Der freie Fall geht weiter

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Salvatore Miseri (in Weiß) rackerte, blieb aber ohne Torerfolg.

Dieburg (jd) ‐ Für den SC Hassia Dieburg wird es immer enger in der Fußball-Gruppenliga: Mit 2:4 verlor der Sportclub am Sonntag zuhause nach schwacher Vorstellung gegen den FSV Riedrode, bis dato Vorletzter der Tabelle. Dieburg muss sich mehr und mehr damit arrangieren, dass es den Rest der Saison im Abstiegskampf um das nackte Weiterexistieren in der siebthöchsten Spielklasse verbringen wird.

Woran der Sportclub selbst Schuld ist: In allen Spielen gegen die vermeintlich schwächsten Mannschaften der Liga sah er schlecht aus – die Krönung war das 2:2 gegen die DJK/SSG Darmstadt, die erst zwei Zähler auf der Habenseite hat und Woche für Woche Packungen bezieht. So auch an diesem Wochenende, als die DJK/SSG daheim trotz neuem Trainer mit 1:6 den Kürzeren zog. Gegen Münster und nun Riedrode verloren die Blau-Weißen ebenso, diese Teams sind Vorletzter (nun Münster) und Drittletzter (Riedrode). Zudem zeigt die Leistungskurve seit mehreren Wochen nach unten.

Im Spiel gegen Riedrode geschah exakt das, was dem Team von Trainer Michael Motz nicht hätte passieren dürfen: ein früher Rückstand. Schon nach 100 Sekunden zappelte der Ball erstmals im Netz von Schlussmann Sascha Krichbaum. Der Pass zum Tor stach durchs Abwehrzentrum hindurch, wo Marcel Poth – eigentlich Mittelfeldspieler – den eminent wichtigen, gesperrten Maurice Fleck nicht gleichwertig ersetzte. Aber auch Nebenmann Matthias Krause, war nicht immer optimal postiert.

Auch in der zweiten Halbzeit kein Aufbäumen

Nach dem 0:1 schien es zunächst so, als hätte die Hassia begriffen, worum es geht. Die Gastgeber schnürten das Team von der Bergstraße hinten ein, ein Treffer von Mark Braun wurde wegen Abseits’ nicht anerkannt (10. Spielminute). Nach 20 Minuten Aufbäumen befreite sich der Gast indes mehr und mehr und schoss ebenfalls einen Abseitstreffer (24.). Der Assistent zeigte die Abseitsstellung zwar nicht an, er hätte auf Tor entschieden. Der Unparteiische auf dem Platz überstimmte seinen jungen Helfer an der Linie jedoch und gab den Treffer nicht. Dennoch schoss Riedrode noch vor der Pause das 2:0 (43.). Wenig später ließ Torsten Schnitzer aber sein Offensivkönnen aufblitzen und verkürzte mit dem Halbzeitpfiff auf 1:2 – zum psychologisch besten Zeitpunkt.

Dass der Sportclub nun aus seiner Unsicherheit erwachte, blieb ein frommer Wunsch der 120 Zuschauer. Es wurde dagegen von Minute zu Minute schlechter im zweiten Abschnitt. Fehlpässe über Fehlpässe, eine löchrige Abwehr, die vom Mittelfeld zu wenig Defensivunterstützung erhielt, dazu fehlendes Angriffsspiel über die Außen. In der Mitte liefen sich immer wieder Torsten Schnitzer, Mark Braun und Fatih Yakut fest, von den Stürmern Pierre Kampka (blieb über 90 Minuten blass) und Salvatore Miseri (ackerte in Halbzeit eins, ging dann unter) kam zu wenig.

Schnitzers Tor kommt zu spät

Gustav Mockenhaupt, vor kurzem noch A-Juniorenspieler, kam zu seinem ersten längeren Einsatz in der Gruppenliga, ersetzte zur Pause Daniel Christ, der sich eine Zerrung zuzog. Mockenhaupt hätte ein dankbareres Spiel für diesen Einsatz verdient gehabt.

So steigerte sich von Fehlpass zu Fehlpass der Unmut auf der Tribüne. Das 1:3 (54.) schien bereits wie die Vorentscheidung, etwas Hoffnung brachte aber Schnitzers spätes 2:3 per Foulelfmeter (88.). In der Nachspielzeit machten die erst aufgestiegenen Gäste, den Sack zu.

In einem weiteren Heimspiel hat der SC Hassia am Sonntag (Anstoß: 14.30 Uhr) die Chance, den freien Fall aufzuhalten. Gibt es gegen die TS Ober-Roden, wo man das Hinspiel mit 2:0 gewann, keinen Sieg, droht erstmals ein Abstiegsplatz.

Die Aufstellung des SC Hassia: Sascha Krichbaum – Mats Böttler, Marcel Poth, Matthias Krause, Daniel Christ – Fatih Yakut, Alex Gerlitz, Torsten Schnitzer, Mark Braun – Salvatore Miseri, Pierre Kampka (Gustav Mockenhaupt).

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