkisch-Crumbach) und Steve Ollesch (22, Viktoria Klein-Zimmern). Fabian Schildbach (16) ist der zweitbeste SG-Schütze.

Für kommende Saison in der Gruppenliga fühlt man sich gerüstet. Teilweise namhafte Zugänge wurden verpflichtet. Benjamin Braus (zuletzt 1960 Hanau), Andrej Kolchak (SVG Steinheim), Markus Willand (Sportfreunde Seligenstadt), Martyn Turkowicz, Marco Defigus (beide SV Münster), Fulbert Amouzouvi (SV Erlenbach) und die bisherigen Jugendspieler Maximilian Lortz (Viktoria Aschaffenburg) und Torwart Valentino Di Bella (Hessen Dreieich (U19) stoßen hinzu. „Wir haben uns gerade in der Offensive verstärkt, in der Defensive standen wir schon sehr gut“, so Coppolecchia.

Er ist „optimistisch, dass wir in der Gruppenliga eine gute Rolle spielen können“. Es sei mit diesem Kader realistisch, die Klasse zu halten und sich in der Gruppenliga zu etablieren. Vielleicht ist irgendwann ein weiterer Schritt möglich: „Beide Vereine würden schon gerne mal Verbandsliga spielen“, verrät Coppolecchia: „Dafür benötigt man eine gute Basis, die müssen wir erst einmal aufbauen.“

VON SASCHA EYSSEN

Quelle: op-online.de

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