Interview mit Hanaus Tim Fließ

„An unsere Power und Leidenschaft anknüpfen“

Resolut im Zweikampf: Tim Fließ (links), hier gegen den Usinger Nicolai Doernte. Foto: scheiber

Der FC Hanau 93 empfängt am Samstag in der Hessenliga den SC Hessen Dreieich (14. 30 Uhr). Für den 29-jährigen Defensivspieler Tim Fließ ein besonderes Match, spielte er doch vor seiner Hanauer Zeit für den kommenden Gegner.

Hanau –  Am vergangenen Mittwoch schlüpften Sie beim 2:1 in Walldorf für den diesmal zwischen den Pfosten stehenden Co-Trainer Ioannis Takidis in die Coaching-Rolle. Was ist einfacher: das Spiel auf dem Platz mitzulenken oder von der Seitenlinie aus einzuwirken?

Ich versuche als erfahrener Spieler, auch auf dem Platz das Team zu führen. Doch von außen sieht man phasenweise Situationen besser.

Und was macht mehr Spaß?

Beides hat seinen Reiz und es hat mir am Mittwochabend auch Spaß gemacht, mich von der Seitenlinie aus einzubringen. Noch spiele ich aber zu gerne Fußball, um an einen Rollentausch zu denken.

Also sieht man Sie am Samstag wieder auf dem Platz?

Ich war ja in den letzten zwei Wochen beruflich unterwegs und stand auch deswegen in Walldorf nicht in der Startelf. Ich stehe zwar am Samstag wieder bereit, könnte es aber auch verstehen, wenn Michael Fink aufgrund des guten Spiels in Walldorf erst mal keine Veränderungen vornimmt und ich somit zunächst wieder auf der Bank wäre. Die Mannschaft hat das am Mittwoch ja super gemacht.

Inwieweit kann der hochemotionale Sieg in Walldorf Rückenwind für das schwere Spiel gegen Ihren Ex-Verein Hessen Dreieich geben?

Ich glaube: sehr sogar. Weil wir ein Spiel kurz vor Schluss über unsere Mentalität gewonnen haben und von unserer Power und Leidenschaft gelebt haben. Daran wollen wir anknüpfen und gegen Dreieich unseren Heimfluch besiegen.

Nach schwierigem Start hat Dreieich in der Tabelle zuletzt jede Menge Plätze gutgemacht. Trauen Sie Ihrem ehemaligen Verein zu, noch mal in das Aufstiegsrennen eingreifen zu können?

Ich glaube, dass es für Hessen Dreieich für ganz vorne schwierig wird. Dafür befindet sich der Verein beziehungsweise die Mannschaft zu sehr in einem Umbruch. Sie haben aber Qualität im Kader und einen guten Trainer. Mit Lars Schmidt habe ich ja schon in Jügesheim zusammengearbeitet. Jeder neue Trainer braucht Zeit. Und man sieht aktuell, dass sich das Team immer besser findet und Dinge ineinandergreifen. Ich denke schon, dass die Dreieicher am Ende einen Platz im vorderen Drittel belegen werden.

Das Gespräch führte Frank Schneider

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