Große Enttäuschung nach knappem 26:24-Sieg gegen Haukar Hafnarfjördur

Dicke Luft in Großwallstadt

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Steffen Weinhold (Mitte) enttäuschte auf ganzer Linie im rechten Rückraum des TV Großwallstadt.

Elsenfeld (sp) ‐ Der TV Großwallstadt hat sich seine sportliche Krise zur Unzeit genommen. Nach einer Serie von Niederlagen in der Bundesliga und dem Rückfall ins tiefe Mittelmaß der Tabelle drohen nun auch die internationalen Träume schnell zu zerplatzen.

Mit 26:24 (12:13) besiegten die Unterfranken zwar Haukar Hafnarfjördur, doch für den Einzug ins Achtelfinale des EHF-Pokals könnte dies vor dem Rückspiel am nächsten Samstag auf Island zu wenig sein. Trainer Michael Biegler aber hat trotz der schwachen Leistungen seiner Mannschaft noch nicht aufgegeben. „Es ist Halbzeit und wir führen mit zwei Toren“, sagte Biegler, „das wird eine schwere Aufgabe im Rückspiel, aber es ist eine lösbare.“ Auch Einar Örn Jonsson, isländischer Nationalspieler, einst bei der SG Wallau/Massenheim unter Vertrag, sieht die Chancen fürs Rückspiel noch ausgeglichen. „Wir haben diesmal richtig gut gespielt, Großwallstadt richtig schlecht“, sagte Jonsson, „ich bezweifele, ob das noch einmal so sein wird.“

Wer die Großwallstädter Mannschaft gesehen hat, bezweifelt allerdings, ob es binnen einer Woche besser werden kann. Zu viel hat nicht gestimmt, vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit ist dem TVG irgendwann in den letzten Wochen abhanden gekommen. Mit Recht bemängelte Spielmacher Oliver Köhrmann die „Einstellung“ einiger Spieler. Ohne die verletzten Stefan Kneer und Csaba Szücs, der wenigstens in der Abwehr aushelfen konnte, war der linke Rückraum komplett ausgefallen. Um diese Probleme wussten die Großwallstädter vorher, dass aber auch die rechte Seite mit Nationalspieler Steffen Weinhold und Moritz Schäpsmeier die Arbeit quasi einstellen würde, war nicht zu erwarten und nicht zu kompensieren. „Einigen meiner Spieler muss ein Licht aufgehen“, fordert Trainer Michael Biegler, „zuhören ist offenbar nicht so ihre Sache.“ Der Ton wird rauer beim TVG.

Dass die beiden Schiedsrichter aus Belgien ähnlich schlecht in Form waren wie viele Großwallstädter Spieler, passte ebenso in das traurige Bild eines enttäuschenden Abend wie das geringe öffentliche Interesse. Nur 1500 Zuschauer waren nach Elsenfeld gekommen, im Grunde eine peinliche Kulisse.

Spielfilm:0:1, 3:2, 3:6 (11.), 6:6 (16.), 6:11 (24.), 9:11, 10:13, 12:13 - 15:13, 15:16 (42.), 18:17 (45.), 19:20 848.), 21:22 (54.), 23:22, 25:23, 26:24

Zeitstrafen: 3:3 - 7m: 8/10 - 3/6

TV Großwallstadt: Andersson (20 Paraden/47 Prozent), Rominger (2/67 Prozent); Spatz (10/3), Kunz (7/5), Köhrmann (4), Tiedtke (2), Schäpsmeier (2), Weinhold (1), Larsson, Szücs, Reuter, Jakobsson, Liebald

Quelle: op-online.de

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