Fußball-Kreisoberliga Offenbach: Sportgericht muss entscheiden

Fußballspiel in Dietesheim abgebrochen: Zu viele Zuschauer? Verein widerspricht der Polizei

Derbystar mit Mundschutz
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Hygiene im Fußball: Die Kicker in der Region dürfen wieder spielen. Die Vereine müssen allerdings allerhand Vorkehrungen treffen, was nicht allen leicht fällt.

Der Polizeieinsatz vom Freitagabend in Dietesheim, der zur Folge hatte, dass das Derby in der Fußball-Kreisoberliga Offenbach zwischen der Spvgg. und der TSV Lämmerspiel abgebrochen wurde, sorgt für Diskussionen.

Offenbach – Der Kreis Offenbach verteidigt das Vorgehen der Behörden und sieht einen Verstoß gegen die Corona-Kontakt-Betriebsbeschränkungsverordnung. Der Veranstalter spricht hingegen von einem Missverständnis. Das am Freitagabend abgebrochene Derby in der Fußball-Kreisoberliga Offenbach zwischen der Spvgg. Dietesheim und der TSV Lämmerspiel wird ein Nachspiel vor dem Kreissportgericht haben. Etwas mehr als eine Stunde war gespielt, als Schiedsrichter Florian Rahn die Begegnung auf Anordnung der Polizei abbrechen musste.

Registrierung mittels QR-Code die Fehlerquelle?

„Am Freitagabend erreichte das Gesundheitsamt des Kreises Offenbach eine Anfrage der Polizei, ob es eine Ausnahmegenehmigung für das Fußballspiel zwischen Dietesheim und Lämmerspiel erteilt hätte“, teilte Ursula Luh, Pressesprecherin des Kreises Offenbach, schriftlich mit. „Diese ist nach der Verordnung des Landes Hessen notwendig, wenn mehr als die erlaubten 250 Teilnehmer an einer Veranstaltung erwartet werden. Auch Sportveranstaltungen fallen unter diese Höchstgrenze. Eine Ausnahme wurde vom gastgebenden Verein nicht beantragt.“ Laut Luh habe die Polizei anhand der Registrierungen mittels QR-Codes festgestellt, dass mehr als 300 Zuschauer das Derby in der Kreisoberliga sahen. Zudem wurden die Abstandsregeln nicht beachtet. Die Auflösung der Veranstaltung war die Konsequenz, da ein eindeutiger Verstoß gegen die Corona-Kontakt-Betriebsbeschränkungsverordnung, die maximal 250 Teilnehmer an einer Veranstaltung erlaubt, vorlag.

Die Dietesheimer sehen das anders. „Das mit den zu vielen Zuschauern ist nicht ganz richtig, das haben wir auch am Freitag der Polizei erklärt“, stellte Trainer Ayhan Ünal klar. „Auf dem QR-Code waren noch die 190 Zuschauer vom ersten Spieltag dabei, die hätten von der Gesamtzahl der Codes abgezogen werden müssen.“

Fußballspiel abgebrochen: Kreisfußballwart appelliert an Vereine

Bei Kreisfußballwart Jörg Wagner stand aufgrund des Abbruchs am Wochenende das Telefon kaum still. „Ich habe Kontakt mit dem Kreis gehabt und für dieses Spiel lag keine Sondergenehmigung für mehr als 250 Zuschauer vor“, bestätigte Wagner die Ausführungen von Ursula Luh. Wagner, der den Fall des Spielabbruchs an das Kreissportgereicht übergab, hat sich aufgrund des aktuellen Anlasses noch einmal per Mail an alle Vereine des Fußball-Kreises Offenbach gewandt. „Die Fortsetzung des Spielbetriebes kann nur erfolgen, wenn sich wirklich alle an die rechtlichen Vorgaben haltern. Wir sind und bleiben gebunden an die behördlichen Entscheidungen“, schrieb Wagner.

Er listet auch die wichtigsten Kriterien auf: Aufenthalte im öffentlichen Raum (dazu zählt das Sportgelände) sind nur alleine, in Gruppen von höchstens zehn Personen oder mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet, ansonsten ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

Zudem darf die Teilnehmerzahl 250 nicht überschritten werden, es sei denn, die zuständige Behörde hat ausnahmsweise eine höhere Teilnehmerzahl bei Gewährleistung der kontinuierlichen Überwachung der Einhaltung der Voraussetzungen gestattet

Auch müssen Name, Anschrift und Telefonnummer der Teilnehmer (zur Ermöglichung der Nachverfolgung von Infektionen) vom Veranstalter erfasst werden. rjr

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