Amateurfußball

FC Dietzenbach: Jubiläum und Fusionspläne

Die Heimat des FC Dietzenbach: Das Waldstadion mit dem Hauptfeld und der überdachten Tribüne. Rechts auf dem Bild aus dem Jahr 2017 ist noch der Hartplatz zu sehen, auf dem nun der Kunstrasen entstanden ist.
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Die Heimat des FC Dietzenbach: Das Waldstadion mit dem Hauptfeld und der überdachten Tribüne. Rechts auf dem Bild aus dem Jahr 2017 ist noch der Hartplatz zu sehen, auf dem nun der Kunstrasen entstanden ist.

Der FC Dietzenbach besteht exakt seit 50 Jahren. Wie lange es den Club in seiner jetzigen Form noch geben wird, ist offen. Die Hoffnung ruht auf der Fußballschule von Eintracht Frankfurt. Zudem gibt es Gedankenspiele, sich mit anderen Dietzenbacher Vereinen zusammenzuschließen.

Dietzenbach – Michael Wieck ist im Jubiläumsjahr einerseits stolz auf seinen Verein, er wirkt verständlicherweise aber auch etwas frustriert. „Wir hatten Ideen ohne Ende in der Schublade, unter anderem eine Sportwerbewoche und ein Promispiel vorgesehen. Doch dann hat uns die Pandemie weit nach hinten geworfen. Es wäre einfach noch einmal schön gewesen, uns zum 50-jährigen Bestehen als FC Dietzenbach zu präsentieren“, sagt der Vorsitzende des am 20. April 1971 gegründeten Clubs.

Denn wie lange es den FCD in seiner jetzigen Form noch geben wird, ist offen. „Aus vier macht eins“ – so lautet die Devise in Dietzenbach. FC, SG, TG und SC Steinberg haben die Zeichen der Zeit erkannt, wollen die Kräfte in einem dann rund 3000 Mitglieder starken Großverein bündeln. „Aber wir schieben, schieben und schieben...“, berichtet Wieck. Bereits im vergangenen Jahr ist die Infoveranstaltung für die Mitglieder der vier Vereine wegen der Pandemie ins Wasser gefallen, die im Mai fällt ebenfalls aus. Sie ist jetzt für den 28. September neu angesetzt. „Aber ganz klar: Die Fusion ist der Weg. Wir können als Ehrenamtler die ganzen Aufgaben von der Haftung bis zu den Hygienekonzepten nicht mehr alleine stemmen“, sagt Wieck angesichts der gewachsenen Anforderungen an die Vereine.

Auch wenn er jetzt mit den Vorstandskollegen der anderen Vereine die Fusion vorantreibt, kann er nachvollziehen, dass sich der FC vor 50 Jahren aus der SG herausgebildet hat. „Wie ich das erzählt bekommen habe, waren die Fußballer ein Stiefkind bei der SG. Die Handballer sind vor 50 Jahren nunmal in die Hallenhandball-Bundesliga eingezogen, sie waren das Maß aller Dinge im Verein“, berichtet der 64 Jahre alte Vorsitzende, der das Amt seit 2005 innehat.

Der FCD, gegründet von Georg Göckel, Werner Hummel, Günter Klößmann, Michael Rhein, Heinrich Steinheimer, Franz Wildhirt und Gerhard Winkler, spielte zunächst mit seinen beiden Mannschaften auf der Anlage des SC Steinberg. Als die Stadt Dietzenbach im Süden ein Stadion mit einem Fassungsvermögen von 10000 Zuschauern erstellen ließ, wechselte der Fußballclub dorthin, stieg von der damaligen Bezirksliga in die Bezirksoberliga Frankfurt auf und baute die Jugendarbeit kontinuierlich aus.

Michael Wieck, Vorsitzender des FC Dietzenbach.

Aktuell hat der FCD laut Michael Wieck 520 Mitglieder, davon 280 Kinder und Jugendliche. Der FCD hat 16 Nachwuchsteams, um die sich 40 Trainer kümmern, zwei Männermannschaften und ein Frauenteam gemeldet. Die erste Mannschaft spielt in der Kreisoberliga Offenbach. „Die guten Zeiten in der Frankfurter Gruppenliga sind längst vorbei, aber wir haben wieder zwölf Spieler aus der eigenen Jugend nach oben gezogen zu den beiden aktiven Mannschaften. Das ist stark und zeichnet uns jetzt aus. Zu Beginn der Saison hatten wir in der ersten Mannschaft leider einen Coronafall, mussten pausieren und sind nur schwer reingekommen in die Runde. Jetzt ist die Saison in unserem Jubiläumsjahr abgebrochen worden – das ist schon schade“, berichtet Wieck.

Immerhin eine große Veranstaltung ist dann doch terminiert. Am 9. und 10. Oktober soll die Fußballschule der Frankfurter Eintracht wie so oft in den Vorjahren im Dietzenbacher Waldstadion gastieren. „Da sind wir meist schnell ausgebucht, wenn die Eintracht mit Leuten wie Manni Binz oder Slobodan Komljenovic kommt. Die arbeiten ganz entspannt auf hohem Niveau mit den Kindern – echt top. Auch unsere Jugendtrainer profitieren davon“, sagt Wieck und hofft, dass wenigstens diese Veranstaltung in knapp einem halben Jahr möglich ist zum 50. Bestehen des FCD.

Von Holger Appel

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