Familie Danz aus Groß-Zimmern

Ein Herz für den Motorsport

Vanessa und Christoph Danz nutzen jede Minute, um an den Maschinen Hand anzulegen.  (c)Foto: völ
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Vanessa und Christoph Danz nutzen jede Minute, um an den Maschinen Hand anzulegen.

Groß-Zimmern - Die Leidenschaft für das Motocrossfahren begleitet die vierköpfige Familie Danz bereits ein Leben lang. Tochter Vanessa, heute 19 Jahre, erbte die Begeisterung fürs Motorradfahren von ihrem Vater.

„Er besaß damals in meiner Kindheit eine Straßenmaschine und ich wollte auch mal fahren“, blickte Vanessa zurück. „Und ab dann gab es nichts anderes mehr für sie“, erzählte Peter Danz. Auch der heute 16 Jahre alte Sohn Christoph wurde mit dem Motocross-Fieber infiziert. „Er lernte mit vier Jahren gleichzeitig Fahrrad und Motorrad fahren“, erzählte Peter Danz. Dass sich diese Leidenschaft einmal in großen sportlichen Ambitionen der beiden Kinder äußert, konnte das Ehepaar damals noch nicht ahnen.

Das Auge von Markus und Matthias Gaug, zwei Fahrer aus Groß-Zimmern, die in ihrer langen Karriere zahlreiche Deutsche Meistertitel und Vizemeistertitel feiern konnten, fiel auf das talentierte Geschwisterpaar. Des Öfteren trainierten sie gemeinsam auf verschiedenen Motocross- Strecken. „Sie stehen uns mit Rat und Tat zur Seite“, erklärte Peter Danz, der seine Kinder bei der Wartung und Pflege der Maschinen immer Unterstützung leistet.

In der Saison 2012 startete das Geschwisterpaar dann erstmals richtig durch. „Es war sehr aufregend, und ich habe damals einen ersten WM-Punkt geholt“, blickte Vanessa zufrieden zurück. Der absolute Höhepunkt für sie war das Damen-Weltmeisterschaftsrennen, bei dem sie sich auf anspruchsvoller Strecke gegen starke internationale Konkurrenz behauptete. Respekt hat die 19-Jährige vor den Strecken, die sich weder in Hindernissen noch in Streckenführung von denen der Männer unterscheiden. Angst kennt sie keine.

Durch das Abitur, das die Schülerin neben ihrer Motocross-Karriere nun erfolgreich ablegte, konnte sie in der vergangenen Saison 2013 nicht alle Rennen in der FIM Women’s MX World Championship bestreiten.

„Da hatte mein Abitur Vorrang“, erklärte sie. Trotzdem erreichte sie sehr gute Rennergebnisse und war die viertbeste deutsche Fahrerin in ihrer Klasse. „Mein Ziel für die kommende Saison ist, alle Rennen zu bestreiten und eine Platzierung unter den Top 15“, sagte Vanessa, die für das KTM-Sarholz-Racing-Team aus dem Westerwald startet. Eine Besonderheit für das kommende Rennjahr gibt es bereits bei den Frauen. „Alle Motocross-Weltmeisterschaftsklassen fahren dann zusammen, also auch hochkarätige und erfolgreiche Fahrer“, freut sich die Schülerin auf die neue Herausforderung.

Auch Christoph blickt positiv auf die kommende Saison 2014. Nach seinen Erfolgen in 2012, wo er in der MX2 Jugend in der Klasse 125 bis 250 Zentimeter im Gesamtklassement den elften Platz erreichte, begann die Saison 2013 ebenfalls sehr gut.

Bei den ersten drei Hessen-Cup-Rennen erreichte er einen erfolgreichen 2. Platz. Seine Ambitionen wurden jedoch durch einen zweifachen Bruch im Sprunggelenk durch einen Trainingsunfall jäh gestoppt. Nach einer erfolgreichen OP und recht schneller Erholung begann er nach sechs Wochen bereits wieder mit dem Training. So konnte er zumindest die letzten beiden Saisonrennen außer Konkurrenz absolvieren.

Für 2014 stehen bereits jetzt wichtige Entscheidungen an. Nächste Woche nimmt der Schüler an einem Sichtungsrennen in Bad Hersfeld teil. Hier entscheidet sich die Vergabe einer der begehrten Sponsorenplätze, die vom ADAC Hessen-Thüringen jährlich ausgeschrieben werden. 20 bis 30 Teilnehmer kämpfen hier um die Nachwuchs Fördermittel, die der ADAC den besten jungen Fahrern zur Verfügung stellt.

„Das Hobby bestimmt unser ganzes Familienleben“, zieht die vierköpfige Familie Bilanz. Denn der Ehrgeiz und die Leidenschaft der beiden Motocross Fahrer ist zeitaufwendig. Deswegen herrscht eine klare Aufteilung, wer welche Aufgaben in der Familie neben Haushalt, Schule und der Leitung eines Unternehmens zu erfüllen hat. Jeder legt mit Hand an, ob es ums Wäsche waschen nach einen Rennwochenende oder Material- und Maschinenpflege geht. Den kommenden Winter werden die beiden für ihre Kondition nutzen, zum Training nach Thüringen fahren. „Hier steht die einzige Halle für uns im näheren Umkreis, in der wir im Winter trainieren können“, sagte Christoph.

völ

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