AV Ringer stark, aber Ersatzge- schwächt bei den Aufstiegskämpfen zur zweiten Bundesliga.

Fünf Siege, Fünf Niederlagen

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Kai-Oliver Görisch (Groß-Zimmern, blaues Trikot) in der Gewichtsklasse 55 Kilo Freistil im Kampf gegen Angel Schmitt (RSV Schonungen).

Groß-Zimmern/Schonungen ‐ Am Samstag begannen für die Ringer des Groß-Zimmerner Athletenvereins (AV) die Aufstiegskämpfe zur zweiten Bundesliga.

Im Vorfeld gab es einige, die sich nicht scheuten zu behaupten, dass der AV gar nicht aufsteigen will.

„Schade, wenn so über Sportler und deren Verein geredet wird, obwohl sie eine ganze Saison auf die Meisterschaft hin gearbeitet haben„, erklärt AV-Sprecher Harald Herbert.

Die Entscheidung über einen Aufstieg des AV werde einzig sportlich auf der Ringermatte gefällt und nicht im Vorfeld an einem Schreibtisch. Also fuhren die AV-Athleten mit eben diesem Siegeswillen zum RSV Schonungen, dem Oberliga Meister, nach Bayern.

Nach den Regeln der Bundesliga gibt es keine 50- Kilo-Klasse, dafür aber zweimal 84 Kilo. Das Schwergewicht endet nicht bei 130, sondern bei 120 Kilogramm. Schon das Wiegen der Ringer war anders als gewohnt: Nachdem beide Mannschaften zugestimmt hatten, fand es öffentlich statt.

Als erster durfte Kai-Oliver Görisch Bundesliga Luft schnuppern und vor 600 registrierten Zuschauern sein Können in der Klasse bis 55 Kilo Freistil unter Beweis stellen. Er stand einem absolut ebenbürtigen Gegner gegenüber, so dass die ersten zwei Runden mit 0:0 endeten, was den „Zwiegriff“ zur Folge hatte. Als erster durfte Görisch fassen und machte den entscheidenden Punkt zum Rundengewinn.

In der zweiten Runde war es genau umgekehrt. In der dritten Runde schaffte es Görisch, den Schonunger an den Rand einer Schulterniederlage zu bringen (6:4), in der vierten sah es bis 20 Sekunden vor Schluss nach einem 0:0 aus, doch der Zimmerner schaffte es, sich einen Punkt zu erkämpfen. Somit ging dieser Kampf mit 3:1 an Groß-Zimmern.

Auch Tim Zewetzki hatte es in der Klasse bis 120 Kilo griechisch-römisch mit einem ebenbürtigen Gegner zu tun. Mike Gärtner hatte zwar fast 30 Kilo weniger, war aber äußerst agil und kampfstark . In der ersten Runde konnte Zewetzki seinen Gegner „schwer“ beeindrucken und gewann mit 6:3 , doch in der zweiten zwang ihn der Gegner, sich viel zu bewegen, so dass Zewetzki diese Runde mit 1:2 verlor. Die nächste gewann der Zimmerner mit 2:0, die vierte holte er mit 4:0. Somit ging auch dieser Kampf mit 3:1 an den AV.

In der Klasse bis 60 Kilo griechisch-römisch sprang Daniel Görisch für Marcel Schleicher ein. Leider brachte er nicht das nötige Gewicht und gab vier Punkte ab.

In der 96 Kilo Freistil-Klasse stand Steve Fernandes-Gomez dem körperlich und technisch starken Markus Schäfer gegenüber.

In der ersten Runde gab der Zimmerner unglücklich die einzige erzielte Wertung ab 0:1. Runde zwei beendete er mit 2:0 Die dritte Runde endete mit einem Zwiegriff, Fernandez-Gomez konterte und machte eine sensationelle dreier Wertung. Das gleiche in der vierten Runde, nur gelang es diesmal dem Schonunger Ringer die entscheidende Wertung zu erzielen 0:1. In der fünften Runde gab der Zimmerner noch einmal alles und wurde mit 2:0 belohnt.

In der Klasse bis 66 Kilo Freistil hatte es Gökhan Bicer mit Gamsat Ucumiev zu tun. Drei Runden lang kam der Schonunger Ringer dem Groß-Zimmerner zuvor und beendete sie für sich 1:0, 7:0 und 7:0. In der 84 Kilo-Klasse griechisch-römisch sah es nach der ersten Runde für Zacharias Vakalov nach einer Niederlage aus.

Doch in der zweiten Runde zog er einen Kopf-Hüftzug, brachte den Gegner in die gefährliche Lage und zur Krönung gelang ihm der Schultersieg.

In der Klasse bis 66 Kilo griechisch-römisch hatte Marcel Schleicher gegen den körperlich wesentlich stärkeren Rudolf Schwanke keine Chance und unterlag mit 0:6, 0:7 und 0:6. Max Wörtge (bis 84 kg Freistil) ließ sich nicht von einer Augenverletzung beeinflussen.

Gewohnt stark setzte er sich gegen seinen ebenbürtigen Kontrahenten mit 5:3, 2:0 und 1:1 durch. Sebastian Hain (bis 74 kg Freistil) hatte es schwer. Zwar konnte er die erste Runde mit 2:2 für sich entscheiden, doch in den nächsten drei Runden musste er sich mit 0:4, 0:2 und 0:6 geschlagen geben. Zum Abschluss rang Jan-Michael Jany stellvertretend für Ringertrainer Drazen Dodos.

Leider fehlt dem jungen Zimmerner die nötige Erfahrung, um in einer so hochklassigen Begegnung mithalten zu können, was seine Schulterniederlage unterstrich.

Somit verlor Groß-Zimmern diese Begegnung vor einem großartigen Publikum bei toller Stimmung und unter Leitung eines ausgezeichneten Unparteiischen mit 17:24.

Nun stellt sich die Frage, wie diese Begegnung in der Rückrunde vor heimischem Publikum bei optimaler Mannschaftsaufstellung ausgehen wird.

Am Samstag, 9. Januar, reist die Staffel des AV Groß-Zimmern zu ihrem nächsten Bundesliga-Aufstiegskampf zum KSV Germania Krefeld, dem Oberliga-Meister aus Nordrheinwestfalen.

Abfahrt des Busses ist um 13 an der AV-Halle. Da im Bus noch Plätze frei sind, können sich Fans der AV Staffel zwecks Mitfahrt bei Harald Herbert, z 06071/41823, oder in der AV-Halle anmelden.

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