Kann Viktoria Platz drei aus der vergangenen Saison toppen? / Betz und Ekiz verpflichtet

Erwartungsdruck in Urberach

Dauerbrenner Naser Selmanaj (links) und Top-Torjäger Patrick Barnes bejubeln einen Treffer der Viktoria.

Patrick LeonhardtUrberach  Punktgleich mit dem SC Waldgirmes, aber mit einer Partie in Rückstand, war Aufsteiger Viktoria Urberach als Tabellenführer in die Winterpause der Fußball-Hessenliga gegangen. Doch das Team von Thomas Epp konnte den Vorteil nicht nutzen, rutschte in den verbleibenden 14 Partien 2009 auf Platz drei ab.

Dennoch freut sich die Viktoria im Jahr ihres 100. Bestehens über die beste Platzierung der Vereinshistorie. Und das, obwohl Urberach nur noch um die goldene Ananas spielte, nachdem frühzeitig feststand, dass die Viktoria die Auflagen für die Regionalliga Süd nicht erfüllen kann.

SERIEN

Mit einer 0:1-Niederlage gegen den FSV Fernwald startete Urberach Ende Februar enttäuschend ins Jahr 2009. Es folgten zwei mühevolle 1:0-Siege bei Borussia Fulda und gegen Germania Ober-Roden. Der März verlief aber alles andere als optimal: Die Partie gegen Wörsdorf fiel aus. Und weil die Viktoria auch noch einmal spielfrei war, bestritt der Aufsteiger drei Wochen lang kein Pflichtspiel. An Ostern war das Titelrennen dann vorzeitig gelaufen: 1:2 im Nachholspiel gegen Eschborn, 0:2 im Verfolgerduell bei Bayern Alzenau.

In den Heimspielen gegen die Tabellenkellerteams Lohfelden (3:0) und Wörsdorf (2:1) hatte die Epp-Elf viel Mühe, auswärts setzte es eine 0:5-Pleite in Stadtallendorf. Am drittletzten Spieltag präsentierte sich Urberach nochmals so wie über weite Strecken der Hinrunde, fegte Spitzenreiter SC Waldgirmes mit 5:2 vom Platz und träumte nochmals von Platz zwei. Der war aber nach Niederlagen in Flieden (0:1) und gegen den RSV Würges (1:4) nicht mehr zu realisieren.

HEIMBILANZ

Urberach stellt - trotz der drei Heimpleiten gegen Fernwald, Eschborn und Würges in 2009 - mit 43 Punkten hinter Meister Waldgirmes (44) das beste Heimteam der Liga. 14 Heimsiege sind, mit Waldgirmes, Ligarekord.

AUSWÄRTSBILANZ

In der Fremde lief es mit nur 20 Punkten (fünf Siege, fünf Remis) nicht so erfreulich, was sich auch im Torverhältnis (24:31) widerspiegelt. Insgesamt zehn Teams sammelten auswärts mehr Zähler als die Viktoria.

SYSTEM

Auch in der zweiten Saisonhälfte hielt Urberach am 4-4-2 fest: Viererkette, zwei Sechser davor, zwei Flügelspieler, zwei Angreifer.

TORE

Mit 76 Toren stellt Urberach die viertbeste Offensive, mit 50 Gegentreffern aber nur die siebtbeste Defensive. Dank der starken Hinrunde mit Siebenerpacks gegen Baunatal (7:3) und Flieden (7:1) ist die Viktoria die torhungrigste Heimmannschaft. Bester Torschütze war Patrick Barnes (15), der aber in den 14 Partien in 2009 nur drei Tore erzielte - alle beim 5:2 gegen Waldgirmes - und eine Durststrecke von 1036 Minuten überwinden musste. Ihm folgten Semir Sejdovic (14) und Naser Selmanaj (11).

DAUERBRENNER

Giovanni Guerrera, Naser Selmanaj, Nils Wolf und Rafael Kurek kamen in allen 36 Spielen zum Einsatz, Kapitän Selmanaj als einziger jeweils von Beginn an. Es folgen Semir Sejdovic (35), Björn Kräupl, Patrick Barnes und Sebastian Schwab (alle 32).

PERSONAL

In Efkan Yildiz (Alzenau) und Konstantinos Kalessios (nach Hannover) gingen zwei Spieler in der Winterpause. Den Platz von Yildiz in der Innenverteidigung angelte sich Mario Rhein. Torhüter Lazar Kacarevic knüpfte nicht immer an die Leistungen der Hinrunde an, wurde im Endspurt dreimal durch Sascha Sorger ersetzt. Rafael Kurek löste Abdelkader Jellouli als Rechtsverteidiger ab. Kureks Position im Mittelfeld übernahm Semir Sejdovic und dessen Platz in der Offensive Stipan Jakic.

AUSBLICK

Die Erwartungen im Umfeld sind groß. Doch Trainer Epp weiß, dass es mit den vielen jungen Spielern schwer sein wird, Platz drei zu wiederholen. Verlassen haben die Viktoria Giovanni Guerrera und Patrick Barnes (Ziel unbekannt). Neu sind Marco Betz (Darmstadt 98), Yüksel Ekiz (Eyüpspor), Michael da Costa Pires (Klein-Karben), Marko Corlija, Dennis Reichardt (beide Germania Ober-Roden) sowie Andreas Gross (SG Dornheim).

Quelle: op-online.de

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