Mit Glück zum Befreiungsschlag

Dieburg (jd) ‐ Über Fortuna durfte sich am Sonntag nur eine Seite echauffieren: die TS Ober-Roden. Der SC Hassia Dieburg stand im Gruppenliga-Derby eindeutig in der Gunst der Glücksgöttin. Denn hätte die ihre Hand nicht im Spiel gehabt, hätte der Sportclub nie mit 1:0 gewonnen.

Zumindest nicht bei der im zweiten Abschnitt klaren Überlegenheit der Turnerschaft. Wobei man es im Fußball immer wieder sieht, dass die Mannschaft, die ihre Chancen nicht nutzt, am Ende durch ein Gegentor sogar mit ganz leeren Händen dasteht. So war es am Sonntag am Wolfgangshäuschen, doch der Reihe nach: Während Aufsteiger Ober-Roden im gesicherten Mittelfeld platziert war, stand die Hassia bereits mit dem Rücken zur Wand. Auch die personellen Voraussetzungen waren alles andere als gut: Neben den Langzeitausfällen Christian Frisch, Tobias Catta und Benjamin Kampka fehlten auch Maurice Fleck und Daniel Christ. Kampka, Fleck und Christ bilden normalerweise drei Viertel der Viererkette, die gegen die TS ein anderes Gesicht hatte: Salvatore Miseri verteidigte rechts hinten, Mats Böttler und Matthias Krause sollten die Mitte dicht machen. Auf links spielte Tayfun Durmus – der Spieler von den eigenen A-Junioren durfte wie Gustav Mockenhaupt, ebenfalls Juniorenspieler, von Beginn an ran. Beide zeigten kaum Nervosität und erledigten ihre Aufgaben souverän. Trainer Michael Motz zeigte Mut und ließ den normalerweise gesetzten Alex Gerlitz zunächst auf der Bank – neben Lukas Freudl und Marten Kalmbach, die schon zuvor bei der Zweiten gespielt hatten.

Torsten Schnitzer rückte zudem wieder ins Sturmzentrum, was ihm sichtlich gut tat. Drei vorzeigbare Szenen hatte der 27-Jährige zwischen der 32. und 36. Spielminute, der stärksten Phase der Dieburger. Zuvor gab es nur eine kleine Chance für Pierre Kampka (18.). Die TS scheiterte früh an Sascha Krichbaum (4.), der zwar zweimal hinter sich greifen, aber dennoch zu Null spielen sollte. Die 150 Zuschauer sahen bei sehr mildem Herbstwetter, wie eine Flanke der Ober-Röder an die Latte klatschte (30.). Das Remis zur Pause ging in Ordnung.

Zwei Tore nicht gegeben

In den zweiten 45 Minuten wendete sich jedoch das Blatt. Bis zur Schlussminute hatte Dieburg keine nennenswerte Chance mehr, während die TS ein halbes Dutzend Mal an vier Aspekten scheiterte: an Torwart Sascha Krichbaum, einem aufopferungsvoll kämpfenden Matthias Krause, der eigenen Harmlosigkeit und dem Schiedsrichtergespann. Das erkannte zwei Tore der Gäste nicht an: Zunächst signalisierte der Assistent ein Handspiel (62.), das der Schiedsrichter nicht gesehen hatte. Dann zeigte er Abseits an (88.). Zumindest die zweite Entscheidung war unstrittig. Auch das Tor zum Hassia-Glück war korrekt: In der letzten Minute der regulären Spielzeit bediente Pierre Kampka Stürmer Schnitzer bei einem Konter perfekt, den vom Torwart noch abgefälschten Ball drückte der mitgelaufene Mark Braun zum frenetisch gefeierten 1:0 über die Linie. Der Frust der TS brachte den Gästen nur noch eine Rote Karte wegen Beleidigung des Assistenten ein.

Nur mit Glück wird man am nächsten Sonntag derweil kaum bestehen können: Dann geht die Reise ins Gorxheimertal zum SV Unterflockenbach. Den besiegte der Sportclub in der Hinrunde mit 3:2, der SV ist dank einer Serie inzwischen aber Zweiter und wird seiner Rolle als Mitfavorit mehr und mehr gerecht.

Die Aufstellung des SC Hassia: Sascha Krichbaum – Salvatore Miseri, Matthias Krause, Mats Böttler, Tayfun Durmus – Fatih Yakut, Pierre Kampka, Gustav Mockenhaupt, Marcel Poth, Mark Braun – Torsten Schnitzer (Alex Gerlitz).

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