Rassismus

Im Handball sind die Hardcore-Fans anders

+
Handball-Talent Philipp Ahouansou

Philipp Ahouansou ist in Hanau geboren, seine Mutter ist Deutsche, sein Vater stammt aus Togo.

Offenbach – Der 18-Jährige von den Rhein-Neckar Löwen und U19-Vizeweltmeister im Handball hat noch immer daran zu knabbern, dass in seiner Heimatstadt ein rassistisch motivierter Anschlag verübt wurde.

Im Fußball gab es Vorfälle rassistischer Schmähungen durch Fans. Im Handball hört man davon nichts, wie kommt das?

Das stimmt, mir ist auch kein Fall bekannt, worüber ich sehr froh bin.

Warum ist das so?

Wahrscheinlich, weil in unserem Sport alles noch etwas familiärer ist. Es gibt zwar Hardcore-Fans, aber die unterscheiden sich doch deutlich von jenen des Fußballs.

Sie sind als Sohn eines Togolesen selbst ein potenzielles Ziel von Rassismus. Wie gehen Sie damit um?

Ich habe zum Glück selbst keine derartigen Erfahrungen machen müssen. Ich glaube aber, dass ich drüber stehen würde. Rassismus darf keinen Platz haben in unserer Welt.

Sie sind Hanauer und stammen aus Kesselstadt, wo ein rassistisch motivierter Attentäter zehn Menschen umbrachte.

Ich hätte nie gedacht, dass so etwas in meiner Heimatstadt passieren könnte. So etwas darf sich nie wiederholen. Und ich hoffe, dass im Kampf gegen Rassismus noch viel mehr getan wird als bisher.

Das Gespräch führte Jörg Moll

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare