HSG RODGAU B-Jugend träumt vom Final Four

Einmaliges Erlebnis als große Herausforderung

Zählt zum Kader der U17 des DHB: Luca Ullrich
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Zählt zum Kader der U17 des DHB: Luca Ullrich

Nieder-Roden – „Das ist für uns die verdiente Belohnung“, sagt Alexander Hess, Trainer der Handball-B-Jungen der HSG Rodgau Nieder-Roden. Am Freitag (17 Uhr) gastieren die Nieder-Rodener im Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft in ihrer Vierergruppe beim Nachwuchs des Erstligisten SC DHfK Leipzig. Es ist für sie zugleich das erste Pflichtspiel seit dem 1. März 2020 (33:26 in der Oberliga beim SV Erbach).

Den Grundstein für dieses wohl einmalige Erlebnis legten die jungen Rodgauer der Jahrgänge 2004 und 2005 bereits in den vergangenen beiden Jahren. 2019 gewannen sie noch als C-Jugend die Hessenmeisterschaft, beim corona-bedingten Saisonabbruch im vergangenen Jahr lagen die Hess-Schützlinge in der Tabelle der B-Jugend-Oberliga auf dem zweiten Platz.

„Wir haben erst einmal geschluckt“, schmunzelt Hess beim Blick auf die Auslosung. Sportlich gehören die Sachsen zu den Favoriten im Kampf um den Titel und die weite Fahrt (rund 450 Kilometer einfach) hat es ebenfalls in sich. „In den ersten beiden Tagen nach der Auslosung hat das Handy im Minuten-Takt geklingelt oder es kamen Whatsapp-Nachrichten rein“, berichtet Hess. Denn auch organisatorisch bedeutet diese Aufgabe eine große Herausforderung. Spieler und Trainer werden um Freitag um neun Uhr auf Corona getestet, anschließend geht es in drei Kleinbussen sowie einem PKW in Richtung Leipzig, wo vor Ort um 15 Uhr ein weiterer Corona-Test erfolgt. „Wir müssen flexibel sein, um eventuell einen Spieler, der positiv getestet wird, isolieren zu können“, sagt Hess. Verpflegung für einen Tag und vier Fahrer für die Autos zu finden, waren weitere Aufgaben, die gelöst werden mussten. Zudem musste jeder Spieler für Freitag von der Schule befreit werden. „Die lange Fahrt müssen die Jungs wegstecken. Damit beschäftigen wir uns aber auch nicht großartig, das Spiel steht klar im Mittelpunkt. Das ist für die Jungs ihr bisheriges Karrierehighlight“, meint Hess.

Denn sportlich sind die Sachsen, die mit ihrem Nachwuchsleistungszentrum zu den Top-Adressen in Deutschland zählen, ebenfalls ein echter Hammer. Aufgrund der Pandemie sollten bei der Auslosung der vier Gruppen regionale Gesichtspunkte berücksichtigt werden, „daher hatten wir mit anderen Gegnern gerechnet und geliebäugelt. Leipzig mussten wir erst einmal verdauen“, meint der HSG-Trainer. „Wir haben große Lust auf dieses Spiel und freuen uns darauf, aber wir wissen auch um die Schwere der Aufgabe. Leipzig ist klarer Favorit, wir haben nur eine Außenseiterchance“, sagt Hess. Zumal die Sachsen als NLZ bereits seit Januar wieder voll trainieren. In Nieder-Roden durften zumindest die Auswahlspieler ab Februar wieder das Training aufnehmen. Seit Ostern gelten die Rodgauer als Leistungssportler, nachdem sie als Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft feststanden. Seitdem darf die komplette Mannschaft wieder trainieren. „Und wir testen vor jeden Training. Der Verein unterstützt uns mit viel Einsatz und Herzblut, das ist keine Selbstverständlichkeit. Wir haben hier für unsere Verhältnisse ein perfektes Umfeld“, lobt Hess.

Der Sieger der Partie spielt am Sonntag, 30. Mai, gegen den Gewinner der Begegnung SG DJK Rimpar gegen die Junglöwen, den Nachwuchs des Erstligisten Rhein-Neckar Löwen, um den Einzug ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft, das im Rahmen eines Final-Four-Turniers ausgetragen wird.

Der B-Jugend-Kader der HSG Rodgau Nieder-Roden: Philipp Bludau, Linus Jakob, Paul Wetzel (Tor), Lars Pfeifer, Luca-Marlon Ullrich (Rückraum rechts), Lennart Jackl, Fabian Jochheim (Rückraum Mitte), Lucas Juric, Moritz Schimpke, Ben Seidel (Rückraum links), Nils Haus, Nick Weiland (Rechtsaußen), Jannik Backhaus, Benedikt Weiland (Kreis), Yannik Lanzendörfer, Noah Trageser (Linksaußen)

Von Patrick Leonhardt

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