Als Aufsteiger aussteigen

JSK Rodgau: Trainer Humbert hört zum Saisonende auf

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Andreas Humbert, der in Babenhausen lebende Jügesheimer Trainer, hört am Saisonende auf.

Rodgau - In der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost haben die Vereine bereits 20 von 34 Begegnungen absolviert. Von Jens Dörr 

Ein einziges Mal - nämlich just nach dem letzten Spieltag des Jahres und somit mindestens noch bis Ende Februar, wenn es wieder losgeht - stand der JSK Rodgau auf Platz eins. Sportlich läuft es nach holprigem Start rund bei den Jügesheimern. Dennoch müssen sie sich demnächst einen neuen Trainer suchen: Andreas Humbert hört nach der Saison auf. Diese Entscheidung hat er schon vor längerem getroffen, als er wegen eines Unfalls sowohl beruflich als auch bei den Jügesheimern hatte kürzertreten müssen. „Damals habe ich reflektiert, was ich im Fußball alles gern noch machen würde“, sagt er. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass er seine eigenen Bedürfnisse stets hintenan stelle, wenn er eine Mannschaft trainiere. „Denn dann bin ich Vorbild, mache das mit Haut und Haaren.“ So wolle er auch mit dem JSK die Saison in gewohnter Manier zu Ende spielen und womöglich mit der Meisterschaft und dem Gang in die Verbandsliga Süd krönen.

Danach aber wolle er „was für meine persönliche Weiterentwicklung als Trainer und Mensch machen“. Humberts konkrete Vorhaben: Im Rahmen eines berufsbegleitenden Studiengangs möchte er zertifizierter Scout und Spielanalyst werden. Dieses Studium sei für den Zeitraum Juli bis Dezember 2018 geplant. „Das wird nicht nur online stattfinden. Da musst du auch am Wochenende auf die Sportplätze tigern. Irgendwie könnte ich zugleich vielleicht auch noch meine Mannschaft trainieren. 80 statt 100 Prozent sind mir dabei aber zu wenig.“

Darüber hinaus wolle sich Humbert näher mit dem Thema Sporthypnose auseinandersetzen - und später dann gewiss wieder als Trainer zurückkehren. Nach der Rückrunde mit dem JSK werde er diesbezüglich aber erst einmal eine Pause einlegen und sich auf die fachliche Weiterbildung konzentrieren. Gespräche mit potenziellen Nachfolgern laufen gerade an; bei den personellen Entscheidungen für die Rückrunde hat aber noch Humbert die Hosen an.

So legte er etwa Andre Thomas keine Steine in den Weg. Thomas wechselt zum Kreisoberligisten Spvgg. Seligenstadt. Spielberechtigt für den JSK wird hingegen ein ehemaliger Akteur der SG Rosenhöhe sein: Ismael Ballesteras, der schon seit August mit den Jügesheimern trainiert. „Zudem kehrt Dominik Fischer im neuen Jahr erst so richtig aus der Rekonvaleszenz zurück und auch Dennis Binder und Riccardo Sozzo haben wir nun wieder regelmäßig an Bord“, schaut Humbert optimistisch voraus.

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Eine Prognose, ob es in seinem letzten Halbjahr beim JSK Rodgau zum Aufstieg reichen werde, fällt ihm nicht leicht: „Das Niveau ist relativ ausgeglichen, in der Gruppenliga sind mehrere sehr gute Mannschaften drin. Besonders Erlensee und Großkrotzenburg können klasse Fußball spielen. Die SG Rosenhöhe macht es hinten gut und wird bald wieder Evangelos Bellos und Fabian Curth dabei haben.“ Für seinen Heimatverein freue er sich sehr, sagt Humbert, einst Jugendtrainer bei der SGR.

Bange sei ihm als Trainer vor dem dichten Gedränge im Aufstiegskampf aber nicht: „Wir haben uns die Fitness und unser System erarbeitet, sind torgefährlicher geworden und haben uns auch durch zwischenzeitliche Ausreißer nicht aus der Bahn werfen lassen.“ Ein Ausstieg mit Aufstieg Ende Mai scheint für den JSK Rodgau und seinen scheidenden Coach durchaus realistisch.

Quelle: op-online.de

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