Als Multiplikator den Fair-Play-Gedanken vorleben

Trainerpass Fußballkreis Offenbach stellt neues Projekt vor: Ansprechpartner schneller auszumachen

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Sie haben ihn bereits, den neuen Trainerpass. Von links: Michael Kovac (Trainer SG Rodgau Nord), Timo Röder (Co-Trainer Alemannia Klein-Auheim), Karl Schneider (FCA-Spielausschuss, in Vertretung für Cheftrainer Christoph Wirth), Christian Nuss (Trainer FC Offenthal) und Roberto Rizzo (Trainer 1. FC Langen II). Foto: Leonhardt

TRAINERPASS Fußballkreis Offenbach stellt neues Projekt vor / Ansprechpartner schneller auszumachen

Froschhausen – „Wir wollen, dass die Trainer als Multiplikator in die Vereine und auf die Sportplätze gehen und sich noch stärker bewusst werden, welch große Vorbilder sie sind“, sagt Offenbachs Kreisfußballwart Jörg Wagner (TuS Froschhausen). Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Thomas Geiß (SG Egelsbach), zugleich Koordinator für Qualifizierung, stellt er in den Räumen der TuS Froschhausen das Projekt „Trainerpass“ vor. 53 Trainer und Vorstandsmitglieder der Offenbacher Kreisober- und A-Ligisten sind der Einladung gefolgt.

Denn der Fußballkreis Offenbach geht neue Wege. Und zwar ohne Rücksprache mit dem Verband. Die ist auch nicht nötig, „denn wir ändern ja nichts an der Spielordnung“, sagt Wagner. Bis zu vier Trainer und Offizielle pro Verein sollen bereits in der in wenigen Wochen beginnenden Punktrunde 2019/2020 mit Trainerpässen ausgestattet werden, damit Schiedsrichter und gegnerische Mannschaften zukünftig direkt einen Ansprechpartner finden.

„Wir wollen euch Trainer näher kennenlernen. Denn ihr habt den größten Einfluss auf eure Spieler und das Umfeld“, sagt Wagner bei seiner Begrüßung. Zunächst einmal steht der Fair-Play-Gedanke im Vordergrund. Was sich die Teilnehmer darunter vorstellen? Vor allem Respekt und Toleranz. Aber auch Pünktlichkeit, Disziplin, Teamgeist, Motivation, Kritikfähigkeit, Willen, Selbstbeherrschung, Vereinzugehörigkeit. Trainer verlangen von ihren Spielern sehr viel. Und müssen genau das auch vorleben. „Das fängt schon damit an, wie der Trainer bei der Mannschaftsbesprechung am Donnerstag über den Gegner am Sonntag redet“, sagt Wagner, wie stelle ich meine Mannschaft aggressiv ein, ohne den Respekt vor dem Gegner zu verlieren? Durch den neuen Trainerpass sind die verantwortlichen Personen einer Mannschaft schneller auszumachen – und dementsprechend angehalten, verantwortungsvoller zu handeln.

Rund zweieinhalb Stunden dauert die Veranstaltung in Froschhausen, mit Beispielen aus dem Fußball-Alltag sorgen Wagner und Geiß für die witzigen Momente – und dafür, dass es nicht langweilig wird. Wagner bezeichnet die Schulung als „sehr positiv. Ich hoffe, dass uns das, was wir rüberbringen wollen – Bewusstsein herstellen und Sensibilisierung –, geglückt ist und dass uns die Trainer noch mehr unterstützen.“

Peter Lack, Trainer beim Kreisoberligisten VfB Offenbach, meint: „Das ist ein gutes Projekt, das unterstützt werden muss.“ Und Kelvin King, Trainer beim Ligarivalen SG Heusenstamm-Zrinski, erklärt: „Die Offiziellen müssen sich auf dem Platz anders verhalten. Ich hoffe, dass sich der Fair-Play-Gedanke dadurch verstärkt. Insgesamt finde ich es aber auch gut, dass die Trainer hier einmal alle zusammenkommen und ganz entspannt miteinander reden können. Man sollte diese Veranstaltung im Winter wiederholen, um die ersten Ergebnisse auszutauschen.“

Wiederholt wird das Event nach den Sommerferien auf jeden Fall – für alle diejenigen, die am vergangenen Samstag keine Zeit hatten. Das Trainerpass-Projekt ist zunächst für Kreisoberliga und A-Liga vorgesehen, B- und C-Liga sowie die Jugend sollen aber in einer zweiten Stufe folgen.

Jörg Wagner, dankte den Partnern, die an der Umsetzung des Projektes mitgewirkt haben: der Sportkreis Offenbach mit seinem Vorsitzenden Peter Dinkel, die Initiative "Vereint Aktiv", die Sparkasse Langen-Seligenstadt und der Freundeskreis der Schiedsrichtervereinigung Offenbach.

von Patrick Leonhardt

Quelle: op-online.de

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