Sportgericht sieht Schuld nicht bei Klubs

Drei unnötige Abbrüche

Offenbach (rjr) - Den dritten Spielabbruch innerhalb von zwei Wochen gab es am Sonntag in der Fußball-Kreisliga B Offenbach West. Mutiert die Liga etwa zur „Wild-West-Liga“?.

Am 2. September verließ Italsud Offenbach beim TV Dreieichenhain den Platz, vor einer Woche wollte Susgo Offenthal II nicht mehr gegen den FC Maroc weiterspielen, dieses Mal brach Schiedsrichter Ömer Aktan die Partie zwischen Maroc und der SG Rosenhöhe II ab: Am Bierbrauerweg führten die Gastgeber nach etwas mehr als einer Stunden mit 3:1. „Wir waren dem zweiten Treffer nahe“, schilderte SG-Trainer Kevin Knust: „Der Schiedsrichter pfiff kleinlich und sagte mir, ich solle einen Spieler auswechseln, bevor er Rot bekommt. Ich habe mich umgedreht und etwas in Richtung Leonhard-Eißnert-Park geschrieen.“

Der junge Referee fühlte sich bedroht und brach die Partie ab. „Es gab keine Tumulte, die Spieler sind zusammen vom Platz. Wir haben sogar noch gemeinsam gegessen und getrunken“, sagte Knust. Ähnlich sieht es Marocs Abteilungsleiter Abderrahmane Dardour. „Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass er dieses Spiel nicht abbrechen darf. Er könne höchstens den Trainer des Feldes verweisen.“ Auch Dardour hatte ein „faires Spiel“ gesehen.

Spiel wird für Dreieichenhain gewertet

Der Vorsitzende des Offenbacher Kreissportgerichtes, Jörg Wagner, will die Stellungnahmen des Unparteiischen und der beiden Klubs anfordern. Er steht den Abbrüchen kritisch gegenüber: „Alle drei Abbrüche waren unnötig, nach aktueller Sachlage hätte man alle Spiele zu Ende bringen können.“ Von einer „Wild-West-Liga“ zu sprechen, sei falsch. „Bei den ersten Abbrüchen war es ein Fehler von Italsud und Offenthal, den Platz zu verlassen“, so Wagner. Im Fall TV Dreieichenhain/Italsud Offenbach hat Wagner ein Urteil gefällt. „Die Gäste fühlten bedroht, was jedoch nicht der Fall war“, sagte Wagner. Die Partie wird mit 4:0 für Dreieichenhain gewertet (Stand bei Abbruch). Italsud muss eine Geldstrafe zahlen, ebenso der TVD. Dessen Vereinsvertreter Harald Bösser wird, weil er auf das Spielfeld rannte und einen Gegner schubste, für drei Monate gesperrt.

Quelle: op-online.de

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