E-Jugendspiel nach Gewaltausbrüchen abgebrochen

„Es gibt Eltern, die zu viel wollen“

Offenbach - Jürgen Uhlein, Jugendwart im Fußballkreis Offenbach, bedauert die Vorfälle beim E-Jugendspiel zwischen dem VfB Offenbach und dem JFV Dreieichenhain-Götzenhain II ausdrücklich. Gewaltausbrüche in dieser Altersgruppe (9 bis 10 Jahre) sind aber die absolute Ausnahme.

Kreisjugendwart Jürgen Uhlein

Herr Uhlein, Schläge und Tritte bei neun- bis zehnjährigen Fußballern? Wie reagieren Sie als Kreisjugendwart auf solche Nachrichten?

Das ist natürlich völlig inakzeptabel. Aber es ist ein Einzelfall, das kann ich guten Gewissens sagen. Wir haben 86 Mannschaften in der E-Jugend im Spielbetrieb, das sind rund 1000 Kinder in dieser Klasse. In Relation zu den vielen Kindern ist Gewalt kein Thema. Was aber anhand der Spielberichte auffällt: Das Verhalten von Eltern, Trainern und Betreuern hat sich verändert. Das werden wir wachsam verfolgen.

Welche Gegenmaßnahmen können Sie ergreifen?

Es muss bei Elternabenden Aufklärung betrieben werden. Es gibt diese Eltern, die einfach zu viel wollen. Es geht nicht um die Champions League. Wenn sie mit Trainern und Betreuern positiv einwirken, passiert nichts.

Der Abbruch liegt dem Rechtsausschuss vor. Welches Strafmaß ist möglich?

Für die Spieler wird es um Sperren gehen. Wenn Funktionäre beteiligt waren, sind Geldstrafen bis hin zu Platzsperren möglich. Zudem hat jeder das Recht, auch privatrechtlich vorzugehen.

Was halten Sie von der Einführung der Fairplay-Liga, in der Zuschauer 15 Meter Abstand halten müssen?

Das Thema ist nicht weg, aber derzeit nicht aktuell. Das muss man strukturell umsetzen. Dazu wollen wir auch die Vereine mitnehmen. Bei E-Jugendlichen lassen wir junge Schiedsrichter pfeifen. Das klappt meist gut - wenn die Eltern mitspielen. 

Fotos zum Manfred-Hausmann-Gedächtnisturnier der SSG Langen

(jm)

Quelle: op-online.de

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