Chance nicht genutzt

+
Großwallstadts Kreisläufer Jens Tiedtke angelt sich den Ball mit den Fingerspitzen vor den beiden Kieler Spielern Daniel Narcisse (links) und Marcus Ahlm.

Aschaffenburg (sp) ‐ Ausgerechnet in dem Moment, als sie stärker waren als der THW Kiel, verloren die Handballer des TV Großwallstadt das Pokalspiel gegen den Deutschen Meister.

Der Außenseiter hatte den 11:16-Halbzeitrückstand fast aufgeholt, war beim 17:18 auf Tuchfühlung und hatte den vermeintlichen Vorteil mit sechs gegen vier zu spielen, weil zwei Kieler Spieler gleichzeitig eine Zeitstrafe erhielten. Doch die Großwallstädter verloren die Nerven leisteten sich bei doppelter Überzahl einen doppelten Fehler im Angriff und fielen vorentscheidend auf 17:20 zurück.

So etwas habe ich noch nicht erlebt“, ärgerte sich Großwallstadts Trainer Peter David über die verpasste Chance in der 39. und 40. Minute. „Wer weiß, was passiert wäre, wenn wir in dieser Phase unser Überzahlspiel genutzt hätten.“

Müßig darüber nachzudenken, denn in der Folge setzten die routinierten Kieler sich wieder ab und brachten ihren Sieg clever über die Zeit. Am Ende behauptete sich der Bundesliga-Tabellenführer mit 32:29 (16:11) und setzte seinen Tanz auf drei Hochzeiten fort. Der THW ist seit über dreieinhalb Jahren im Pokal ohne Niederlage.

Die Kieler Tormaschinerie kam vor nur rund 2500 Zuschauern in der Frankenstolz Arena von Aschaffenburg erst langsam auf Hochtouren. Bis zum 6:6 (16. Minute) ließen beide Abwehrreihen wenig zu und der ehemalige Kieler Keeper Mattias Andersson glänzte im TVG-Tor gegen seine alten Kollegen. Den Gastgebern unterliefen bei wachsendem Tempo zu viele Fehler. Nach dem 11:16 zur Halbzeit schien sich der TVG noch einmal zu fangen und verkürzte auf 17:18 - ehe man in Überzahl das Spiel aus der Hand gab. Die Norddeutschen hatten mit Daniel Narcisse (7) sowie Momir Ilic (7) ihre erfolgreichsten Werfer. Beim TVG trafen Andreas Kunz (8) und Csaba Szücs (6) am besten.

TV Großwallstadt: Mattias Andersson; Michael Spatz 4/1, Steffen Weinhold 3, Stefan Kneer 4, Jens Tiedtke, Joakim Larsson 4, Sverre Jakobsson, Andi Kunz 8/3, Oliver Köhrmann, Csaba Szücs 6, Gregor Schmeißer

Den ersten Achtelfinal-Coup lieferte Zweitligist TSG Friesenheim. Der Süd-Zweite warf Bundesligist TSV Dormagen mit 31:26 aus dem Rennen.

DHB-Pokal, Männer, 3. Runde: TV Großwallstadt - THW Kiel 29:32, SV Post Schwerin - VfL Gummersbach 25:35, TSV Hannover-Burgdorf - Rhein-Neckar Löwen 26:38, TSG Friesenheim - TSV Dormagen 31:26

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare