Amateurfußball

„Frage nach der neuen Saison ist wichtiger als der Abbruch“

Wolfgang Kern (Mitte), Trainer der SG Langstadt/Babenhausen, bedauert den Abbruch, findet die Entscheidung aber nachvollziehbar.
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Wolfgang Kern (Mitte), Trainer der SG Langstadt/Babenhausen, bedauert den Abbruch, findet die Entscheidung aber nachvollziehbar.

Dass die Saison im Amateurbereich abgebrochen wurde, hat in den Fußballkreisen Offenbach, Hanau und Dieburg keinen überrascht. Das Verständnis dafür ist groß. Der Blick geht ohnehin längst in die Zukunft, aber diesbezüglich sind viele Fragen offen.

Offenbach – Die Entscheidung ist gefallen: Im hessischen Amateurfußball ist die Saison vorzeitig zu Ende. Wir haben uns bei Vereinen in den Kreisen Offenbach, Hanau und Dieburg umgehört.

Akim Baaroud (Spielausschuss der SG Götzenhain/Kreisoberliga): „Die Zustimmung für den Saisonabbruch liegt hessenweit wohl bei 90 Prozent. Wichtiger wird aber die Frage nach der neuen Spielzeit sein. Wir brauchen ein neues Konzept, müssen in großen Klassen vielleicht in zwei Gruppen spielen. Und wir sollten bei der Entscheidung mit ins Boot genommen werden, nicht einfach nur abstimmen.“

Stefan Mehling (Vorsitzender Gemaa Tempelsee/Kreisliga A1): „Der Saisonabbruch ist die einzig logische Entscheidung. Ich kann mir auch kommende Saison noch keinen geregelten Ablauf vorstellen. Wir hoffen, dass wir im Sommer wenigstens Testspiele austragen können und setzen auf einen normalen Start in die neue Saison.“

Michael Ott (Trainer TSV Heusenstamm/Kreisliga A2): „Wir haben eine so gute Ausgangsposition, da wäre es sicher schön gewesen, die Saison weiter zu spielen. Aber der Abbruch war abzusehen und bei bisher sechs ausgetragenen Begegnungen kann natürlich keine Wertung erfolgen. Wir nutzen jetzt die Zeit, um unsere Vorbereitungen für die nächste Saison voranzutreiben. Nützlich wäre es, wenn es möglichst bald auch hierzu Informationen des Verbandes geben würde.“

Wolfgang Kern (Trainer der SG Langstadt/Babenhausen, Gruppenliga Darmstadt): „Die Entscheidung muss man akzeptieren, sie ist aufgrund der dritten Corona-Welle und drastisch steigender Zahlen nachvollziehbar. Uns tut es als Zweiter natürlich schon weh. Wir werden es nächste Saison aufs Neue versuchen.“

Erhard Höptner (Vorsitzender Viktoria Klein-Zimmern, Kreisoberliga Dieburg/Odenwald): „In Anbetracht der Corona-Zahlen ist die Entscheidung vernünftig. Der Saisonabbruch ist natürlich schade, aber es gibt Schlimmeres, etwa wenn man gesundheitlich von Corona betroffen ist. Da stecken wir als Fußballer gerne zurück.“

Adis Ahmetovic (Trainer des TSV Altheim, Kreisliga A Dieburg): „Ich bin froh, dass wir jetzt endgültig wissen, dass diese Saison nicht mehr gespielt wird. Auch wenn wir gerne weitergespielt hätten, da wir als Zweiter noch eine Chance im Aufstiegsrennen sahen. Für Tabellenführer SV Eppertshausen, der jetzt zum zweiten Mal großes Pech hatte, und die anderen Spitzenreiter ist es sehr schade.“

Andreas Humbert (Sportlicher Leiter des JSK Rodgau, Verbandsliga): „Das war nicht anders zu erwarten. Alles andere muss man abwarten.“

Nick Janovsky (Trainer der Spvgg. 03 Neu-Isenburg, Verbandsliga): „Dass die aktuelle Runde annulliert wird, war angesichts der hohen Inzidenzzahlen klar, das größte Problem ist die kommende Saison. Hier muss sich der Verband Gedanken machen, wie es grundsätzlich weitergehen soll. Etwa mit einer Einfachrunde, dafür wäre ich offen. Ich würde gerne in irgendeiner Form eine Runde spielen, die nach Ergebnissen und sportlichen Erfolgen gewertet wird und nicht nach Quotienten oder so. Sich nur darauf zu verlassen, dass alle geimpft sind, ist zu wenig.“

Armin Curt (Trainer des SV Wolfgang, Kreisoberliga Hanau): „Das ist sicher die einzig vernünftige Entscheidung. Auch mit vier Wochen Vorlaufzeit wäre das nicht gut ausgegangen. Die Pause dauert nämlich jetzt schon viel länger als eine normale Sommerpause.“  ey/leo/mei/rjr

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