Fulminanter Endspurt im „kleinen“ Derby

Sven Hajok (in Gelb) überspringt als Kopfball-Ass manchmal sogar den Torwart.
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Sven Hajok (in Gelb) überspringt als Kopfball-Ass manchmal sogar den Torwart. Beim 3:1-Sieg gegen den SV Münster II traf er zum 1:1 – allerdings per Fuß.

Dieburg (jd) ‐ Noch in der 84. Spielminute sah man ein nachdenkliches Trainergespann Olaf Vogel / Mario Schmitgen an der Außenlinie stehen, das sich fast schon mit einer Niederlage oder zumindest einem Punktverlust abgefunden zu haben schien. Rund sechs Minuten später ballten die Coachs de Fußball-B-Ligisten SC Hassia Dieburg II die Fäuste:

In einer sehenswerten Schlussphase bogen die Hassianer das Spiel gegen den SV Münster II um und machten aus einem 0:1 noch ein 3:1. Das gleiche Ergebnis wie beim Sieg in der Vorwoche in Klein-Umstadt. Indes bei einem ganz anderen Spielverlauf. Im ersten Abschnitt fanden die Dieburger trotz zweier guter Chancen zu Beginn überhaupt nicht ins Spiel. „Wir haben viel zu wenig über die Außen gespielt“, kritisierte Trainer Vogel etwa. Eine der schlechtesten Halbzeiten der Saison gipfelte im 0:1-Rückstand – der insgesamt recht passive Gast aus Münster nutzte eine seiner wenigen Möglichkeiten zum 1:0 (20. Spielminute). Im „kleinen Derby“ gelang es den Gastgebern bis zur Pause nicht, Linie ins Spiel zu bekommen.

Das besserte sich allerdings nach dem Seitenwechsel. Ordentliche Kombinationen und zumindest in Ansätzen der Versuch, über die Flügel zu kommen, waren nun zu sehen. Begünstigt durch starken Rückenwind brachten die Blau-Weißen gerade in der letzten halben Stunde immer häufiger das Münsterer Tor in Gefahr. Der eingewechselte Matthias Enders leitete die Drangphase mit einer fast unglaublichen Aktion ein: Zweimal binnen drei Sekunden brachte er den Ball am Torwart vorbei, doch jeweils klärte ein Verteidiger seine strammen Schüsse auf der Linie (68.). Kurz darauf fiel nach einem Eckball das 1:1, das der Schiedsrichter wegen eines angeblichen Fouls von Sven Hajok am Gäste-Keeper jedoch aberkannte (70.).

Spektakuläres Freitstoßtor von Hassias Thomas Brunner

Nur unterbrochen durch einen gefährlichen Konter des SV (76.) drückten die Hausherren weiter: Doch weder Tayfun Durmus (77.), Thomas Brunner per Freistoß (78.) noch der eingewechselte A-Juniorenspieler Christian Kiefer (82.) nutzten ihre Möglichkeiten. Dass es doch noch zum Erfolg reichte, lag unter anderem an Sven Hajok: Der verließ seine Position in der Abwehr gegen Spielende und leitete das 1:1 zunächst durch einen beherzten Antritt im Mittelfeld ein. Nach einem schönen Doppelpass mit Asad Ahmad vollendete Hajok auch noch selbst (85.). Ein ähnlich verheerender Fehler wie Niko Seipp beim 1:0 für Münster unterlief dann auch einem Spieler des SV: Über einen langen Ball von Bernhard Berz trat der Defensivmann hinweg, Tayfun Durmus lief alleine auf den Torwart zu. Uneigennützig bediente er kurz vor dem möglichen Abschluss allerdings den nachgeeilten Sabi Saoudi, der nur noch zum 2:1 ins leere Tor einschieben musste (89.). Den Sack zu machte Thomas Brunner: Sein Freistoß aus 35 Metern fand auch dank des Windes spektakulär seinen Weg ins Tordreieck – mit dem 3:1 (90.), Marke „Tor des Monats“, war Münster am Boden und die Hassia endgültig obenauf.

Dank der Niederlage der TS Ober-Roden II dürfen die Dieburger nun sogar wieder in Richtung zweiten Tabellenplatz schielen. Am Sonntag steht das nächste Derby an: Um 15 Uhr spielt der SC Hassia II beim TV Semd.

Die Aufstellung des SC Hassia II: Holger Sauerwein – Bernhard Berz, Michele Di Girolamo, Sven Hajok, Alex Hausmann – Marcel Kampka, Tayfun Durmus, Thomas Brunner, Niko Seipp – Sabi Saoudi, Tobias Catta (Matthias Enders, Asad Ahmad, Christian Kiefer).

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