Frauenfußball

1.FC Mittelbuchen: Alexandra Lang als jüngste Spielerin eine wichtige Stütze

Alexandra Lang spielt den Ball, Pfungstadts Cornelia Viktoria Jegler (links) kommt zu spät.
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Alexandra Lang spielt den Ball, Pfungstadts Cornelia Viktoria Jegler (links) kommt zu spät.

Qualität ist bekanntlich keine Frage des Alters. Das belegt auch Alexandra Lang. Mit 19 Jahren ist sie die jüngste Spielerin im Kader des Hessenliga-Fußballerinnen des 1.FC Mittelbuchen. Aber ohne sie würde die Bilanz trist aussehen. An vier von sechs Toren war Lang nämlich bislang beteiligt.

Mittelbuchen – Zwei Tore und zwei Vorlagen: Für Alexandra Lang hätte der Saisonstart in der Fußball-Hessenliga der Frauen durchaus schlechter verlaufen können. Damit war sie immerhin an vier der sechs Tore des 1. FC Mittelbuchen direkt beteiligt. Dass sie mit erst 19 Jahren die jüngste Spielerin im Kader ist, macht das Ganze noch etwas besonderer. Zumal sie erst verletzungs- und dann corona-bedingt mehr als ein Jahr lang kein Pflichtspiel absolviert hat.

Dennoch sind Lang und ihr Team nicht ganz zufrieden mit dem Start. Sieben Punkte aus sieben Spielen sind für einen Aufsteiger zwar nicht schlecht, aber der FCM könnte durchaus besser dastehen. „Wir spielen schon stark und sind auch gut dabei. Aber da wäre schon mehr gegangen“, meint Alex (ihr Spitzname im Team) Lang. Großes Manko: die Chancenverwertung. Woran das liegt, ist der Stürmerin ein Rätsel. „Am Training nicht. Da üben wir das oft genug und es klappt auch.“ Möglich wäre die mangelnde Konzentration, wenn man im Spiel frei vorm Tor steht. „In manchen Situationen hat uns aber auch einfach das Glück gefehlt.“

Dass es bei ihr selbst bisher dennoch so gut gelaufen ist, ist für Lang schwer zu erklären. „Das hätte ich selbst nicht gedacht. Vor allem, weil wir jetzt ja auch eine Liga höher spielen als vorher.“ Und jetzt wurde ihr Lauf abrupt gestoppt. „Das ist schon blöd.“ Gerade für sie, die sich nach ihrer langen Pause erst wieder zurückgekämpft hat. Denn vor etwas mehr als einem Jahr hat Lang sich am 26. August beim 3:2-Auftaktsieg in die Verbandsligasaison das Schlüsselbein gebrochen und ist ein halbes Jahr ausgefallen. Im Winter hat sie dann die komplette Vorbereitung mitgemacht und kam auch in allen Testspielen zum Einsatz. Doch dann kam Corona und damit der Saisonabbruch und wieder ein halbes Jahr Pause. Nun hat sie wieder die ganze Vorbereitung mitgemacht und ist stark in die Saison gestartet. Unter anderem erzielte sie beim 1:1 am ersten Spieltag den Ausgleich gegen die SF BG Marburg und beim einzigen Saisonsieg gegen den TSV Pfungstadt (3:1) die wichtige 2:1-Führung. „Das hat mich und das ganze Team rausgerissen.“

Für die Pause erwartet sie einen Trainingsplan. „Wir spielen in der Hessenliga, da muss man auch was tun“, sagt sie. Laufen mit Zeitvorgabe und Stabilisationsübungen gehören dann zum Programm. „Das war im Frühjahr am Anfang hart, wenn man vorher längere Zeit nichts gemacht hat“, gesteht Lang. Danach lief es auch rund. „Das ist ja auch ne Sache von einer Stunde.“ Trainieren will die 19-Jährige – auch wenn sie den starken Zusammenhalt im Team lobt – lieber alleine. Kopfhörer rein, Musik an und „dann kann ich auch mein eigenes Tempo laufen“.

Sich selbst beschreibt Lang als technisch begabt und schnell. „Ich bin nicht die Breiteste und kann so gut schnelle Häkchen schlagen“, erklärt sie, wieso sie mit ihrer Körpergröße von 1,65 Metern im Sturm gut aufgehoben ist. „Und ich schieße gerne Tore“, sagt sie. „Ich mag einfach das gute Gefühl, wenn der Ball im Netz zappelt, dass ich der Mannschaft damit geholfen habe.“ Und das will sie auch wieder spüren, wenn die Unterbrechung vorbei ist und sie wieder loslegen kann – mit vielen Toren und Vorlagen.

Von Lars Herd

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