Vorwurf gegen Italsud-Spieler

Beim Stand von 9:2: „Klarer Schlagversuch“ gegen Schiedsrichter

Spielausfälle nach Schiedsrichter-Streik
+
Spielausfälle nach Schiedsrichter-Streik

Offenbach – Es ist das nächste Kapitel der leidigen Story „Attacken auf Schiedsrichter im Amateurfußball“: Bei der Begegnung der Kreisliga A Offenbach, Gruppe 2, zwischen der TuS Froschhausen und Italsud Offenbach (9:2) soll ein Gästespieler am Sonntag den Unparteiischen körperlich angegriffen, beziehungsweise es zumindest versucht haben.

In einem Punkt unterscheidet sich der Vorfall allerdings von denen, die in der jüngeren Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt hatten. Diesmal sind nämlich offenbar Spieler beider Teams eingeschritten und haben damit Schlimmeres verhindert.

Die Partie war längst entschieden, als in der 87. Minute ein Italsud-Spieler von Referee Heiko Springer (Hanau) die Rote Karte gezeigt bekam. Was im Anschluss daran passierte, wird im Liveticker der TuS Froschhausen wie folgt geschildert: „Wohl der des Feldes verwiesene Italsud-Spieler rastet völlig aus und will den Schiedsrichter angreifen.“ Von einem „klaren Schlagversuch“ ist die Rede. „Seine Mitspieler und TuS-Spieler versuchen, ihn vom Schiri fernzuhalten, was Gott sei Dank gelingt. Trotzdem müssen Betreuer und mehrere Ordner aufs Feld, um zu deeskalieren. Wahnsinn.“

Carmelo Manoti, Vorsitzender von Italsud Offenbach, war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Der ausführliche Bericht des Unparteiischen lag Kreisfußballwart Jörg Wagner noch nicht vor, der Funktionär wollte sich daher nicht im Detail zur Sache äußern. Er stellte aber klar: „Für uns alle ist das momentan keine schöne Situation. Man sollte aber aufhören, zu fragen, was der Verband tun kann. Alle müssen an einem Strang ziehen, aber das sehe ich derzeit nicht.“ Daher denkt er über einen Runden Tisch nach, bei dem mit den Vereinen Lösungen erarbeitet werden sollen. „Wir müssen bei uns im kleinen Kreis anfangen. Er hilft nicht, sich zu beklagen, dass die Spieler in der Bundesliga vieles vormachen. Die interessieren sich nicht für uns.“

Wagner sagt zudem: „Wir können nicht alle Probleme der Gesellschaft auf dem Fußballplatz lösen. Überall passiert momentan etwas.“ Von der Forderung nach lebenslangen Sperren hält er wenig, zumal auch das Strafrecht in derlei Fällen klare Grenzen hat. Man dürfe auch das Umfeld nicht außer Acht lassen. „Ich habe während meiner Zeit als Sportrichter festgestellt, dass die Vereinsvertreter die Täter irgendwann als Opfer dargestellt haben. Vor allem, wenn es um wichtige Spieler ging. Den handelnden Personen muss klargemacht werden, dass sie auch einen sozialen Auftrag haben.“

cd

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare