Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost

Für Sportfreunde Seligenstadt zählt nur der erste Tabellenplatz

„Meine Jungs wollen unbedingt aufsteigen“, sagt Sportfreunde-Trainer Lars Schmidt (hinten). Das Team um Marcel Fleckenstein (links) und Dominik Marton (rechts, im Spiel gegen den FV Bad Vilbel) ist ungeschlagener Spitzenreiter der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost.
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„Meine Jungs wollen unbedingt aufsteigen“, sagt Sportfreunde-Trainer Lars Schmidt (hinten). Das Team um Marcel Fleckenstein (links) und Dominik Marton (rechts, im Spiel gegen den FV Bad Vilbel) ist ungeschlagener Spitzenreiter der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost.

Die Sportfreunde Seligenstadt pausieren in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost als unbesiegter Tabellenführer. Das soll nach Möglichkeit auch nach dem Restart so bleiben. Trainer Lars Schmidt sagt: „Meine Jungs wollen unbedingt aufsteigen.“

Seligenstadt – Die Frage, ob er daran glaubt, dass die unterbrochene Saison der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost bis Ende Juni regulär beendet sein wird, beantwortet Lars Schmidt knapp und wie aus der Pistole geschossen mit einem „Nein“. Der ehemalige Bundesliga-Profi, der zu Beginn der Saison als Trainer zu den Sportfreunden Seligenstadt zurückgekehrt ist, verfolgt trotz aller Widrigkeiten mit seinem Verein hohe Ziele. Die Corona-Pandemie war bisher der wohl härteste Gegner der „Roten“ auf dem vom Team eingeschlagenen Weg zurück in die Verbandsliga.

Gerade mal sieben Punktspiele hat der Aufstiegsanwärter und Spitzenreiter bestreiten dürfen, hinzu kamen drei kampflose Punkte gegen Aufsteiger FC Alemannia Gedern. Ergibt ein sattes Restprogramm von 30 Partien, sofern die Saison irgendwann fortgeführt wird. Sollte nur die Hinrunde absolviert und gewertet werden, gilt es für den bisher unbesiegten Verein, die exzellente Ausgangslage zu verteidigen. Da es diese Saison keine Aufstiegsrunden geben wird, müssen die Sportfreude für den Aufstieg Erster werden.

Mit dem zur Verfügung stehenden Kader ist der erfahrene Coach zufrieden: „Ich habe Jungs, auf die ich mich verlassen kann“, betont der 55-Jährige, der vergangene Saison noch den Hessenligisten SC Hessen Dreieich trainierte. Bei der Auswahl der Zugänge, wie etwa den Ex-Urberachern Jörn Kohl, Fabian Friess der Giuseppe Serra war Schmidt federführend, Leistungsträger wie Patrick Hofmann und Jan Hertrich kannte er noch aus gemeinsamen Hessenligazeiten an der Aschaffenburger Straße. Beide sind 2017 nach dem freiwilligen Rückzug in die Gruppenliga, dem sogar noch eine unfreiwillige Ehrenrunde in der Kreisoberliga Offenbach folgte, ihrem Verein treu geblieben. Besonders die Entwicklung von Hertrich sei über die Jahre eindrucksvoll gewesen, meint Schmidt: „Er hat bei mir damals Außenverteidiger gespielt und mit dem Jahren immer offensivere Positionen eingenommen“, erzählt der Trainer.

In der Tat: Hertrich ist in der Zentrale gesetzt und extrem torgefährlich. Gerne setzt Schmidt seinen Kapitän direkt hinter den Spitzen ein, weiß aber auch, dass er Hertrich auch einen defensiveren Part spielen lassen und notfalls auch als Sturmspitze aufbieten kann. Co-Kapitän Patrick Hofmann ist nach wie vor auf der Außenbahn zuhause. Trotz seiner mittlerweile 35 Lenze gehört Hofmann für Schmidt nach wie vor in die Kategorie „agile Spieler“. Der Sportfreunde-Trainer weiß, was er an Hofmann hat. „Vielleicht war er früher etwas schneller, doch aufgrund seiner Erfahrung erkennt er, dass er nicht mehr jeden Sprit machen muss und spart sich so Wege, die nicht ergiebig sind“, schmunzelt Schmidt, dessen erste Amtszeit bei den Sportfreunden Seligenstadt von 2015 bis 2017 dauerte. Die für ihn altbekannten Hertrich und Hofmann sind seine absoluten Führungsspieler und ganz vorne ist der Übungsleiter froh, in Muhammed Kayaroglu als Ergänzung zu Vorjahres-Torjäger Philipp Traut einen - wie er sagt - „Unterschiedsspieler“ in seinen Reihen zu haben.

Zehn Treffer aus sieben Spielen sind eine starke Ausbeute des 24-jährigen, der bis 2018 das Trikot der Spvgg. Greuther Fürth trug, sich als langjähriger Fürther Jugendspieler bei den Franken jedoch den Traum vom Profifußball nicht verwirklichen konnte. Immerhin stehen 42 Einsätze für die Reserve des Zweitligisten in der Regionalliga Bayern stehen in Kayaroglus Vita. Über die Zwischenstation SV Erlenbach fand Kayaroglu vor anderthalb Jahren den Weg nach Seligenstadt. Viele kleinere Verletzungen dämpften seine sportlichen Ambitionen, die ursprünglichen Ziele, in einer höheren Liga Fuß zu fassen, sind aktuell weit weg. Dass Kayaroglu kein pflegeleichter Spieler sein soll, kann Schmidt überhaupt nicht nachvollziehen. „Ich habe mit ihm überhaupt keine Probleme.“

Selbiges gilt nach Ansicht des früheren OFC-Trainers für die komplette Mannschaft. „Ich habe so etwas in meiner Trainerkarriere selten erlebt, das Team ist absolut leicht zu handeln“, unterstreicht Schmidt. Diese Gewissheit stärkt seine Gelassenheit in einer für alle Fußballvereine unsicheren Zeit. Er veranstaltet weder Cyber-Trainingseinheiten noch überwacht er Lauf-Apps. Vielmehr setzt er auf die Karte Eigenverantwortung und ist sicher, dass die Spieler bei der noch zu terminierenden ersten Trainingseinheit im vernünftigen Fitnesszustand antanzen werden. Ab „Tag X“ wollen die Sportfreunde Gas geben. „Normalerweise bin ich bei Zielsetzungen eher konservativ und zurückhaltend, doch wir brauchen uns nicht kleiner reden als wir sind. Außerdem wollen meine Jungs unbedingt aufsteigen“, verdeutlicht Schmidt, dass bei den Sportfreunden Seligenstadt nach Platz zwei in der vorigen Abbruchsaison diesmal der Meistertitel zu Buche stehen soll. (Von Frank Schneider)

Jan Hertrich (hinten in der Mitte) hat sich eindrucksvoll entwickelt.

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